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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert etwas leichter

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch etwas leichter in den Handel gestartet. Belastend wirkt sich die Aussage der Ratingagentur Moody's aus, welche die Kreditwürdigkeit Spaniens auf eine mögliche Abstufung prüft. Als Gründe nannte die Agentur unter anderem den hohen Refinanzierungsbedarf im Jahr 2011, die Risiken bei der Rekapitalisierung der Banken und die Unsicherheiten bei der Sanierung der Staatsfinanzen.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch etwas leichter in den Handel gestartet. Belastend wirkt sich die Aussage der Ratingagentur Moody's aus, welche die Kreditwürdigkeit Spaniens auf eine mögliche Abstufung prüft. Als Gründe nannte die Agentur unter anderem den hohen Refinanzierungsbedarf im Jahr 2011, die Risiken bei der Rekapitalisierung der Banken und die Unsicherheiten bei der Sanierung der Staatsfinanzen. „Dies sorgt für Verunsicherung, der Euro verliert gegenüber dem Dollar“, so ein Händler. Der Dax büßt bis um 9.25 Uhr MEZ 0,4 Prozent oder 26 Punkte auf 7.001 Zähler ein. Ohne Überraschungen ist nach dem Urteil von Marktteilnehmern die geldpolitische Entscheidung der amerikanische Notenbank ausgefallen. Wie erwartet haben die Währungshüter ihren quantitativen Lockerungskurs bestätigt, der Korridor für den Leitzins liegt weiter bei 0,00 Prozent bis 0,25 Prozent und das Volumen des Kaufprogramms für Staatsanleihen beträgt unverändert 600 Milliarden Dollar bis zum Ende des zweiten Quartals 2011. „Auch die Konjunktureinschätzung im begleitenden Kommentar entspricht dem Bild, das Chairman Ben Bernanke zuletzt gezeichnet hat“, so ein Händler.

          In Japan hat die Notenbank in der Nacht den Tankan-Bericht zur Wirtschaftsstimmung im vierten Quartal veröffentlicht. Der Index sank zwar erstmals seit März 2009 wieder und verringerte sich auf 5 von 8 Punkten. Volkswirte hatten im Mittel ihrer Prognosen allerdings einen stärkeren Rückgang auf 3 Punkte erwartet. Entsprechend reagierte auch die Tokioter Börse kaum auf die Kennziffer, der Nikkei-225-Index schloss mit einer knapp behaupteten Tendenz. Am Nachmittag könnten amerikanische Konjunkturdaten für eine Richtungsentscheidung sorgen. Auf dem Programm steht unter anderem die Industrieproduktion im November. Hier lautet der Ökonomenkonsens auf ein Plus von 0,3 Prozent binnen Monatsfrist. Im Oktober stagnierte die Fertigung. Für ein Plus im November sprächen Absatztrends und eine Tendenz zum Lageraufbau, heißt es von Volkswirten. Darüber hinaus steht mit dem Empire-State-Index der erste regionale Frühindikator für Dezember zur Veröffentlichung an.

          Tagesgewinner im Dax sind bisher Siemens, die um 1,1 Prozent auf 92,30 Euro zulegen. Analyst Heino Ruland von Ruland Research verweist auf den Verkauf von SIS an Atos Origin. „Damit hat CEO Löscher alle Problemfelder gelöst“, so Ruland. Zu den Gewinnschätzungen meint er, diese sollten sich für das laufende Geschäftsjahr nicht stärker verändern. Die Transaktion werde Ende Juli abgeschlossen sein, bis dahin fielen 250 Millionen Euro Kosten aus dem Personalabbau und operative Verluste an. „Die operativen Verluste wären aber ohnehin angefallen“, so der Analyst. Ab August müsse Siemens die Verluste nicht mehr bilanzieren, da der Konzern an Atos Origin dann nur noch eine Minderheitsbeteiligung von 15 Prozent halte. Die Banken stehen mit der Aussicht auf eine Herunterstufung Spaniens europaweit unter Abgabedruck, die Deutsche Bank verliert 1 Prozent auf 39,72 Euro. Die Versorger müssen am Berichtstag einmal mehr mit einer Herunterstufung kämpfen. So haben die Analysten der Deutschen Bank RWE sowie Eon auf „Hold“ nach „Buy“ abgestuft. Eon verlieren 0,8 Prozent auf 22,72 Euro, RWE geben um 0,8 Prozent auf 49,65 Euro nach. Beiersdorf stehen mit einem Investorentag in Blick. „Aussagen zur Strategie könnten den Kurs bewegen“, so ein Händler. Der Kurs habe am Dienstag die Talfahrt beendet, die nach der Umsatz- und Gewinnwarnung eingesetzt hatte. Die Aktie notiert kaum verändert bei 43,66 Euro.

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