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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert schwach

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Belastet von schwachen Vorgaben der Übersee-Börsen ist der Dax am Montag schwach in den Handel gestartet. Händler verwiesen auf die Kursverluste in den Vereinigten Staaten und den asiatischen Börsen als wichtigsten Belastungsfaktor. „Ein dunkler Schatten liegt über den Aktienmärkten weltweit“, heißt es.

          Erneut abwärts geht es am Montagmorgen am deutschen Aktienmarkt. Von „furchtbaren Vorgaben der amerikanische Märkte“ am Freitag spricht ein Händler. An Wall Street sind die Kurse am Freitag im späten Handel weiter gefallen, woraufhin auch die Börsen in Asien in die Knie gegangen sind. Der Nikkei erlebte mit einem Abschlag von 3,8 Prozent den schlechtesten Tag des Jahres. Der Dax büßt gegen 9.43 Uhr MESZ 1,4 Prozent oder 80 Punkte auf 5.859 ein. Aus technischer Sicht ist der Dax laut einem Händler nun an der Durchschnittslinie der vergangenen 200 Handelstage bei 5.808 Punkten unterstützt. Ein Widerstand liege beim seit Februar gültigen Aufwärtstrend bei etwa 6.050 Punkten.

          Banken zählen zu den größten Kursverlierern. Commerzbank büßen 2,5 Prozent auf 5,41 Euro ein und Deutsche Bank 2,2 Prozent auf 46 Euro. Postbank verlieren 1,6 Prozent. Hier dürften erneut die Sorgen um Wertberichtigungen in Folge der Schuldenkrise in der Eurozone belasten. Der Euro ist am frühen Morgen zum Dollar auf ein neues Tief von 1,1875 Dollar abgerutscht, hat sich jedoch davon wieder etwas erholt. Nach dem enttäuschenden Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten am Freitag stehen konjunkturabhängige Titel auf den Verkaufslisten. So geben beispielsweise Daimler um 1,2 Prozent und MAN um 1,4 Prozent nach. Siemens fallen um 1,8 Prozent zurück, Salzgitter verbilligen sich um 2 Prozent und ThyssenKrupp um 3,1 Prozent. Im MDax fallen Klöckner & Co um 3,5 Prozent zurück, im TecDax büßen Aixtron 4,7 Prozent ein und Singulus 5,4 Prozent.

          Adidas sind mit einem Plus von 1 Prozent auf 41,28 Euro neben der Bayer-Aktie derzeit einziger Kursgewinner im Dax. Die Deutsche Bank hat die Aktie des Sportartikelherstellers auf „Kaufen“ von „Halten“ erhöht. Merck KGaA halten sich mit einem Abschlag von 0,8 Prozent auf 59,33 Euro vergleichsweise stabil. Das Unternehmen hat am Wochenende von positiven Ergebnissen bei der Entwicklung und Anwendung eines Medikaments gegen Hirntumore berichtet. Nachrichten gibt es von der Lufthansa. Die Fluggesellschaft erwägt die Frachtpreise zu erhöhen und hat die Ergebnisprognosen für das laufende Jahr bekräftigt. Ob sie eine Klage wegen der Auswirkungen der Aschewolken einreicht, ist noch nicht entschieden. „Unsere Juristen prüfen die Klagemöglichkeiten noch“, sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber während einer Tagung in Berlin. Lufthansa verlieren 1 Prozent auf 10,69 Euro.

          Die Papiere des Chemie-Logistikunternehmens Brenntag geben um 0,2 Prozent auf 51,20 Euro nach. Die Aktie rückt in den Nebenwerte-Index MDax auf. „Mit der Aufnahme war nicht unbedingt zu rechnen“, sagt ein Händler. Brenntag ersetzen per 18. Juni die Papiere von MLP. MLP tendieren gut behauptet. Mit den Erwartungen decke sich die Aufnahme von HeidelCement in den Dax, für die Salzgitter den Leitindex verlassen. In den MDax wechseln zudem Kabel Deutschland, für die Pfleiderer weichen müssen. Kabel Deutschland geben leicht nach, Pfleiderer verlieren 2,1 Prozent auf 3,93 Euro.

          Rentenmarkt im Banne der Börse und deflationärer Effekte

          Die Renditen an den Rentenmärkten sind nach den Kursgewinnen der Papiere inzwischen sehr tief. Gerade auch in Zusammenhang mit den andauernden Diskussionen über inflationäre Gefahren scheinen sie viel zu tief zu sein. Tatsächlich jedoch wird die Situation in der Wirtschaft und auch an den Märkten eher von deflationären als von inflationären Impulsen geprägt. Sollten sie sich halten oder gar verstärken, könnten die Renditen noch weiter fallen. Des Beispiel Japan zeigt, was alles möglich ist.

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