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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert fester

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Der deutsche Aktienmarkt hat sich zum Handelsauftakt am Freitag freundlich gezeigt. Der Leitindex Dax knüpfte an seine Kursgewinne der vergangenen beiden Handelstage an. „Das ist eine Erholungsrally auf breiter Basis“ und „die Investoren schütteln weiterhin eine Vielzahl negativer Einflüsse einfach ab,“ heißt es.

          Der deutsche Aktienmarkt setzt auch zu Beginn des letzten Handelstages der Woche die Erholung fort. Gegen 9.35 Uhr steigt der Dax um 0,4 Prozent oder 30 Punkte auf 6.964. „Die Investoren schütteln weiterhin eine Vielzahl negativer Einflüsse einfach ab“, sagt ein Händler. Vor allem Käufe der Dax-Schwergewichte SAP und Siemens stützen den Leitindex. Technisch ist dieser auf Tagessicht bei 6.862 Punkten unterstützt, bei 7.000 Punkten liegt ein Widerstand.

          Am 10.00 Uhr wurde der Ifo-Index veröffentlicht. Demgemäß hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im März etwas eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sei von 111,3 Punkten im Vormonat auf 111,1 Punkte gefallen, teilte das Ifo Institut am Freitag in München mit. Knapp die Hälfte der Firmenantworten sei nach der Havarie in Fukushima eingetroffen. „Insgesamt sind die Unternehmen in Deutschland weiterhin sehr zuversichtlich“ , erklärte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn die neuen Umfrageergebnisse. „Die Konjunkturampeln stehen unverändert auf grün. Deutschland befindet sich im Aufschwung. Der Rückgang ist alleine erwartungsgetrieben,“ sagte er.

          Die Aktien von SAP profitieren von guten Geschäftszahlen des Konkurrenten Oracle (siehe auch: Aktien von Oracle zählen zu den Überfliegern) und steigen um 2,9 Prozent auf 43,39 Euro. Laut Credit Suisse dürfte die Erholung der Ausgaben von Unternehmen für Anwendungssoftware 2010/2011 länger und stärker ausfallen als bislang angenommen. Die Bank HSBC hat die SAP-Aktie auf „Übergewichten“ von „Neutral“ erhöht. Siemenspapier gewinnen 1,1 Prozent auf 94 Euro. Der Konzern steht nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ erneut vor einem radikalen Konzernumbau. Bei einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Montag soll zudem der Börsengang der Tochter Osram beschlossen werden.

          Die Aktien der im MDax gelisteten Gagfah büßen 3,1 Prozent auf 5,88 Euro ein. Die Stadt Dresden wird den Immobilienkonzern Gagfah wegen der angeblichen Verletzung der Sozialcharta bei der Dresdner Wohnbaugesellschaft Woba verklagen, wie Zeitungen berichten. Gildemeister ziehen um 4,3 Prozent auf 16,37 Euro an. Der Maschinenbauer erhöht das Kapital um 20 Prozent und gibt dazu gut 10 Millionen neue Aktien aus. „Der Markt freut sich, dass die neuen Aktien an ein Bankenkonsortium gehen und nicht den Markt belasten“, sagt ein Händler. Die Aktien des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer brechen nach Veröffentlichung von Geschäftszahlen um 6,7 Prozent auf 16,69 Euro ein.

          Bundesanleihen tendieren schwächer, portugiesische Bonds unter Druck

          Die Treasuries pendelten am Freitagmorgen um den Vortagesstand, die Kurse der Bundesanleihen gaben leicht nach. Die Rendite von zehnjährigen Treasuries war bei 3,40 Prozent kaum verändert zum Vortagesschluss. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 3,27 Prozent zwei Basispunke höher. Am Terminmarkt gab der Bund-Future 19 Basispunkte auf 122,01 Prozent nach. Portugiesische Bonds standen nach der Herabstufung durch Standard & Poor's unter Druck. Für Bewegung könnten im Tagesverlauf neue Konjunkturdaten aus Deutschland sorgen. Der Ifo-Index wird um 10.00 Uhr (MEZ) veröffentlicht. Ökonomen gehen einer Bloomberg-Umfrage zufolge davon aus, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex von 111,2 im Februar auf 110,5 im März gesunken ist. Im Rampenlicht steht zudem die Tagung der europäischen Staats- und Regierungschefs, auf der sie Lösungen für die Schuldenkrise im Euroraum finden wollen. Freitagnacht hatte Standard & Poor's die Bonitätsnote von Portugal um zwei Stufen von „A-“ auf „BBB“ gesenkt. Bereits am Donnerstag hatte Fitch Ratings die Ratingeinschätzung für das Land nach unten korrigiert. Portugiesische Anleihen gerieten unter Druck. Die Renditen von zehnjährigen portugiesischen Bonds stiegen um drei Basispunkte auf 7,70 Prozent.

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