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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert wenig verändert

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Nach den schwachen Vorgaben aus Amerika und Asien haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt zurückhaltend gezeigt. Laut Händlern mehren sich die Sorgen um eine Abschwächung der Weltwirtschaft, was sich auch in dem Kursrutsch an den Rohstoffmärkten am Donnerstag gezeigt habe.

          Wenig verändert präsentiert sich der deutsche Aktienmarkt am Freitagmorgen. Gegen 9.50 Uhr steigt der Dax um 0,1 Prozent oder 9 auf 7.386 Punkte. Charttechnisch ist der Leitindex auf Tagessicht bei 7.295 Punkten unterstützt, bei 7.459 Punkten liegt ein Widerstand. In der zweiten Reihe geht es für den MDax um 0,1 Prozent oder 7 auf 10.548 nach oben. Der TecDax stagniert auf dem Vortagsstand von 915 Punkten. „Vor den Arbeitsmarktzahlen in den Vereinigten Staaten wechseln die Akteure an die Seitenlinie“, sagt ein Händler. Volkswirte rechnen bei den um 14.30 Uhr MESZ anstehenden Daten mit einem Anstieg der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um 185.000 Stellen. Damit hätte sich der Jobaufbau verlangsamt, im März lag der Zuwachs bei 216.000 Stellen. ThyssenKrupp steigen um 6,6 Prozent auf 31,81 Euro und sind damit bislang Tagesgewinner. Der Stahlkocher will durch die Abgabe des Edelstahlsegments und großer Teile des Automobilzuliefergeschäfts Konzernteile mit einem Umsatz von 10 Milliarden Euro verkaufen. Angesichts hoher Überkapazitäten in Europa war das Edelstahlgeschäft lange Zeit ein Sorgenkind.

          BASF geben um 0,9 Prozent auf 65,41 Euro nach. Der Chemiekonzern hat zwar besser als erwartet ausgefallene Zahlen für das erste Quartal vorgelegt, allerdings nehmen Anleger nach der guten Wertentwicklung seit Anfang des Jahres Gewinne mit. Lutz Grüten, Analyst der Commerzbank, lobt, dass alle Sparten der Ludwigshafener seine Prognosen übertroffen hätten. Deutsche Telekom verlieren nach dem Bericht für das Auftaktvierteljahr 0,9 Prozent auf 11,07 Euro. „Etwas unter den Erwartungen“, sagt equinet-Analyst Adrian Pehl. Dafür sei in erster Linie die Entwicklung in den Vereinigten Staaten verantwortlich gewesen. So habe T-Mobile dort angesichts eines erhöhten Wettbewerbsdrucks durch Verizon 471.000 Vertragskunden verloren. Der Markt habe hingegen lediglich mit einem Minus von 169.000 gerechnet. Klöckner & Co profitieren von einem Zukauf und verteuern sich um 2,4 Prozent auf 24,59 Euro. Der Stahlhandelskonzern kauft 70 Prozent der Frefer-Gruppe, des drittgrößten Stahlhändlers in Brasilien, mit 150 Millionen Euro Umsatz. „Das zeigt einfach, dass sie ihre Akquisitionsstrategie mit Fokus auf die stark wachsenden Schwellenländer konsequent umsetzen“, sagt ein Händler.

          Deutsche Anleihen weiter im Aufwind zum Handelsstart

          Die deutschen Staatsanleihen haben am Freitag zum Handelsstart nach den kräftigen Kursgewinnen vom Vortag weiter zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,08 Prozent auf 123,17 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,218 Prozent. Hauptereignis ist Experten zufolge die Veröffentlichung des amerikanische Arbeitsmarktberichts für April am Nachmittag. Allerdings dürfte der überteuerte Bund-Future nur dann weitere Kursgewinne zeigen, wenn sich neben einer leichten Enttäuschung die Baisse an den Rohstoffmärkten fortsetze, hieß es in einem Kommentar der HSH Nordbank. Die Industrieproduktionszahlen aus Deutschland, die eine Abschwächung des Wachstums signalisieren dürften, hätten vermutlich nur einen geringen Effekt. Die Experten rechnen mit einem Handel des Future zwischen 122,80 und 123,70 Punkten.

          Euro nach kräftigen Vortagesverlusten leicht erholt

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