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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert gut behauptet

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Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag nach einem schwachen Auftakt im frühen Handel uneinheitlich entwickelt. „Der Markt hat kaum Volumen und ist zufallsgetrieben“, sagte ein Händler in einer ersten Einschätzung. Ein anderer Börsianer verwies auf eine verbesserte Stimmung nach guten Konjunkturdaten.

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          Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag nach einem schwachen Auftakt im frühen Handel uneinheitlich entwickelt. Der Dax drehte ins Plus und gewann 0,12 Prozent auf 5.670,78 Zähler. Für den MDax ging es um ebenfalls 0,12 Prozent auf 7.306,60 Punkte hoch. Der TecDax verlor dagegen 0,31 Prozent auf 760,21 Punkte. „Der Markt hat kaum Volumen und ist zufallsgetrieben“, sagte ein Händler in einer ersten Einschätzung. Ein anderer Börsianer verwies auf eine verbesserte Stimmung nach guten Konjunkturdaten. Getrieben von Exporten und Investitionen in Ausrüstungen sowie Bauten setzte die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal ihre Erholung fort. Im Vergleich zum Vorquartal sei das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,7 Prozent gewachsen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das war das stärkste Wachstum seit Anfang 2008.

          Die Vorgaben zeigte zuletzt keine klare Richtung an: Die amerikanischen Börsen hatten am Donnerstag schwächer geschlossen, der Future auf den amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial (DJIA) zeigte sich gegenüber dem Xetra-Schluss zuletzt aber praktisch unverändert. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index mit leichten Verlusten. „Von der Konjunkturfront könnten am Nachmittag die amerikanische Daten zum Handelsbilanzsaldo sowie das Konsumklima der Uni Michigan für Bewegung sorgen“, erwartet Analyst Ben Potter von IG Markets. Unterdessen standen vor allem aus dem MDax die letzten Ausläufer der Berichtssaison auf der Agenda.

          Im Dax verloren die Daimler-Aktien nach negativen Aussagen des Managements 1,00 Prozent auf 33,740 Euro. Der Stuttgarter Autobauer Daimler plant im nächsten Jahr voraussichtlich weitere Kurzarbeit und schließt 2010 auch einen weiteren Verlust nicht aus, wie der Daimler-Finanzvorstand erklärte. Ein Händler sagte dazu: „Das sind keine optimistischen Aussagen und vielleicht ein weiteres Signal für eine weiter nur flaue Erholung nächstes Jahr, was erneut Kostensenkungen erwarten lässt.“ Zudem verwies er darauf, dass Unternehmenschef Dieter Zetsche in anderen Medienberichte einen vorsichtigeren Ausblick für den amerikanische Absatz gegeben habe als etwa GM oder Ford.

          Trotz eines Milliardenverlustes wegen der gescheiterten Übernahme von Volkswagen (VW) gewannen die Anteilsscheine von Porsche 0,80 Prozent auf 52,82 Euro. Es wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 ein Vorsteuerverlust von 4,4 Milliarden Euro eingefahren, doch „zuvor hatte Porsche noch davor gewarnt, dass ein Verlust von fünf Milliarden Euro anfallen könnte“, erinnerte Marktexperte Heino Ruland von Ruland Research. Die Dax-notierten Stammaktien von Porsche-Großaktionär VW fielen hingegen am Indexende um 3,69 Prozent auf 94,60 Euro. Händler verwiesen hauptsächlich auf technische Gründe.

          Im MDax profitierten die Titel von IVG Immobilien laut Börsianern von der Zahlenvorlage und legten als Spitzenreiter um 8,45 Prozent auf 6,93 Euro zu. Das durch die Wirtschafts- und Finanzkrise stark unter Druck geratene Immobilienunternehmen dämmte im dritten Quartal seinen Verlust überraschend stark ein. Klöckner & Co (KlöCo) sieht weiterhin keine nachhaltige Belebung der Nachfrage, was die Aktie mit minus 3,31 Prozent auf 16,35 Euro an das Ende im MDax drückte. Einem Händler zufolge enttäuschten vor allem die Zahlen auf Basis der ersten neun Monate. „Auch der Ausblick ist sehr vorsichtig und verfehlte die Erwartungen.“

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