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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert schwächer

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Nach der starken Korrektur zum Wochenbeginn haben die Kurse am deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag im frühen Handel nachgegeben. Belastet werden die Notierungen weiterhin von der eskalierenden Lage in Libyen. Der Ölpreis ist über Nacht auf einen mehrjährigen Höchststand gestiegen.

          Die Lage in Libyen lastet weiter auf dem deutschen Aktienmarkt. Der Dax fällt gegen 9.27 Uhr um 0,6 Prozent oder 46 auf 7.275 Punkte. Damit setzen sich die Kursverluste weiter fort, nachdem es auch an den asiatischen Aktienmärkten kräftig nach unten gegangen war. Der Ölpreis war im elektronischen Handel in der Nacht von 90 auf rund 94 Dollar gesprungen. Auch die S&P-500-Futures notieren am Dienstagmorgen leicht im Minus. Am Vortag waren die amerikanische Börsen wegen eines Feiertags geschlossen. „Die spannende Frage wird am Nachmittag sein, wie hoch die Amerikaner das Thema Libyen hängen werden“, sagt ein Broker. Der Aufstand in Tunesien etwa sei an Wall Street nahezu ignoriert worden, was seinerzeit die europäischen Kurse aus dem Minus gehievt habe. Die Agenda der Konjunktur-Daten ist am Dienstag eher spärlich bestückt. Hier stehen in den Vereinigten Staaten der Case-Shiller-Hauspreisindex für Dezember und das vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte amerikanische Verbrauchervertrauen an. Volkswirte rechnen mit einem Anstieg auf 66,0 von 65,6 Punkten.

          Nach Handelsschluss in Europa wird noch Hewlett-Packard über das abgelaufenen Vierteljahr berichten. Technische Analysten sehen den Dax bei rund 7.270 Punkten gut unterstützt. Weiter unter Druck stehen Bank- und Chemie-Werte. Deutsche Bank verlieren 1,6 Prozent, BASF 1,4 Prozent. „Das Bild hat sich seit gestern nicht wesentlich gewandelt“, so ein Marktbeobachter. Bei BASF halten die Analysten der BHF-Bank die Kursverluste jedoch für übertrieben. Selbst ein einmonatiger Produktionsstop würde den Nettogewinn des Chemie-Konzerns nur marginal belasten. Auch andere Konjunkturzykliker leiden darunter. So geben Infineon 2,5 Prozent ab, Commerzbank 2,2 Prozent und ThyssenKrupp um 1,1 Prozent. Infineon können damit nicht vom erhöhten Kursziel durch Goldman Sachs profitieren. Die Analysten haben das Ziel auf 12 nach 11 Euro erhöht. Lufthansa brechen sogar um 3,7 Prozent ein auf 14,73 Euro. Angesichts des rapiden Kurssprung im Ölpreises standen in Südkorea vor allem die Aktien der Fluggesellschaften unter Abgabedruck. Korean Airlines stürzten um 10 Prozent ab. MAN legen gegen den Markt um 1,6 Prozent zu auf 87,76 Euro. Wie erwartet belastet eine mögliche Rückzahlung von MAN an Ferrostaal die Aktie nicht. Ferrostaal fordert vom ehemaligen Mutterkonzern 103 Millionen Euro. Nach der Ankündigung von MAN, die Hauptversammlung und die Veröffentlichung der Geschäftszahlen zu verschieben, setzt der Markt nun auf ein anstehende Fusion mit Scania.

          Auch im MDax verlieren überwiegend die Konjunkturzykliker. Heideldruck fallen um 3,4 Prozent, SGL Carbon um 3,3 Prozent und Gildemeister um 3,3 Prozent. Positiv werden die Zahlen der Aareal Bank gesehen. Der Vorsteuer-Gewinn stieg 2010 um mehr als 50 Prozent. Die Aktie stemmt sich mit 0,9 Prozent Minus auf 22,80 Euro danach etwas gegen den Markt. Kabel Deutschland fallen indes um 3,1 Prozent auf 38,05 Euro. Mit Ausnahme eines höher als erwartet ausgefallenen Nettoverlustes in den ersten neun Monaten decken sich die Zahlen von Kabel Deutschland mit den Erwartungen. Q-Cells können nicht von guten Zahlen profitieren und fallen 3,8 Prozent auf 3,18 Euro. „Beim Ebit hat das Unternehmen die Markterwartungen um gut 15 Prozent und die eigene Guidance um knapp 11 Prozent übertroffen“, sagt ein Händler. Der Ausblick auf das laufende Jahr sei wie erwartet unkonkret geblieben.

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