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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert etwas schwächer

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Belastet von enttäuschenden Vorgaben von der Wall Street tendierten die deutschen Aktienindizes am Mittwoch etwas schwächer. Das sollte den Markt aber nicht nachhaltig belasten, da die Wahrscheinlichkeit einer weiter lockeren Geldpolitik mit einem QE3-Programm steige, heißt es.

          Das eher düstere Bild der amerikanische Wirtschaft, das amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke am Vorabend gezeichnet hatte, hat den deutschen Aktienmarkt mit Verlusten in den Mittwoch starten lassen. Noch dazu gab der Notenbanker keinen Hinweis auf eine dritte Runde quantitativer Lockerungen, einige Marktteilnehmer hatten im Vorfeld auf eine neuerliche Liquiditätsspritze für die größte Volkswirtschaft der Welt spekuliert.

          Für den Dax geht es bis 9.48 Uhr um 0,8 Prozent oder 58 auf 7.045 Punkte nach unten. Charttechnisch ist der Leitindex im Bereich von 7.000 Punkten unterstützt, Widerstand findet sich auf dem Niveau von 7.200 Punkten. In der zweiten Reihe verliert der MDax 0,7 Prozent oder 70 auf 10.584 Punkte. Der TecDax gibt um 0,7 Prozent oder 6 auf 888 Punkte nach. Am Mittag könnte die Veröffentlichung der deutschen Produktion im Produzierenden Gewerbe im April für neue Impulse sorgen. Volkswirte erwarten eine im Vormonatsvergleich unveränderte Fertigung. Am Vortag hat allerdings bereits der Auftragseingang der heimischen Industrie im April die Markterwartungen deutlich übertroffen. Nach Handelsschluss hier zu Lande steht das Beige Book der amerikanischen Notenbank auf dem Programm. Dabei handelt es sich um eine lose Sammlung von Eindrücken zu Beschäftigung, Inflation und Wachstum aus den Distrikten des Federal-Reserve-Systems. Damit bereitet die amerikanische Notenbank traditionell ihre nächste geldpolitische Entscheidung vor, diese ist für den 21. und 22. Juni avisiert.

          Erst nach der Schlussglocke an Wall Street wird Texas Instruments einen Zwischenbericht zur Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal liefern. Der amerikanische Halbleiterhersteller gilt als wichtiger Wettbewerber der deutschen Infineon. Im frühen Geschäft setzen die Versorgertitel ihre Erholung fort. Eon ziehen um 2,2 Prozent auf 19,42 Euro an. Die Analysten von Morgan Stanley haben die Aktien auf „Overweight“ von „Underweight“ heraufgestuft. Für RWE geht es im Kielwasser um 1,0 Prozent auf 39,08 Euro nach oben. Bereits am Vortag hatte die Nachricht für bessere Stimmung gesorgt, dass die Analysten der UBS Eon auf ihre Liste der „Key Calls“ gesetzt haben. Die Kursverluste seit Jahresanfang seien angesichts der guten mittelfristigen Perspektiven übertrieben gewesen, hieß es zur Begründung. Deutsche Börse notieren zum Vortagsschluss von 53,50 Euro. In der heißen Phase der Vorbereitung der Übernahme der NYSE Euronext lockt der Börsenbetreiber mit einer höheren Dividende. Die beiden Unternehmen stellen den Anteilseignern der fusionierten Gesellschaft eine Sonderdividende von 2 Euro je Aktie in Aussicht. „Damit sollen die Aktionäre dazu bewegt werden, das Zusammengehen zu unterstützen“, kommentiert ein Marktteilnehmer. Im MDax geben Kabel Deutschland um 3,6 Prozent auf 42,85 Euro nach. „Kein großer Reißer“, kommentiert WestLB-Analyst Wolfgang Specht den Ausblick des Kabelnetzbetreibers auf das Geschäftsjahr 2011/12. Die Prognosen für Umsatz, Ebitda und Dividende lägen lediglich im Rahmen der Konsenserwartung, einige Marktteilnehmer hätten hingegen auf eine positive Überraschung spekuliert.

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