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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert leichter

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Die Unsicherheit über die Finanzstabilität mehrerer Euro-Länder lässt die Anleger am Freitag mit Vorsicht agieren. „Alles wartet darauf, was mit Portugal passiert“, sagt ein Händler.

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          Belastet von anhaltenden Sorgen um die Eurozone tendiert der Dax am Freitag leichter. Der deutsche Leitindex sinkt um 0,35 Prozent auf 6856 Punkte. Der MDax fällt um 0,4 Prozent auf 9448 Punkte und für den TecDax geht es um 0,4 Prozent auf 787 Punkte nach unten.

          Ein Händler sieht die anhaltende Unsicherheit in der Eurozone als wichtigsten Belastungsfaktor, der sich auch im schwachen Euro auf Zweimonatstief widerspiegele. Presseberichten zufolge könnte nach Irland nun auch Portugal unter den Rettungsschirm gedrängt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) und eine Mehrheit der Euro-Länder wolle, dass auch die portugiesische Regierung einen Antrag auf Finanzhilfe stellt, schrieb die „Financial Times Deutschland“. Neben diesem Land steht an den Märkten Spanien besonders im Blickpunkt der Anleger.

          Die Vorgaben aus den Vereinigten Staaten sind derweil negativ: Die amerikanischen Börsen waren am Vortag feiertagsbedingt geschlossen geblieben und vor dem Wochenende steht nur ein verkürzter Handelstag an. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones verlor 0,5 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vortag. Auf der Agenda stehen Händlern zufolge keine bedeutenden Termine und die Börsen dürften nach den deutlichen Anstiegen am Mittwoch und Donnerstag etwas zurückfedern.

          Schlusslicht im Dax sind die Papiere von BMW, deren Kurs um 1,3 Prozent auf 59,14 Euro fällt. Händler begründen dies mit deutlichen Kursverlusten bei den Aktien des chinesischen Handelspartners Brilliance China Automotive.

          Merck KGaA steigen derweil an der Dax-Spitze um 0,5 Prozent auf 61,36 Euro. Der Pharma- und Chemiekonzern muss zwar auf dem weltweit größten Pharmamarkt der Vereinigten Staaten weiter auf die Zulassung seines Hoffnungsträgers Cladribin warten. Die amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA verlängerte die Prüfzeit für die Tablette als Therapie zur Behandlung von Multipler Sklerose um drei Monate bis zum 28. Februar 2011. Equinet-Analyst Martin Possienkeaber bewertet die Merck-Aktien dennoch weiterhin mit „Accumulate“ und einem Kursziel von 75,00 Euro. Selbst nach der aktuellen Nachricht aus den Vereinigten Staaten sei immer noch eine positive Überraschung bezüglich der Zulassung von Cladribin in den Vereinigten Staaten möglich.

          Rentenmärkte tendieren gut behauptet

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Freitag gut behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 10 Basispunkte auf 127,39 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 12 Basispunkte auf 119,54 Prozent.

          Bestimmendes Thema am Anleihemarkt dürfte nach Ansicht der Analysten der HSH Nordbank auch am Freitag die Stabilitätsprobleme der Eurozone sein. So gebe es Spekulationen, dass der Euro-Rettungsfonds nicht ausreichen könnte, sollten Portugal und auch Spanien daraus gestützt werden müssen.

          Die Agenda der Konjunkturdaten ist am Berichtstag dünn bestückt. Nach dem Thanksgiving-Feiertag am Donnerstag nutzen viele Amerikaner den „Black Friday“ als Brückentag, der für den Einzelhandel als Auftakt des Weihnachtsgeschäfts gilt. Der Name „Black Friday“ komme daher, dass die Einzelhändler an dem Tag schwarze Zahlen schreiben, so eine gängige Theorie.

          Den Analysten der WestLB zufolge ist der Bund-Future nach Unterschreiten der Marke von 127,50 Prozent nun bei 127,13 Prozent unterstützt. Einen Widerstand machen sie bei 127,75 Prozent aus.

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