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Blick auf den Finanzmarkt : Dax tendiert etwas fester

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Mit dem Rückenwind positiv interpretierter Wirtschafts-Vergangenheitsdaten und freundlicher Vorgaben aus den Vereinigten Staaten ist der deutsche Aktienmarkt fester in den letzten Handelstag dieser Woche gestartet.

          Mit dem Rückenwind positiv interpretierter Wirtschafts-Vergangenheitsdaten und freundlicher Vorgaben aus den Vereinigten Staaten ist der deutsche Aktienmarkt wieder fester in den letzten Handelstag dieser Woche gestartet. Am deutschen Aktienmarkt ziehen die Kurse am Freitag im frühen Geschäft an. Der Dax steigt gegen 9.40 Uhr um 0,7 Prozent oder 51 auf 7.495 Punkte. Händler meinen, die am späten Donnerstag eingeleitete Erholung setze sich nach der späten Rally im amerikanische Aktiengeschäft fort. Außerdem stützen gute Zahlen aus der Wirtschaft die Stimmung: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent gestiegen und damit deutlich stärker als erwartet. Einige Marktteilnehmer zweifeln allerdings an der Nachhaltigkeit der Erholung: Zum einen steht der Dax wieder unmittelbar unter einem Widerstandsbündel, das von 7.500 Punkten bis zum Jahreshoch bei 7.600 Punkten reicht. Und zum zweiten habe es sich bei der Rally am amerikanische Markt um eine technische Bewegung gehandelt, verursacht von Händlern, die Positionen auf fallende Kurse glatt gestellt hätten, heißt es. Als unterstützt gilt der Dax beim März-Aufwärtstrend bei 7.380 Punkten. Neue Impulse könnten am Nachmittag unter anderem von den amerikanische Verbraucherpreisen im April und vom Michigan-Index für das amerikanische Verbrauchervertrauen ausgehen. Optisch verzerrt um die Dividendenabschläge zeigen sich im Dax die Kurse von Deutsche Telekom, Deutsche Börse, Linde, FMC, BMW und adidas. Bei Software AG im TecDax sorgt ein Aktiensplit dafür, dass der Kurs optisch gedrittelt wird.

          Daneben steht noch einmal die Saison der Quartalsberichte im Blick. ThyssenKrupp gewinnen 2,3 Prozent auf 33,50 Euro. „Die Zahlen sind etwas besser ausgefallen als erwartet“, sagt Michael Broeker von Steubing. Gemessen am Auftragseingang sei die Thyssen-Schätzung von etwa 2 Milliarden Euro bereinigtem Ebit für das gesamte Geschäftsjahr eher konservativ. „Da sind 2,2 Milliarden Euro drin“, meint der Analyst. „Damit wird das zweite Geschäftshalbjahr signifikant besser als das erste“, ergänzt er. In der zweiten Reihe steigen die Aktien von Aurubis nach Zahlen um 4,6 Prozent auf 42,75 Euro. Das operative Ergebnis liege deutlich über den Erwartungen, so Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank. Eine gute Nachfrage nach Kupferprodukten und gute Schmelzerlöse hätten Umsatz und Gewinn nach oben getrieben. Mit der neuen Gewinnprognose von über 260 Millionen Euro im gesamten Geschäftsjahr seien die Gewinnschätzungen im Konsens 20 Prozent zu niedrig. EADS ziehen um 4,0 Prozent auf 22,73 Euro an. Positiv sei, dass EADS die Produktionserwartungen für den A320 nach oben schraube, so Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe. Die Quartalszahlen lägen im Rahmen der Erwartungen. Ebenfalls nach Zahlen steigen Deutsche Euroshop um 1,3 Prozent auf 28,27 Euro und Hamburger Hafen um 1,0 Prozent auf 32,46 Euro. IVG geben nach ihrem Quartalsbericht dagegen leicht nach. Im TecDax ziehen SMA Solar um 4,8 Prozent auf 79 Euro an. Verglichen mit den Wettbewerbern sei SMA Solar vergleichsweise zuversichtlich, heißt es mit Blick auf den Quartalsbericht. Der TecDax steigt um 0,8 Prozent und der MDax um 1,0 Prozent.

