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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert gut gehalten

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit moderaten Kursgewinnen in den Handel gestartet. Deutliche Kursgewinne in Japan - aufgrund von Devisenmarktinterventionen - hellten die Stimmung auf, während diese zunächst unter der schwachen Schlusstendenz der Wall Street gelitten hatte.

          Der deutsche Aktienmarkt startet wenig verändert in den Mittwoch. Der Dax bröckelt gegen 9.25 Uhr MESZ geringfügig ab um 3 Punkte auf 6.272 Punkte. Händler sprechen von einem abwartenden Handel bei nur geringen Kursausschlägen auch der meisten Einzelwerte. Im Blick steht vor allem der Devisenmarkt mit den ersten Interventionen der japanischen Notenbank seit sechs Jahren. „Ein weiter fallender Yen könnte irgendwann die Wettbewerbsposition europäischer Unternehmen belasten“, so ein Händler. Zunächst schauten die Anleger allerdings auch auf die festen Vorlagen aus Tokio, denn dort sind die Kurse mit dem schwächeren Yen kräftig gestiegen. Die kommenden drei Handelstage dürften laut Händlern vor allem vom September-Verfall an der Terminbörse Eurex bestimmt werden. Händler räumen dem Dax Aufwärtspotential ein. Sollte der Verfall trendverlängernd wirken, habe der Dax die Möglichkeit, das Jahreshoch bei 6.387 Punkten zu testen, heißt es am Markt. Neue Impulse könnten am Mittwoch von EU-Inflationsdaten kommen und aus den Vereinigten Staaten vom Empire State Manufacturing Index und der Kapazitätsauslastung der amerikanische Industrie.

          Bei den Einzelwerten gewinnen Munich Re 0,9 Prozent auf 105,90 Euro, Infineon 0,9 Prozent auf 4,34 Euro und Commerzbank 0,7 Prozent auf 6,51 Euro. Merck KGaA fallen dagegen trotz guter Vorlagen von Corning um 0,3 Prozent auf 71,68 Euro. Der amerikanische Mitbewerber bei LCD-Produkten geht trotz einer Umsatzwarnung weiter von einem unveränderten Marktwachstum aus. Corning drehten an Wall Street deutlich ins Plus und schlossen 4,8 Prozent höher. Stärkster Verlierer im Dax sind im frühen Geschäft FMC mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 43,90 Euro. In der zweiten Reihe steigen Lanxess um 0,6 Prozent auf 40,10 Euro. Lanxess teilte auf ihrem Investorentag mit, der Konzern wolle bis zum Jahr 2015 einen Anstieg des Ebitda vor Sondereinflüssen um 80 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro erzielen. Ein Händler meint allerdings, hier müssten zunächst harte Fakten wie steigende Auftragseingänge, überraschend gute Daten zur Chemie-Konjunktur oder passende Unternehmens-Akquisitionen auf den Tisch. Zudem sei ein 5-Jahres-Ausblick mit zu vielen Unsicherheiten belegt.

          Daneben können Analysteneinschätzungen die Kurse etwas bewegen. So ziehen GEA um 0,1 Prozent an auf 18,13 Euro, nachdem die Analysten von UBS das Kursziel auf 23 Euro erhöht haben von 19,50 Euro. Heidelberger Druck legen um 0,8 Prozent zu auf 4,13 Euro. Trotz der laufenden Kapitalerhöhung hält die UBS immer noch ein Kursziel von 4,90 Euro für angemessen. Axel Springer geben um 2,2 Prozent nach auf 94,31 Euro. Hier belastet die Ablehnung des Übernahmeangebots durch die französische SeLoger. „Das war eigentlich fest eingeplant und bringt den Markt durcheinander“, sagt ein Händler. Ansonsten sei sehr positiv aufgenommen worden, dass Springer-CFO Lothar Lanz bestätigte, dass der Streubesitz bis spätestens Anfang Dezember auf über 40 Prozent gesteigert und damit fast verdoppelt werden soll. „So etwas macht die Aktie für institutionelle Anleger attraktiver“, sagte ein Händler. Axel Springer steigen am Freitagabend in den MDax auf.

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