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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert leichter

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Die Aussicht auf eine weiter schwache Konjunktur in den Vereinigten Staaten nehmen Anleger am Donnerstagmorgen zum Anlass Aktien zu verkaufen. Die amerikanische Notenbank hatte am Vorabend die Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr gesenkt.

          Die Aussicht auf eine weiter schwache Konjunktur in den Vereinigten Staaten nehmen Anleger am Donnerstagmorgen zum Anlass Aktien zu verkaufen. Der Dax gibt gegen 9.47 Uhr um 0,7 Prozent oder 51 Punkte auf 7.227 nach, stark belastet von einem Kursrutsch bei der schwer gewichteten Bayer-Aktie. Die amerikanische Notenbank hatte am Vorabend die Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr gesenkt. Angesichts gleichzeitig steigender Inflationserwartung sprechen Händler am Morgen vom „Schreckgespenst Stagflation“. Technisch ist der Leitindex auf Tagessicht bei 7.200 Punkten unterstützt. Bei 7.355 Punkten liegt ein Widerstand.

          Bayer büßen 5 Prozent auf 54,97 Euro ein. Händler führen die Kursverluste darauf zurück, dass die beiden Pharmakonzerne Bristol-Myers Squibb und Pfizer einen Erfolg bei der Entwicklung eines Blutverdünners erzielt haben. In diesem als hochlukrativ geltenden Marktsegment ist auch Bayer zusammen mit Johnson & Johnson aktiv. Angesichts der düsteren Konjunkturaussichten in den Vereinigten Staaten neigen vor allem die von der Konjunktur abhängigen Aktien wie HeidelbergCement (-0,7 Prozent), Lufthansa (-0,6 Prozent), SAP (-1 Prozent) und ThyssenKrupp (-1,1 Prozent) zur Schwäche. Auch Banken und die Versorger Eon und RWE geben überdurchschnittlich nach. Nach hohen Kursgewinnen in den vergangenen beiden Tagen legen Merck KGaA um weitere 2 Prozent auf 74,02 Euro zu. Laut einem Händler hat das amerikanische Investmenthaus Bernstein die Aktie hoch gestuft.

          ei den Nebenwerten fallen Brenntag mit einem Kursabschlag von 3,5 Prozent auf 76,28 Euro ins Auge. UBS hat die Aktie mit „Neutral“ und einem Kursziel von 83 Euro empfohlen. In der Studie werden die „Aufwärtsrisiken“ als im Kurs eingepreist genannt. Roth & Rau verlieren 4,9 Prozent auf 20,30 Euro. Um Mitternacht ist das Übernahme-Angebot des schweizerischen Solarunternehmens Meyerburger für die Aktien von Roth & Rau ausgelaufen.

          Bunds kaum verändert - Kurse der Griechen-, Portugalbonds fallen

          Die deutschen Bundesanleihen waren am Donnerstagmorgen kaum verändert. In Brüssel beginnt heute das zweitägige Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs. Sie wollen über die griechische Schuldenkrise beraten und suchen nach Lösungen, um einen Zahlungsausfall zu verhindern. Dabei geht es auch um ein weiteres Kreditpaket für Griechenland. Jean-Claude Trichet, der Präsident der Europäischen Zentralbank, hatte am späten Mittwoch in Frankfurt gesagt, die Warnlampen für die Finanzstabilität in der Euroregion leuchteten rot, da die Krise die Banken zu infizieren drohe. Die Verbindung zwischen Schuldenproblemen und Banken sei die ernsthafteste Bedrohung für die Finanzstabilität in der Europäischen Union, sagte Trichet. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen lag bei 2,93 Prozent. Der Terminkontrakt Bund- Future stieg um fünf Basispunkte auf 126,25 Prozent. Bei griechischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren kletterte die Rendite um 4 Basispunkte auf 16,85 Prozent. Bei den 2-jährigen griechischen Papieren stieg die Rendite um einen Basispunkt auf 27,89 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen Portugal-Anleihen legte zehn Basispunkte zu auf 11,24 Prozent. Irische 10-jährige Staatspapiere rentierten wenig verändert bei 11,71 Prozent, nachdem die Rendite am Mittwoch um 31 Basispunkte gestiegen war. Bei den amerikanische Staatsanleihen stiegen die Kurse. Die Rendite der 10-jährigen Treasuries fiel um drei Basispunkte auf 2,96 Prozent. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve teilte am Mittwoch mit, sie rechne mit einem Rückgang der Inflation. Das Bondankaufprogramm im Volumen von 600 Milliarden Dollar läuft Ende Juni aus. Es hatte die Rohstoffpreise, darunter Öl und Gold, auf Rekordwerte getrieben. „Die Inflationserwartungen sinken und das wird zu Abwärtsdruck auf die Renditen führen“, sagte Yoshiyuki Suzuki, Leiter Festverzinsliche bei Fukoku Mutual Life Insurance Co. in Tokio. Die Rohstoffpreise hätten mit dem Ende von QE2 ihren Höhepunkt erreicht, fügte er an.

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