          Wachstum belastet Renten-Futures

          Schwache tendieren die Renten-Futures am Freitag. Ein überraschend starkes deutsches Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal hat trotz Blick nach hinten Kursverluste von Bund und Bobl zur Folge. Gegen 10.15 Uhr MESZ liegt der Bund-Future mit Fälligkeit im Juni um 44 Ticks leichter als am Vortag bei 123,85 Prozent. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat im ersten Quartal mit einem Anstieg von 1,5 Prozent die Konsensprognose von 0,9 Prozent übertroffen. Im weiteren Tagesverlauf werden Wachstumszahlen aus der Eurozone und Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.

          Wachstumsdaten aus Deutschland und Frankreich beflügeln den Euro

          Das merklich höher als erwartet ausgefallene Wirtschaftswachstum in Deutschland und Frankreich hat den Kurs des Euro kurzfristig beflügelt, obwohl sie Daten der Vergangenheit darstellen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,4260 amerikanischen Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7011 Euro wert. Vor der Veröffentlichung der französischen Zahlen hatte der Euro noch knapp unter der Marke von 1,42 amerikanischen Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstag auf 1,4153 (Mittwoch: 1,4357) Dollar festgesetzt. Das sehr robuste Wirtschaftswachstum in der Eurozone im ersten Quartal habe den Euro gestützt, sagten Händler. So ist die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal zum Vorquartal um 1,5 Prozent gewachsen. Volkswirte hatten lediglich einen Anstieg um 0,9 Prozent prognostiziert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wurde mit 5,2 Prozent gar der höchste Anstieg seit der Wiedervereinigung erreicht. In Frankreich wuchs die Wirtschaft im ersten Quartal im Vergleich um Vorquartal um 1,0 Prozent. Auch in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wurden der erwartete Anstieg von 0,6 Prozent merklich übertroffen.

          Börsen in Tokio schließen leichter - Tepco belastet Bankenaktien

          Die Börse in Tokio hat am Freitag leichter geschlossen, belastet von Verlusten im Bankensektor. Dort waren die Kurse zu Beginn der zweiten Sitzungshäfte unter stärkeren Abgabedruck gekommen, nachdem Kabinettssekretär Yukio Edano gesagt hatte, das japanische Volk werde den Einsatz von Steuergeldern für Tepco nur akzeptieren, wenn die Banken auf ihre Forderungen, die aus der Zeit vor dem Erdbeben vom 11. März stammen, verzichten. Der Nikkei-225 verlor 0,7 Prozent oder 68 Zähler auf 9.649, nachdem er zum Ende der ersten Hälfte noch bei 9.693 gelegen hatte und danach im Tagestief auf 9.553 Punkte abgerutscht war. Der Topix sank um 1,1 Prozent oder 9 Punkte auf 840. Im Bankensektor büßten Mizuho FG 3 Prozent ein auf 130 Yen, Mitsubishi UFJ FG 2,8 Prozent auf 383 Yen und Sumitomo Mitsui FG 3,8 Prozent auf 2.452 Yen. Wenn Tepco zahlungsunfähig werde, würden die Banken alles verlieren, bemerkte ein Beobachter zu der sich abzeichnenden Zwickmühle der Banken. Tepco rutschten um 5,4 Prozent ab auf 453 Yen, was Teilnehmer mit noch offenen Fragen zu den von der Regierung angekündigten Staatshilfen für den Betreiber des havarierten Kraftwerks Fukushima begründeten. So sei unklar, was die Forderung nach einer Kooperation aller Anteilseigner letztlich für die Aktionäre bedeute. Belastend wirkte auch, dass Tepco zugestimmt habe, keine Obergrenze für die Entschädigungsleistungen auszugeben.

