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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert knapp gehalten

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag etwas leichter in die neue Handelswoche gestartet. Die Frage, ob Irland eine Finanzspritze braucht und wenn ja, wie hoch diese sein müsste, weiterhin für Volatilität am Markt sorgen, heißt es.

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          Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag etwas leichter in die neue Handelswoche gestartet. Analyst Chris Weston von IG Markets verwies als Belastungsfaktor auf die insgesamt eher verhaltene Entwicklung an den Übersee-Börsen. Für den Dax ging es in den ersten Minuten um 0,52 Prozent auf 6.699,91 Punkte nach unten. Der MDax verlor 0,49 Prozent auf 9.303,90 Punkte und der TecDax büßte 0,30 Prozent auf 780,61 Punkte ein.

          Die wichtigsten amerikanischen Indizes hatten sich am Freitag mit Kursverlusten in das Wochenende verabschiedet und auch der Future auf den Dow Jones verlor seit dem Xetra-Schluss am Freitag 0,26 Prozent. In Asien zeigten sich die Märkte uneinheitlich: Fallenden Kursen in Hongkong standen steigende Kurse in Tokio gegenüber, die vom schwachen Yen getragen wurden. Laut Weston dürften Themen wie etwa die Frage, ob Irland eine Finanzspritze braucht und wenn ja, wie hoch diese sein müsste, weiterhin für Volatilität am Markt sorgen. Zudem stünden am Nachmittag noch amerikanische Einzelhandelsumsätze auf der Agenda, die ebenfalls neue Impulse verleihen könnten. Darüber hinaus werden vom Pharmakonzern Bayer im Tagesverlauf noch aktuelle Daten zum Gerinnungshemmer Xarelto erwartet.

          Deutsche Anleihen verbuchen Kursverluste zum Start

          Die deutschen Staatsanleihen sind am Montag mit Kursverlusten in den Handel gestartet. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future sank am Morgen um 0,44 Prozent auf 128,84 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,559 Prozent. Angesichts des bevorstehenden Treffens der Finanzminister der Eurozone in Brüssel bleibe eine möglicherweise notwendige Unterstützung Irlands im Fokus der Marktteilnehmer, heißt es in einem Ausblick der HSH Nordbank. Nach dem kräftigen Kursrutsch beim Bund-Future sei aber nur mit einer knapp behaupteten Tendenz zu rechnen. Zum Wochenauftakt stünden in den Vereinigten Staaten wichtige Daten auf der Agenda. Die Einzelhandelsumsätze dürften einen Fingerzeig geben, ob der private Verbrauch im Schlussquartal weiter an Dynamik zugelegt habe.

          Euro fällt unter 1,37 Dollar - Eurozone-Schuldenkrise im Fokus

          Der Euro gibt zu Beginn des europäisch geprägten Handels am Montagmorgen etwas nach und fällt unter die Marke von 1,37 Dollar. Händler verweisen auf die weiter schwelende Schuldenkrise in Europas Peripherie, die den Euro weiter im Griff habe. Ein weiteres Abrutschen der Gemeinschaftswährung zum Dollar werde indes von einer zwischenzeitlichen Erleichterung in der Irland-Frage verhindert. Die Rede ist von einem Rettungspaket von bis zu 90 Milliarden Euro. Auch wenn die irische Regierung erneut dementiert hat, in Brüssel um Hilfe angefragt zu haben, so beruhige doch das Wissen, dass im Hintergrund an einem Rettungspaket gearbeitet werde, heißt es im Handel. Jede Nachricht zur Schuldenkrise dürfte jedoch für Bewegung am Devisenmarkt sorgen. Allerdings werden sich erst am Dienstag die Finanzminister des Euroraums zu einer - freilich turnusmäßigen - Sitzung treffen. Unterdessen gibt der Yen zum Dollar weiter nach. Händler machen hierfür eine gestiegene Risikobereitschaft der Investoren infolge des Anstiegs des japanischen Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal verantwortlich. Die Wirtschaftsleistung hat um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt, Volkswirte hatten im Konsens lediglich einen Anstieg um 0,6 Prozent erwartet. Weitere Impulse für den Devisenmarkt dürften am Nachmittag aus den Vereinigten Staaten kommen. Hier steht der amerikanische Einzelhandelsumsatz für Oktober auf der Agenda der Konjunkturdaten. Der Konsens lautet hier auf ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber September. Zudem steht der Empire-State-Manufacturing-Index an, der erste regionale Frühindikator für den Monat November. Volkswirte prognostizieren einen Rückgang auf 13,00 von 15,73 im Vormonat. Den Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) bezeichnen das technische Bild des Euro weiter als angeschlagen. Einen Test der Zone um 1,3600/40 Dollar schließen sie nicht aus. Widerstände sehen die Analysten bei 1,3821 Dollar und 1,3850 Dollar. Die Feinunze Gold kostet am Montagmorgen 1.364,70 Dollar. Zum Londoner Nachmittags-Fixing am Freitag wurde sie mit 1.388,50 Dollar festgestellt.

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