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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert freundlich

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Mit überraschend deutlichen Aufschlägen hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag eröffnet. Händler vermuten hinter dem Kursanstieg Eindeckungskäufe von Leerpositionen, nachdem die amerikanischen Futures eine Erholung zum Eröffnung auch an Wall Street andeuteten.

          Mit überraschend deutlichen Aufschlägen hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag eröffnet. Bis 9.57 Uhr gewinnt der Dax 0,5 Prozent oder 32 auf 7.092 Punkte und notiert damit etwas fester. Händler vermuten hinter dem Kursanstieg Eindeckungskäufe von Leerpositionen, nachdem die amerikanischen Futures eine deutlichere Erholung zum Eröffnung auch an Wall Street andeuten. Nach den jüngsten Verkäufen an den Börsen hoffen Händler und technische Analysten nun auf eine Stabilisierung an den Finanzmärkten. „Nichts deutet darauf hin, dass der Dax doch noch zu einem fulminanten Ausbruch unter 6.994 gezwungen werden könnte“, meint der technische Analyst Marcel Mußler. Der Abwärtstrend bei 7.200 Punkten sei das nächste Ziel einer Erholung. Vor der Bekanntgabe der EZB-Zinsentscheidung stellt man sich auf ein zurückhaltendes Geschäft ein. Es gilt als ausgemachte Sache, dass die europäische Notenbank den Leitzins bei 1,25 Prozent bestätigt. Wie fast immer steht die begleitende Pressekonferenz von Jean-Claude Trichet im Mittelpunkt des Interesses. Der EZB-Präsident könnte deutliche Signale für eine Zinsanhebung im Juli liefern. Der Euro zeigt sich im frühen Handel nach den Abgaben vom Vortag erholt.

          Gegen den Trend geben Infineon im frühen Geschäft 1,2 Prozent auf 7,60 Euro nach, nachdem Morgan Stanley die Aktie auf „Equalweight“ gesenkt hat. Wenig Einfluss auf die Kursfindung dürfte dagegen die nachbörsliche Umsatz- und Gewinnwarnung von Texas Instruments (TI) auf die Aktie haben. TI begründete die gesenkten Prognosen mit den Schwierigkeiten beim Großkunden Nokia und Lieferproblemen aus Japan. „Nach dem Verkauf der Wireless-Sparte ist Infineon aber nicht von der Nokia-Malaise betroffen und CEO Peter Bauer hat erst bei der Investorenkonferenz gesagt, dass es bislang keine großen Auswirkungen der Japan-Katastrophe gegeben hat“, erklärt ein Börsianer. Nach Berichten über eine Abwrackprämie in China sind Automobilaktien weiter gesucht: BMW gewinnen 1 Prozent, Daimler 0,9 Prozent und VW 1,8 Prozent. Berichte über verkürzte Werksferien angesichts voller Auftragsbücher sorgten laut Händlern für Käufe. FMC rücken nach einem positiven Kommentar von Goldman Sachs 1,9 Prozent auf 50,73 Euro vor. Die Bank hat nach einem Treffen mit dem CEO Ben Lipps die Aktie des Dialyse-Dienstleisters mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 63 Euro bestätigt. Der Erntebericht des amerikanische Landwirtschaftsministerium könnte derweil Bewegung in die Aktien von K+S bringen, vermuten Händler. Der Bericht wird am Nachmittag veröffentlicht und enthält Schätzungen über Angebot und Nachfrage wichtiger Agrarprodukte in den Vereinigten Staaten und weltweit. Im frühen Geschäft geht es für K+S 0,5 Prozent auf 53,85 Euro nach oben. In der zweiten Reihe steigen MTU Aero nach einer Kaufempfehlung durch die Citigroup 1,8 Prozent.

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