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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert etwas schwächer

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Neu entfachte Sorgen über das amerikanische Wirtschaftswachstum belasten am Donnerstag auch den deutschen Aktienmarkt zu Handelsbeginn. Der Wachstumsausblick für die Vereinigten Staaten sei von ungewöhnlich hoher Unsicherheit geprägt, erklärt die Zentralbank des Landes.

          Der deutsche Aktienmarkt startet etwas leichter in den Donnerstag. Der Dax verliert gegen 9.30 Uhr 0,3 Prozent oder 16 auf 5.974 Punkte. Händler verweisen auf schwache Vorlagen aus den Vereinigten Staaten, nachdem der amerikanische Notenbank-Chef Ben Bernanke mit Blick auf die amerikanische Konjunktur von einem „ungewöhnlich unsicheren Ausblick“ gesprochen hat und den amerikanische Arbeitsmarkt in der schlechtesten Verfassung seit der großen Depression sieht. An den amerikanischen Vorlagen gemessen zeige der Dax erneut Relative Stärke. Auch die asiatischen Märkte steckten die amerikanische Vorlagen vergleichsweise gut weg.

          „Der Kampf von Bullen und Bären dürfte in eine neue Runde gehen“, sagt ein Händler. Die Bären, also die Pessimisten, setzten auf die schwache amerikanische Konjunktur. Die Bullen, das sind die Optimisten, hätten vor allem gute Quartalszahlen aus den Vereinigten Staaten auf ihrer Seite. Am Berichtstag veröffentlichen mit 3M, Caterpillar, AT&T, American Express, Microsoft und Travelers sechs Dow-Jones-Schwergewichte ihre Quartalsberichte. „Sollten die Zahlen per Saldo die Prognosen übertreffen, ist ein Erholungsschub möglich“, sagt der Händler.

          Die technische Situation zeigt das Bild einer Seitwärtsbewegung. Unterstützt sei der Dax bei 5.930 und dann bei der 200-Tage-Linie bei 5.890 Punkten. Auf Widerstand treffe er bei 6.060 und bei gut 6.100 Punkten. Auf der Verliererseite ganz oben stehen Metro mit einem Minus von 1 Prozent auf 41,97 Euro. Praktiker hat am Morgen Zahlen vorgelegt, die zeigen, dass das Geschäft in Osteuropa nach wie vor schwierig ist. Metro ist ebenfalls stark in Osteuropa positioniert. Praktiker verlieren mit einem gesenkten Umsatzausblick 2 Prozent auf 5,35 Euro.

          Nach schwachen Zahlen von Syngenta fallen Bayer um 0,8 Prozent auf 44,87 Euro und BASF um 0,5 Prozent auf 44,21 Euro. Fresenius Medical Care geben 1 Prozent auf 40,87 Euro ab und führen die Verlierer im Dax an. Auf der Gewinnerseite stehen dagegen die Automobilaktien. Daimler steigen um 0,3 Prozent auf 41,06 Euro, VW um 0,3 Prozent auf 75,96 Euro und BMW um 1,1 Prozent auf 41,37 Euro. Siemens zeigen sich nach guten Zahlen von ABB knapp behauptet. RWE und Eon geben dagegen trotz einer Kaufempfehlung durch die Analysten der RBS etwas nach. In der zweiten Reihe steigen ProSieben um 3,1 Prozent auf 11,84 Euro, Goldman Sachs hat ProSieben hochgestuft und Sky Deutschland abgestuft. Letztere verlieren 1,6 Prozent.

          Deutsche Anleihen verbuchen Kursgewinne zum Start

          Der deutsche Rentenmarkt ist am Donnerstag nach den vorsichtigen Aussagen von amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke mit deutlichen Gewinnen in den Handel gestartet. Der für den Anleihenmarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte am Morgen um 0,36 Prozent auf 129,37 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,636 Prozent. Stimuliert von der Rede des amerikanischen Notenbankpräsidenten Ben Bernanke vor dem Bankenausschuss des Senats dürfte der Bund Future mit Kursgewinnen in den Handel starten“, heißt es bei der HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Allerdings sei das Kurspotential durch die für Freitag anberaumte Veröffentlichung der Ergebnisse des Bankenstresstests begrenzt. Auch das Bankhaus HSBC Trinkaus sieht den Bund-Future durch den soliden amerikanische Rentenmarkt gestützt. Auf den Future warte der nächste Widerstand bei 129,55 Punkten. Aussagen des amerikanische Notenbankchefs Bernanke über einen ungewöhnlich unsicheren Ausblick für die heimische Wirtschaft drückten amerikanische Aktien am Mittwoch tief ins Minus. Die Börse reagierte besorgt auf eine Andeutung Bernankes, die Federal Reserve greife wegen der trägen Erholung möglicherweise zu neuen geldpolitischen Maßnahmen. Anleger flüchteten darauf in Dollar und Anleihen, die als „sichere Häfen“ gelten.

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