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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert etwas leichter

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Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Dienstag kaum verändert. Die meisten Anleger warteten auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag, erklärte ein Börsianer die Zurückhaltung am Markt. Zwar gelte eine Zinserhöhung bereits als ausgemacht. Mit Spannung werde allerdings darauf geschaut, ob EZB-Präsident Jean-Claude Trichet deutliche Worte finden werde, und ob sich daraus das weitere Vorgehen der Notenbanker ablesen lasse.

          Gestützt von einem sich immer schneller drehenden Übernahmekarussell und den dabei gezahlten üppigen Prämien ist der deutsche Aktienmarkt mit leichten Kursgewinnen in den Dienstag gestartet, tendierte aber dann etwas leichter.

          Bis 9.35 Uhr fällt der Dax um 0,3 Prozent auf 7.152 Punkte. Charttechnisch trifft der Leitindex im Bereich von 7.234 Punkten auf Widerstand. Unterstützt ist er auf dem Niveau von 7.071 Punkten. In der zweiten Reihe verliert der MDax um 0,2 Prozent auf 10.543 Punkte. Für den TecDax geht es um 0,03 Prozent auf 943 Punkte nach oben. Mit größeren Kursavancen rechnen Händler angesichts der Unsicherheit vor der geldpolitischen Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag allerdings nicht. Zwar gilt es nach den zuletzt scharfen Kommentaren aus dem Rat der EZB als ausgemacht, dass das Leitzinsniveau um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent steigen wird. Allerdings ist fraglich, ob es sich dabei lediglich um einen Warnschuss in Richtung möglicher Zweitrundeneffekte aus dem zuletzt kräftigen Anstieg der Lebenshaltungskosten, oder um den Auftakt einer Serie geldpolitischer Straffungen handeln wird.

          Die Agenda der Konjunkturdaten ist am Dienstag dünn bestückt. Am Vormittag stehen aus dem Euroraum die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor im März auf dem Programm. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um die zweiten Veröffentlichungen. Darüber hinaus sind die Einzelhandelsumsätze für Februar angekündigt. Der Ökonomenkonsens lautet auf ein Plus von 0,7 Prozent binnen Jahresfrist, auf Monatssicht werden unveränderte Einzelhandelsumsätze erwartet. Spannender wird es am Nachmittag, wenn aus den Vereinigten Staaten der ISM-Index für den Dienstleistungssektor im März avisiert ist. Volkswirte erwarten im Mittel ihrer Prognosen einen auf dem Vormonatsniveau von 59,7 Punkten stagnierenden Frühindikator. Nach Handelsschluss hier zu Lande wird die amerikanische Notenbank Federal Reserve dann noch das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung vom 15. März vorlegen. Im Zentrum des Anlegerinteresses stehen im frühen Geschäft die Halbleiterwerte. Texas Instruments will sein Geschäft mit analogen Halbleitern verstärken und den Wettbewerber National Semiconductor für 6,5 Milliarden Dollar in bar übernehmen. Mit 25 Dollar je Aktie bieten die Texaner 78 Prozent mehr als der Anteilsschein zuletzt wert war. Der Kurs von National Semiconductor legte nach Ankündigung des Vorhabens im nachbörslichen Handel in New York eine atemberaubende Rally hin und wurde zuletzt nur noch 0,69 Dollar unter dem Gebotspreis notiert. Infineon steigen um 3,0 Prozent auf 7,69 Euro, Dialog Semiconductor um 3,9 Prozent auf 15,50 Euro.

          Adidas ziehen um 2,0 Prozent auf 45,57 Euro an. Die Analysten von J.P. Morgan sehen den deutschen Sportartikelhersteller als „Top-Pick“ innerhalb der Branche. MAN rücken um 1,3 Prozent auf 90,72 Euro vor. Brokern zufolge hat Exane die Aktien des Nutzfahrzeugherstellers auf „Outperform“ heraufgestuft. Für Lufthansa geht es hingegen um 1,0 Prozent auf 14,74 Euro nach unten. Wie die übrigen europäischen Fluggesellschaften wird auch die Kranichlinie vom hohen Ölpreis belastet. Tui legen um 3,9 Prozent auf 8,86 Euro zu. Das Staatsunternehmen Onyx aus dem Sultanat Oman steigt einem Agenturbericht zufolge mit 15 Prozent bei der deutschen Containerreederei Hapag-Lloyd ein. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor berichtet, dass der Hapag-Lloyd-Großaktionär Tui mit zwei ausländischen Investoren über einen Verkauf von Anteilen verhandele. Bei den Interessenten handele es sich um einen Staatsfonds aus dem Sultanat Oman und das chinesische Logistikunternehmen HNA.

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