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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert wenig verändert

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Die Aschewolke aus Island und Betrugsvorwürfe gegen Goldman Sachs halten auch den deutschen Aktienmarkt weiter in Atem. „Wir schauen hauptsächlich in den Himmel“, kommentiert ein Händler die anhaltenden Flugausfälle.

          Der deutsche Aktienmarkt leidet am Montag zum Handelsstart unter negativen Vorgaben der Überseebörsen. Der Dax notiert nahezu unverändert bei 6179 Punkten. Der MDax sinkt um 0,4 Prozent auf 8360 Zähler und für den TecDax geht es um 0,3 Prozent abwärts auf 835 Punkte.

          Der Rücksetzer an den internationalen Märkten nach Vorwürfen gegen die Großbank Goldman Sachs vor dem Wochenende sollte nach Ansicht des Marktexperten Hans-Jürgen Haack von den Bernecker Börsenbriefen nicht überbewertet werden. Zwar könnte dies der Auftakt zu ein paar schwächeren Tagen sein, aber Goldman sei letztlich nur ein Wert unter vielen.

          Mit Blick auf den Luftfahrtsektor meinte er zudem: Die Auswirkungen der Aschewolke des isländischen Vulkans sind zwar für die europäischen Fluggesellschaften „heftig, aber wohl auch nicht nachhaltig.“ Kursverluste könnten seines Erachtens rasch wieder Käufer auf den Plan rufen. Lufthansa sind mit einem Minus von 4,1 Prozent auf 12,21 Euro Schlusslicht im Dax. Die Deutsche Flugsicherung beschloss am Morgen, die deutschen Flughäfen bis mindestens Montag 20.00 Uhr geschlossen zu halten. Die Aktie des Flughafenbetreibers Fraport büßt im MDax 1,5 Prozent auf 39,72 Euro ein. Im SDax reagieren die Titel der Air Berlin mit Abschlägen von 4 Prozent auf 4,051 Euro auf diese Nachricht.

          Ebenfalls sehr schwach mit einem Abschlag von 1,5 Prozent auf 55,15 Euro zeigen sich die Titel der Deutschen Bank, nachdem bei einem von ihr verwalteten Immobilienfonds Probleme bekannt wurden. Der „RREEF America REIT III“ war derart massiv im Wert gefallen, dass das Frankfurter Geldhaus einschreiten musste. Händlern zufolge ist das zwar unerfreulich, sei aber nach den in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Problemen bei Immobilienfonds der amerikanischen Banken Morgan Stanley und Goldman Sachs „keine große Überraschung“.

          Kursgewinne verbuchten hingegen die Anteilsscheine von Siemens und Aixtron nach am Morgen vorgelegten Zahlen von Philips Electronics. Während das Siemens-Papier im Dax als einer der Spitzenwerte um 1 Prozent auf 71,85 Euro zulegt, gewinnt das Aixtron-Papier im TecDax 1 Prozent auf 27,11 Euro. Ein Händler sagt: „Die Erstquartalszahlen von Philipps haben die Analystenschätzungen deutlich übertroffen. Für Aixtron könnten insbesondere die überraschend starken Resultate der Beleuchtungssparte Gutes verheißen.“

          Rentenmarkt tendiert fester

          Der deutsche Rentenmarkt hat am Montag fester eröffnet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 8 Basispunkte auf 123,73 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 1 Basispunkt auf 117,43 Prozent.

          Rückenwind geben den Anleihen weiter die Unsicherheit der Anleger nach den Betrugsvorwürfen gegen Goldman Sachs sowie die unverändert schwelende Krise um die Refinanzierung Griechenlands.

          Charttechnisch sehen die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen den nächsten Widerstand für die Bund-Futures im Bereich von 124,09 Prozent, Unterstützung machen sie auf dem Niveau von 123,25 Prozent aus.

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