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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert schwächer

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Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Nordafrika und im Nahen Osten hat am Mittwoch die Kurse an den europäischen Aktienmärkten ins Minus gedrückt. Dazu trug laut Händlern auch die Fortsetzung der Talfahrt an der saudi-arabischen Börse in Riad bei, wo der Leitindex zeitweise vier Prozent verlor.

          Der deutsche Aktienmarkt verzeichnet am Mittwoch Verluste. Laut Händlern belasteten vor allem die abermals anziehenden Ölpreise, die auch für sehr schwache Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und Asien gesorgt hätten. Der Dax rutscht um 1 Prozent auf 7154 Punkte ab. Der MDax der mittelgroßen Werte liegt 1,6 Prozent im Minus bei 10.143 Punkten und auch der TecDax verliert 1,4 Prozent auf 888 Punkte.

          Die Wall Street hatte belastet durch den Ölpreis auf ihrem Tagestief geschlossen. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones verlor 1,3 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vortag und in Tokio rutschte der Nikkei-225 am Morgen um kräftige 2,4 Prozent ab. Am Nachmittag kommen noch amerikanischen Daten wie der ADP-Arbeitsmarktbericht und der wöchentliche Ölbericht. Anleger beobachten aber vor allem die politische Lage in Nordafrika und im Nahen Osten und die damit zusammenhängende aktuelle Entwicklung der Rohstoffpreise, hieß es am Markt.

          Zahlen gab es am Mittwochmorgen bereits von Adidas. Der Sportartikelhersteller hat im WM-Jahr 2010 wie erwartet einen Umsatzrekord eingefahren und sein Ergebnis mehr als verdoppelt, worauf die Papiere an der Dax-Spitze mit 2 Prozent auf 47,45 Euro im Plus liegen. Börsianer heben die deutlich über den Erwartungen liegende Dividende und den Umsatz positiv hervor.

          Unter den schwächeren Werten im Dax bauen die Papiere von Merck KGaA anfängliche Verluste wieder etwas ab und notieren zuletzt noch 0,7 Prozent tiefer bei 64,53 Euro. Der Chemie- und Pharmakonzern musste in den Vereinigten Staaten bei der Zulassung seines Hoffnungsträgers Cladribin einen herben Rückschlag einstecken. Nach dem Aus in Europa hat auch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA mitgeteilt, dass über den Zulassungsantrag in seiner jetzigen Form nicht positiv entschieden werden kann. Weitere Angaben über die Risiken und den Nutzen des Multiple-Sklerose-Medikaments wurden angefordert.

          Auch die Verlagsgruppe Axel Springer präsentierte ihre Jahresbilanz, die Papiere rutschen daraufhin am MDax-Ende um 4,5 Prozent auf 114,55 Euro ab. Der Medienkonzern hat im vergangenen Jahr dank eines Booms im digitalen Geschäft und eines erfolgreichen Auslandsgeschäfts operativ so viel verdient wie noch nie und will im laufenden Jahr noch weiter zulegen. Laut einer ersten Einschätzung sind die Zahlen allerdings gemischt ausgefallen. Insbesondere der bereinigte Nettogewinn sei noch etwas höher erwartet worden.

          Behauptete Tendenz am Rentenmarkt erwartet

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 31 Basispunkte auf 124,37 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 12 Basispunkte auf 117,21 Prozent.
          Noch liege der Bund-Future in einer Trading-Range zwischen 123,70 Prozent und 124,60 Prozent, heißt es bei Candelstick.de. Ein Angriff des oberen Rands werde aber wahrscheinlicher, heißt es in der Analyse.

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