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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert knapp gehalten

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Aufgrund gemischten Vorgaben zeigt sich der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag im frühen Handel knapp gehalten. Die Zweifel mehrten sich, ob der Aufwärtstrend die Aktienmärkte noch deutlich höher tragen könnte, heißt es nun bei etwas abnehmendem Optimismus.

          Wenig inspirierende Vorgaben von Wall Street und von den asiatischen Börsen sorgen am Donnerstag am deutschen Aktienmarkt für einen behaupteten Start. Für gedämpfte Stimmung unter den Börsianern sorgt der weiter zum Dollar zurück gefallende Euro. Angesichts der gegenwärtig engen Verzahnung von Aktien- und Devisenmärkten spricht eine nachgebende Gemeinschaftswährung für einen sinkenden Risikoappetit der Anleger. Gegen 9.40 Uhr verliert der Dax 0,1 Prozent oder 3 Punkte auf 5.785. Aus technischer Perspektive trifft er im Bereich des Jahreshochs von 5.889 Punkten auf Widerstand. Unterstützt ist er auf dem Niveau von 5.750.

          In der zweiten Reihe geht es für den MDax um 0,1 Prozent oder 4 Punkte auf 7.386 nach oben. Der TecDax verliert hingegen 0,1 Prozent oder einen Punkt auf 782. Für neue Impulse dürfte im Tagesverlauf ein Bündel an amerikanischen Konjunkturdaten sorgen. Auf der Agenda stehen der Philly-Fed-Index für November, der Index der Frühindikatoren für Oktober sowie die wöchentliche Entwicklung der Erstanträge auf Leistungen aus Arbeitslosenversicherung. Angesichts der nach der Rally der vergangenen Monate anstehenden Richtungsentscheidung an den deutschen Aktienmärkten sind die als defensiv geltenden Titel besonders gefragt. So steigen die Papiere der Deutsche Post um 0,9 Prozent auf 12,88 Euro. Freseniusaktien verteuern sich um 0,8 Prozent auf 45,91 Euro. Unterdurchschnittlich entwickeln sich hingegen die meisten zyklischen Aktien. VW-Papiere geben 0,8 Prozent auf 96,05 Euro nach, für Siemensaktien geht es um 0,8 Prozent auf 65,99 Euro nach unten. Aktien von Salzgitter verbilligen sich um 0,6 Prozent auf 64,24 Euro.

          Gegen den Trend unter den konjunktursensitiven Papieren legen Infineon um 1,6 Prozent auf 3,52 Euro zu. Der Halbleiterhersteller hat im letzten Quartal des Geschäftsjahrs 2008/09 bei gestiegenem Umsatz wieder profitabel gewirtschaftet. Für das neue Geschäftsjahr rechnet Infineon mit einem zweistelligen Umsatzwachstum und einem positiven Segmentergebnis. Infineon habe ein „schreckliches“ Jahr gut zu Ende gebracht, kommentieren die Analysten der Commerzbank. Lufthansa leiden unter schwachen Zahlen des Wettbewerbers Air France-KLM. Die Fluggesellschaft hat im zweiten Quartal mehr Verlust und weniger Umsatz gemacht als erwartet. „Das ist ein Branchenproblem“, so ein Händler. Lufthansaaktien fallen um 0,5 Prozent auf 11,05 Euro zurück.

          Im TecDax geben Aktien von United Internet um 0,6 Prozent auf 9,41 Euro nach. Wider erwarten ist das Unternehmen nicht als Käufer für das als vergleichsweise margenstark geltende Webhosting-Geschäft „Strato“ von Freenet zum Zuge gekommen. Vielmehr geht Strato für 275 Millionen Euro an die Deutsche Telekom. Für Rationalpapiere geht es um 1,6 Prozent auf 113,75 Euro nach oben. Die Analysten von Goldman Sachs haben die Aktien des Großküchenausrüsters auf „Kaufen“ von „Neutral“ erhöht und das Kursziel auf 140 Euro von 115 Euro. Lanxess rücken nach einem auf 30 Euro von 28 Euro angehobenen Kursziel durch Morgan Stanley um 2,5 Prozent auf 24,62 Euro vor.

          Deutsche Anleihen: Kaum verändert zu Handelsbeginn

          Die deutschen Staatsanleihen sind am Donnerstag kaum verändert in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen nur geringfügig um 0,01 Prozent auf 122,25 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,24 Prozent. Experten rechnen am Donnerstag mit einer etwas schwächeren Tendenz am Rentenmarkt. Von neuen amerikanische Konjunkturdaten dürften zwar keine entscheidenden Impulse ausgehen, heißt es bei der HSH Nordbank. „Sollten von den Notenbank-Rednern Trichet (EZB) und Fisher (Fed) warnende Stimmen bezüglich der Gefahr von Asset-Preis-Blasen kommen, könnten die Anleihen unter Druck geraten.“ Den Bund-Future sieht die Landesbank in einer Spanne von 121,70 bis 122,70 Punkten.

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