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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert freundlich

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Nach den jüngsten Kursverlusten ist der Dax am Montag mit neuem Schwung in die Woche gestartet. Ein Quartalsergebnis über den Markterwartungen und eine angehobene Prognose beflügeln QSC.

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          Der deutsche Aktienmarkt knüpft am Montag an seine Kursgewinne der Vorwoche an, legt 1,15 Prozent auf 6332 Punkte und nähert sich damit wieder langsam seinem Jahreshoch von 6.386 Punkten. Der MDax mittelgroßer Werte steigt um 1 Prozent auf 8671 Punkte. Der Index für Technologiewerte TecDax gewinnt 0,8 Prozent auf 775 Punkte. Händler begründen den positiven Handelsstart mit der kräftigen Erholung der Wall Street in der letzten Handelsstunde am Freitag, in der sich die Indizes nach zuvor deutlicheren Verlusten fast noch ins Plus vorgearbeitet hätten.

          Die Vorgaben sind indes uneinheitlich: Der Dow Jones Industrial endete am Freitag mit einem Minus von nur noch 0,2 Prozent. Zudem gewann der Future auf den amerikanischen Leitindex seit dem Xetra-Schluss vor dem Wochenende 1,2 Prozent. In Tokio aber verbuchte der Nikkei-225-Index an diesem Montag Verluste.

          Derweil läuft die Berichtssaison am deutschen Aktienmarkt langsam aus. Nachdem bereits fast alle Dax-Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt haben, berichtete nun der auf Geschäftskunden spezialisierte Telekomanbieter QSC über die Entwicklung im zweiten Quartal. Händler sprachen von überraschend guten Ergebnissen. Außerdem erhöhten die Kölner nach dem starken zweiten Quartal ihre Prognose für 2010. Der Kurs der QSC-Titel steigt an der TecDax-Spitze um 6,9 Prozent auf 1,55 Euro.

          Titel des Tiefbauspezialisten und Baumaschinenkonzerns Bauer verteuern sich als bester Wert im MDax um 5,1 Prozent auf 34,18 Euro. Die Deutsche Bank hatte die Papiere von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Dank der Nachfrage aus den Schwellenländern könnte Bauer von 2011 an stärker wachsen als zuvor von ihm gedacht, schrieb Analyst Matthias Pfeiffenberger in einer Studie.

          Rentenmarkt tendiert wenig verändert

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Montag wenig verändert. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, steht unverändert bei auf 130,10 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future gewinnt 1 Basispunkt auf 120,82 Prozent.

          Händler machten den freundlich erwarteten Aktienmarkt für die Kursverluste verantwortlich. Im weiteren Handelsverlauf werden die Festverzinslichen laut Experten kaum Impulse von Konjunkturdaten erhalten. Der Bund Future dürfte heute das am Freitag nach der Veröffentlichung des amerikanischen Arbeitsmarktes erschlossene „charttechnische Neuland“ erforschen, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau.

          Euro startet wenig verändert in die neue Berichtswoche

          Der Euro ist am Montagmorgen wenig verändert gegen den Dollar in die europäische Berichtswoche gestartet. Auch wenn sich der Dollar nach den schwachen Arbeitsmarktdaten vom Freitag damit zunächst stabilisiert, glauben Händler, dass der Euro in den kommenden Tagen die Gewinne gegen die amerikanischen Währung bis in den Bereich von 1,3500 Dollar ausbauen kann.

          Es mehren sich die Stimmen, die davon ausgehen, dass die Federal Reserve im Rahmen ihrer Offenmarktsitzung in der laufenden Woche Maßnahmen zur Stützung der schwachen amerikanischen Wirtschaft bekannt geben wird. Offenbar zieht die Notenbank in Erwägung, frei werdende Mittel aus auslaufenden Wertpapieren zu erneuten Anleihenkäufen zu nutzen.

          „Das wäre dann der Exit aus dem Exit“, heißt es im Handel, und dürfte an den Finanzmärkten Signalwirkung haben. Eigentlich wollte die amerikanische Notenbank die Maßnahmen langsam auslaufen lassen und so eine natürliche Schrumpfung der Fed-Bilanz erreichen. Unter Marktteilnehmern gehen die Meinungen auseinander, inwieweit erneute Maßnahmen zur quantitativen Lockerung bereits eingepreist sind.

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