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Blick auf den Finanzmarkt : Dax verbucht deutliche Kursverluste

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Der Dax tendiert am Donnerstag schwach. Nachwirken dürfte noch der massive Kurseinbruch an der New Yorker Börse am Donnerstag: Der Dow Jones hatte am Donnerstag im Handelsverlauf den heftigsten Kurrutsch seit 1987 erlebt und innerhalb einer halben Stunde 800 Punkte verloren.

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          Nach den schweren Turbulenzen an den amerikanischen Börsen am Vortag hat der deutsche Aktienmarkt zum Handelsauftakt am Freitag deutliche Verluste hinnehmen müssen. Der Leitindex Dax fiel in den ersten Minuten um 2,06 Prozent auf 5.786,41 Punkte. Auch der MDax sank um 1,18 Prozent auf 7.890,85 Punkte, der TecDax gab sogar 2,96 Prozent auf 746,83 Punkte ab. Der Future auf den Dow Jones Industrial Average (DJIA) sank seit dem Xetra-Handelsschluss vom Vortag um 2,86 Prozent. Zudem war der Nikkei-225 in Tokio am Freitag um 3,10 Prozent eingebrochen.

          „Es gibt immer noch keine definitive Begründung dafür, was in der vergangenen Nacht in den Vereinigten Staaten passiert ist“, kommentierte Ben Potter von IG Markets den Kurssturz an der Wall Street. Er erwartet, dass die europäischen Börsen die Verluste in den Vereinigten Staaten am Freitag nachvollziehen. Darüber hinaus halten Börsianern zufolge die Sorgen um die Schuldenkrise in der Eurozone an. Von großem Interesse für Anleger dürfte zum Wochenschluss außerdem der Arbeitsmarktbericht in den Vereinigten Staaten sein, der des öfteren für oft heftige Kursreaktionen an den internationalen Börsen sorgt.

          Griechenlandkrise lässt Anleger zu „sicheren“ Anlagen tendieren

          Nachdem die Bund-Futures am Donnerstag im Zuge des Kursrutschs an Wall Street ein neues Rekordhoch von 127,99 Prozent markiert haben, sind sie zunächst mit Kursverlusten in den Freitag gestartet, haben sie allerdings rasch ausgeglichen. Im frühen Handel liegt der Juni-Kontrakt 17 Ticks im Plus bei 127,18 Prozent. Am Vormittag könnte die Abstimmung im Bundestag über das Hilfspaket für das taumelnde Griechenland für neue Impulse am Anleihemarkt sorgen. Am Nachmittag steht mit dem amerikanische Arbeitsmarktbericht für April dann das zweite Highlight des Wochenausklangs auf der Tagesordnung. Ökonomen erwarten, dass die Zahl der außerhalb der Landwirtschaft Beschäftigten um 180.000 gegenüber dem Vormonat gestiegen sein wird. Damit hätte sich der Stellenaufbau nach einem Plus von 162.000 im März etwas beschleunigt. Allerdings gilt es, die Zahlen genau unter die Lupe zu nehmen. Denn noch stärker als im Vormonat dürften sie durch die befristeten Einstellungen für die Volkszählung in den Vereinigten Staaten verzerrt sein. „Wenn der amerikanische Arbeitsmarkt heute nicht mit einer unerwartet positiven Überraschung aufwartet, sehen wir keinen Anlass, die Bund-Stärke anzuzweifeln, wenngleich das panikartige Hoch des gestrigen Handels nicht überwunden werden sollte“, sagt Viola Stork von der Landesbank Hessen-Thüringen. Als Handelsspanne für den Freitag sieht sie 126,00 Prozent bis 127,99 Prozent.

          Devisen: Euro etwas fester nach Kursrutsch der Vortage

          Nach dem vierten Tag mit kräftigen Kursverlusten in Folge hat sich der Euro am Freitag etwas stabilisiert. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,2690 amerikanische Dollar. Ein Dollar war damit 0,7880 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,2727 (Mittwoch: 1,2924) Dollar festgesetzt. In der Spitze büßte der Euro allein in dieser Woche rund acht Cent an Wert ein. Am späten Donnerstagabend war der Euro nach einem historischen Kursrutsch an der New Yorker Börse auf gut 1,25 Dollar gesunken. So wenig war der Euro letztmalig vor 14 Monaten im März 2009 wert. Die genaue Ursache des zwischenzeitlichen Kursrutsches in den Vereinigten Staaten ist noch nicht geklärt. Vermutlich handelte es sich um einen technischen oder menschlichen Fehler. Verstärkend dürfte die ohnehin große Nervosität wegen der Griechenland-Krise gewirkt haben. Von diesen Entwicklungen dürfte selbst der sonst vielbeachtete amerikanische Arbeitsmarktbericht überlagert werden.

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