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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert leichter

  • Aktualisiert am

Nach den Kursgewinnen vom Vortag haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag leichter eröffnet. Dabei zählt die Aktie der Commerzbank abermals zu den größten Verlierern im Dax.

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          Nach der kräftigen Erholung vom Vortag ist der Dax am Donnerstag wieder leichter gestartet. Der Leitindex gibt 0,3 Prozent auf 7159 Punkte ab. Für den MDax der mittelgroßen Werte geht es um 0,2 Prozent auf 10.327 Punkte nach unten, ebenso für den TecDax bei 919 Punkten.

          Die Wall Street hatte am Vortag zwar kaum verändert geschlossen, der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones sank jedoch um 0,3 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vorabend. In Asien entwickelten sich die Märkte am Morgen uneinheitlich. Nach Ansicht eines Börsianers scheinen die Börsen derzeit nicht genug Gründe für weitere Kursgewinne zu finden.

          Commerzbank-Aktien bleiben nach dem kräftigen Kursrutsch vom Vortag um knapp 5 Prozent weiter unter Druck. Trotz eines erfolgreicherer als von manchen Marktteilnehmern erwartet durchgeführten ersten Schritt ihrer Kapitalerhöhung sinkt der Kurs um weitere 2 Prozent auf 4,597 Euro. Mit der Pflichtumtauschanleihe (Comen), die am Vorabend zu 4,25 Euro platziert wurde, sammelte das Institut am Markt 4,3 Milliarden Euro ein. Das ist mehr als ursprünglich geplant. Inklusive der Umwandlung Stiller Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin erreichte die Commerzbank damit bereits mehr als die Hälfte des Zielvolumens der Kapitalerhöhung von insgesamt 11 Milliarden Euro.

          Der ebenfalls mit Steuergeldern unterstützte Immobilienfinanzierer Aareal Bank will 269 Millionen Euro einsammeln. Der Erlös wird von den Banken, die das Institut bei der Kapitalerhöhung begleiten, garantiert. Mit dem Geld will die Bank ihr Wachstum finanzieren und einen weiteren Teil der Staatshilfen zurückzahlen. Erwogen werde, die Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin um rund 75 Millionen Euro abzubauen. Ein Börsianer wertete die Ankündigung in einer ersten Reaktion als Belastungsfaktor. Der Aktienkurs rutscht um 6,8 Prozent auf 22,65 Euro an das MDax-Ende.

          Der Kurs der Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) steigt um 0,3 Prozent auf 111,95 Euro. Der japanische Nutzfahrzeughersteller Isuzu will allerdings von einer angeblichen Übernahme durch den deutschen VW-Konzern nichts wissen. Einen entsprechenden Bericht des „Manager Magazins“ wies das japanische Unternehmen zurück. Nach Einschätzung von Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz würde Isuzu durchaus zu VW passen, der Konzern werde sich aber wohl auf die Integration von Scania/MAN und Porsche konzentrieren.

          Auch Analystenstudien zeigten ihre Wirkung: So sinkt der Kurs von Wacker Chemie nach einer negativen Studie von Nomura um 2,7 Prozent auf 157,85 Euro. Analyst Jean De Watteville senkte seine Einstufung für die Chemietitel im Rahmen einer Branchenstudie von „Buy“ auf „Reduce“, beließ das Kursziel allerdings auf 175 Euro. Wacker-Aktien hätten sich zuletzt im Sektorvergleich am besten entwickelt und nur noch 5 Prozent Potential, so seine Begründung.

          Eine Kaufempfehlung der UBS gibt indes dem Kurs von Hugo Boss Auftrieb - er steigt um 1,4 Prozent auf 61,350 Euro. UBS-Analystin Valentina Romitelli hatte zuvor die Bewertung der Aktie mit einem „Buy“-Votum und Kursziel 68,00 Euro aufgenommen. Die Marke habe deutliches Potenzial und das Gewinnwachstum sollte weiter solide bleiben. Die Margen dürften sich ebenfalls weiter verbessern.

          Rentenmarkt tendiert gut behauptet

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Donnerstag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 28 Basispunkte auf 120,75 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 18 Basispunkte auf 114,38 Prozent.

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