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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert knapp gehalten

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Schwache Vorgaben haben den Dax am Donnerstag leicht ins Minus gedrückt. Die amerikanische Notenbank hat die Wachstumsprognose gesenkt. Das Risiko für die wirtschaftliche Erholung habe zugenommen, erklärte sie weiter. In China nimmt die Dynamik ab.

          Schwache Vorgaben haben den Dax am Donnerstag ins Minus gedrückt. Nach sieben Gewinntagen in Folge sank der deutsche Leitindex um 0,29 Prozent auf 6191 Punkte. Der MDax fiel um 0,48 Prozent auf 8334 Punkte zurück und der TecDax büßte 0,44 Prozent auf 790 Punkte ein. Am Nachmittag dürften die Anleger besonders interessiert auf eine Reihe von amerikanische Daten schauen, nachdem sich die amerikanische Notenbank am Vorabend etwas weniger optimistisch für das laufende Jahr geäußert hatte als bisher.

          Die Pharmawerte stemmten sich auch dank guter Zahlen des Schweizer Konkurrenten Novartis gegen den negativen Trend. Für Merck KGaA ging es um 0,33 Prozent auf 64,11 Euro nach oben, Bayer verloren lediglich 0,13 Prozent auf 47,125 Euro.

          Dagegen sorgten im Stahlsektor die aktuellen Konjunktursorgen für Abschläge. So gaben ThyssenKrupp um 1,13 Prozent auf 21,93 Euro nach. Aktien von Conergy profitierten mit einem Kurssprung von 7,52 Prozent auf 0,801 Euro von Übernahmefantasien. Die Aktien des Börsenkandidaten Ströer starteten bei ihrer Erstnotiz erfolgreich mit einem Kurs von 20,60 Euro in den Handel - um 3,00 Prozent über dem Ausgabepreis von 20,00 Euro.

          Deutsche Anleihen verbuchen Kursgewinne zur Eröffnung

          Der deutsche Rentenmarkt ist am Donnerstag mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future legte im frühen Handel um 0,14 Prozent auf 128,90 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,661 Prozent. Die heutigen amerikanische Konjunkturdaten könnten die Sorgen um ein erneutes Abgleiten der amerikanische Wirtschaft in eine Rezession weiter anheizen, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Staatsanleihen blieben also „gut unterstützt“. Auch die amerikanische Notenbank habe laut dem am Vorabend veröffentlichten Protokoll die Konjunkturrisiken für die amerikanische Wirtschaft höher eingeschätzt. Angesichts gestiegener Konjunktursorgen stehe die Fed bereit, zusätzliche Schritte zu unternehmen, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen, wenn sich die Situation deutlich verschlechtere. Damit seien amerikanische Leitzinsanhebungen erst einmal in weite Ferne gerückt.

          Euro hält sich über 1,27 Dollar

          Zum Dollar kaum verändert, allerdings wieder unter der charttechnisch wichtigen Marke von 1,2750 Dollar ist der Euro in den Donnerstag gestartet. Zu Beginn des europäisch geprägten Devisenhandels notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,2741 Dollar nach einem Tageshoch in der Nacht von 1,2766 Dollar. Trotz des leichten Wechselkursrückgangs halten Marktteilnehmer das Umfeld nunmehr allerdings unverändert für wieder Euro-freundlich. „Die Anzeichen für eine neuerliche Schwächephase der amerikanische Wirtschaft nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme sind unübersehbar“, sagt ein Währungshändler. Dies dränge die Verschuldungsproblematik im gemeinsamen Währungsgebiet wieder in den Hintergrund. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass die amerikanischen Einzelhandelsumsätze den zweiten Monat in Folge gesunken sind, noch dazu fiel der Rückgang etwas stärker als erwartet aus. Die größte Volkswirtschaft der Welt ist aber in hohem Maß vom Privaten Verbrauch abhängig. Noch dazu hat das Protokoll der jüngsten geldpolitischen Beratungen der amerikanischen Notenbank gezeigt, dass die Währungshüter um Chairman Ben Bernanke eine „relativ moderate“ Verschlechterung des Wirtschaftsausblicks festgestellt haben, bei einer weiteren Eintrübung würden zusätzliche Konjunkturhilfen erwogen. Daher dürfte den für den Donnerstag avisierten amerikanische Konjunkturdaten besondere Bedeutung zukommen. Auf dem prall gefüllten Programm stehen Industrieproduktion und Erzeugerpreise für Juni, sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Darüber hinaus werden mit dem Empire-State- und dem Philly-Fed-Index die beiden ersten regionalen Frühindikatoren für das Verarbeitende Gewerbe im Juli erwartet. Die Feinunze Gold kostet am Donnerstagmorgen 1.211,25 Dollar, am Mittwoch wurde sie zum Londoner Nachmittag-Fixing mit 1.207 Dollar festgestellt.

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