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Blick auf den Finanzmarkt : Dax verbucht massive Kursverluste

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Verstärkte Sorgen um die Eurozone, insbesondere um eine mögliche Pleite Griechenlands, haben den deutschen Aktienmarkt am Montag auf eine weitere Talfahrt geschickt. Der Rücktritt von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark habe die Sorgen um die Zukunft der Eurozone wieder verstärkt, heißt es.

          Die Angst vor einer bevorstehenden Insolvenz Griechenlands sowie der Absturz des Euro führen am Montag im frühen Geschäft zu neuerlichen massiven Verlusten am deutschen Aktienmarkt. Der Dax rutscht dabei zwischenzeitlich auch unter die psychologisch wichtige 5.000er Marke. Gegen 9.53 Uhr verliert der Leitindex 3,6 Prozent oder 187 Punkte auf 5.002. „Derzeit ist wenig in Sicht, was die Stimmung drehen könnte“, so ein Marktteilnehmer. „Die Anleger sind zutiefst verunsichert“, fasst ein anderer Akteur die Stimmungslage zusammen. „Eine schwere Woche liegt vor den Märkten“, befinden die Analysten von Sentix. Sie meinen, das Sentiment sei zwar bereits „bearish“, von einer marktbereinigenden Panik fehle aber weiter „jede Spur“.

          Banken stehen im frühen Geschäft auf den Verkaufslisten ganz oben. Hier belastet nicht nur die Furcht vor einer griechischen Insolvenz, sondern auch die Sorge, dass die Ratingagentur Moody's den französischen Bankensektor herunterstufen könnte. Deutsche Bank fallen um 7,3 Prozent auf 21,40 Euro, Commerzbank um 7,7 Prozent auf 1,54 Euro und Aareal Bank um 8,1 Prozent auf 11,22 Euro. Negativ beurteilen Marktteilnehmer MAN. MAN Steyr baue wegen der Auftragslage die Belegschaft ab, heißt es mit Blick auf einen Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“. Für MAN geht es im um 4,2 Prozent abwärts. Porsche verlieren trotz positiver Aussagen zu den Marktaussichten 6,2 Prozent auf 35,65 Euro.

          Das Interesse von GM an Motoren von BMW stützt die Aktie des deutschen Autoherstellers nicht. „Sollte BMW an GM Motoren liefern würde die Auslastung steigen und damit auch der Gewinn“, so ein Marktteilnehmer. Allerdings sei es kaum vorstellbar, dass BMW Motoren an Opel liefere. BMW verlieren 3,3 Prozent auf 49,97 Euro. Daneben geben Daimler 2,6 Prozent auf 31,50 Euro und VW 2,9 Prozent auf 100,70 Euro ab. Die Ankündigung einer stabilen Dividende hilft Munich Re nicht. „Dem stehen die Aussagen entgegen, 'Irene' könnte erst der Auftakt zu einer Serie von Hurrikans sein“, so ein Händler. Munich Re geben um 2,5 Prozent auf 79,61 Euro nach und Allianz um 5,3 Prozent auf 58,21 Euro. Negativ beurteilen Händler die Verkehrszahlen von Fraport. Das Passagiergeschäft laufe zwar noch rund, so ein Händler, doch das Minus im Frachtbereich dürfte die Stimmung belasten. Fraport fallen um 3,6 Prozent auf 45,05 Euro zurück.

          Deutsche Anleihen: Kursgewinne - Rendite von 10-jährigen auf neuem Rekordtief

          Am deutschen Anleihenmarkt haben die Kurse am Montag ihre Rekordjagd mit der Sorge vor einer Eskalation der Schuldenkrise in der Eurozone weiter fortgesetzt. Der Kurs des Dezember-Kontraktes des Euro-Bund-Futures stieg am Morgen um 0,31 Prozent auf 138,20 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf 1,745 Prozent, nachdem sie zuvor ein Rekordtief bei 1,733 Prozent erreichte. „Die Debatte um die Schuldenkrise in der Eurozone nimmt kein Ende“, sagte der Devisenexperte Dirk Gojny von der HSH Nordbank. Der überraschende Rücktritt von Jürgen Stark aus dem Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) habe die Märkte weiter verunsichert. Zudem werde eine Staatspleite Griechenlands jetzt auch in der deutschen Regierung nicht mehr ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund sei es schon „als Lichtblick“ zu sehen, dass die Europäische Kommission in den kommenden Tagen wieder Vertreter nach Athen schicken wird, um die Fortschritte der Konsolidierung zu begutachten, sagte Gojny. Der HSH Nordbank-Experte rechnet im weiteren Tagesverlauf nicht mit Impulsen, die für eine höhere Risikobereitschaft der Anleger sorgen könnten. Die Investoren dürften daher weiten den „sicheren Hafen“ deutsche Staatsanleihen suchen. Die HSH Nordbank sieht den Bund-Future in einer Handelsspanne zwischen 137,20 und 139 Punkten.

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