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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert im frühen Handel fest

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Gute Vorgaben aus Übersee haben dem deutschen Aktienmarkt am Montag zu einem freundlichen Start verholfen. Die gute Vorgabe der Börsen in Asien, die von steigenden Rohstoffpreisen und positiv interpretierten Wirtschaftsdaten aus Japan, sorge für gute Stimmung zum Wochenstart, heißt es.

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          Gute Vorgaben aus Übersee haben dem deutschen Aktienmarkt am Montag zu einem freundlichen Start verholfen. Der Dax gewann in den ersten Handelsminuten 1,13 Prozent auf 5.750,83 Punkte, bevor er auf dem hohen Niveau leicht konsolidierte. Der MDax rückte um 1,15 Prozent auf 7.395,11 Zähler vor und für den TecDax ging es um 0,99 Prozent auf 768,94 Zähler hoch. Ben Potter, Marktanalyst bei IG Markets, sagte: „Die gute Vorgabe der Börsen in Asien, die von steigenden Rohstoffpreisen und positiv interpretierten Wirtschaftsdaten aus Japan profitieren, sorgt für gute Stimmung zum Wochenstart.“ Die entscheidende Frage für die kommenden Tage sei aber, ob der Dax seine jüngsten Hochs überwinden kann und sich über diesen etabliert. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index leicht im Plus. Auch die amerikanische Vorgabe ist positiv: Der Dow Jones Industrial hatte am Freitag etwas fester geschlossen und der Future auf den amerikanische Leitindex gewann seit dem Xetra-Schluss 0,68 Prozent. Die Nachrichtenlage ist von Unternehmensseite im Vergleich zur vergangenen Woche deutlich ausgedünnt, am Nachmittag könnten amerikanische Daten Bewegung bringen.

          Im Fokus standen EADS-Titel, die nach enttäuschenden Zahlen um nur unterdurchschnittliche 0,60 Prozent auf 13,33 Euro zulegten. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern stürzte im dritten Quartal in die roten Zahlen und scheut eine konkrete Gewinnprognose. „Die Zahlen liegen durch die Bank unter den Erwartungen“, kommentierte ein Händler. Insbesondere der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und außerordentlichen Posten (Ebit) sowie das Nettoergebnis sähen schwach aus. Zum von EADS angestrebten Ebit-Jahresziel merkte er kritisch an: „Es wird interessant sein, wie sie das im vierten Quartal erreichen wollen.“ Die Zahlenvorlage dürfte die Aktie daher unter Druck bringen. Die nächste technische Unterstützung sieht er bei 12,85 Euro. Ähnlich schrieb Commerzbank-Analyst Frank Skodzik: „Wegen der schwachen operativen Profitabilität bei Airbus waren die Zahlen schwächer als erwartet.“

          Aktien der Deutschen Post verteuerten sich nach einem Pressebericht sowie einer Studie um 1,04 Prozent auf 12,685 Euro. Die von der Bundesregierung geplante Streichung des Steuerprivilegs des Logistikers könnte sich laut „Die Welt“ verzögern. Der Zeitung zufolge hat sich die Post mit dem Bundeswirtschaftsministerium darauf verständigt, den für Januar geplanten Schritt auf Mitte 2010 zu verschieben. Eine Ministeriumssprecherin wollte den Bericht auf Anfrage nicht bestätigen. Händler sehen allerdings keinen starken Kurseinfluss. Indes hob die UBS das Kursziel von 14 auf 15 Euro an und blieb beim Votum „Buy“. Bei ThyssenKrupp sorgten ebenfalls positive Analystenkommentare sowie der Verkauf seiner amerikanische Tochter Safway für Gewinne von 3,10 Prozent auf 24,58 Euro, was die Aktie an die Dax-Spitze trieb.

          Aus dem SDax berichtete GfK über die jüngste Geschäftsentwicklung. Das Unternehmen sprach von einer weiteren, kontinuierlichen Ergebnisverbesserung in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld. Im dritten Quartal habe das führende Marktforschungsunternehmen in Deutschland den Umsatz stabilisiert und sowohl das Ergebnis als auch die Marge des Vorjahresquartals übertroffen. Ein Händler sagte: „Die Zahlen sind besser als erwartet ausgefallen. Positiv ist auch der bekräftigte Ausblick.“ Dennoch verlor die Aktie moderate 0,44 Prozent auf 22,60 Euro.

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