          Im Sog von Tepco verloren Kansai Electric Power 3,1 Prozent auf 1.571 Yen und Tohoku Electric Power 6,9 Prozent auf 1.120 Yen. Tohoku Electric hatte zudem einen deutlichen Nettoverlust für das abgelaufene Geschäftsjahr berichtet nach einem soliden Nettogewinn vor Jahresfrist. Chubu Electric Power gaben um 2,6 Prozent nach auf 1.484 Yen, nachdem Standard & Poor's am Vortag die Bonitätseinstufung des Unternehmens gesenkt hatte. Im Pharmasektor verloren Otsuka Holdings 4,5 Prozent auf 2.124 Yen nach der Vorlage eines von Teilnehmern als enttäuschend bezeichneten Gewinnwachstums. Takeda Pharmaceutical verloren 2 Prozent auf 3.790 Yen nach der Nachricht über die geplante Übernahme der schweizerischen Nycomed im Gesamtvolumen von bis zu 14 Milliarden Dollar. Im oberen Bereich des genannten Kaufpreises sei dieser als zu hoch einzuschätzen, hieß es dazu unter Analysten. Für Japan Tobacco ging es gegen den breiten Markt um 3,3 Prozent nach oben auf 326.500 Yen, gestützt von einer angekündigten Dividendenerhöhung. Nikon schossen um 6,5 Prozent nach oben auf 1.768 Yen. Der Markt habe damit die soliden Geschäftszahlen und den mutigen Ausblick des Unternehmens honoriert, hieß es. Gut ausgefallene Geschäftszahlen standen auch hinter dem Kursanstieg von 3,5 Prozent auf 823 Yen bei Nissan. Elpida Memory (-3,6 Prozent auf 1.220 Yen) litten dagegen unter dem Ausweis eines Nettoverlusts im abgelaufenen Geschäftsjahr. Dentsu (+3,9 Prozent auf 2.219 Yen) und Hakuhodo DY Holdings (+2,8 Prozent auf 4.220 Yen) profitierten von zuversichtlichen Prognosen für die Werbeumsätze im zweiten Halbjahr, die Morgan Stanley MUFG in einer Studie thematisiert hatte.

          Börse in Seoul schließt knapp behauptet

          Die Börse in Seoul ist am Freitag nach einer Aufholjagd im späten Handel knapp unter dem Vortagesschluss aus dem Tag gegangen. Der Kospi verlor 0,1 Prozent auf 2.120 Punkte, nachdem er im Verlauf deutlicher im Minus gelegen hatte. Jegliche positive Implikation aus dem Ausbleiben der weithin eigentlich erwarteten Zinserhöhung der koreanischen Notenbank sei von der Schwäche bei Aktien aus dem Finanzsektor zunichte gemacht worden, hieß es. Bei diesen sei eine margenerhöhende Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Vorfeld eingepreist worden, so dass der Markt diese nun wieder ausgepreist habe, sagten Händler. Die Grundstimmung sei nicht sonderlich gut für heimische Aktien angesichts anhaltender Unsicherheit in vielen Regionen außerhalb Koreas und dem Markt fehle jegliches stärkeres Momentum, meinte ein Teilnehmer auch mit Blick auf die neuerlichen Nettoverkäufe ausländischer Akteure. Unter den Einzelwerten büßten Shinhan Financial 3,3 Prozent ein auf 47.950 Won und Woori Finance 1,4 Prozent auf 13.850 Won. Im Autosektor habe die Erwartung belastet, dass japanische Wettbewerber nach der Naturkatastrophe schneller wieder die volle Produktion aufnehmen werden als zuletzt gedacht. Hyundai Motor gaben um 2,8 Prozent nach auf 229.500 Won und Kia Motors um 3,2 Prozent auf 72.100 Won.

          Börsen Chinas schließen nach Schlussspurt freundlich

          Die Börsen in China haben am Freitag nach Kursgewinnen im späten Handel fest geschlossen. Der Shanghai Composite Index gewann 1 Prozent auf 2.871 Punkte, der HSI in Hongkong 0,9 Prozent auf 23.276 Zähler. Gestützt hätten Kursgewinne im Bankensektor, sagten Händler und verwiesen auf die am Vortag bekanntgewordene neuerliche Anhebung der Reserveanforderungen für die Geschäftsbanken. Dies habe zu Spekulationen über steigende Zinsmargen geführt angesichts der regen Nachfrage nach Krediten bei einem gleichzeitig schrumpfenden Kreditangebot, sagten Händler. Zudem sei die Erhöhung des Satzes weithin auch erwartet worden und auch Hoffnungen auf gute Geschäftszahlen der Banken im zweiten Quartal hätten für Nachfrage gesorgt. Auch wenn der Verkaufsdruck nach den jüngsten Einbußen nachgelassen habe, so bleibe der Abwärtsdruck des breiten Marktes aber intakt angesichts der systemischen Risiken für die heimische Konjunktur, bemerkte ein Teilnehmer und spielte damit auf die straffere Geldpolitik an, die insbesondere den Immobiliensektor belaste. Im Bankensektor gewannen ICBC 2 Prozent auf 4,58 Yuan und China Construction Bank 1 Prozent auf 5,12 Yuan. Für Bank of China ging es um 0,6 Prozent nach oben auf 3,38 Yuan. Auch im Immobiliensektor überwogen die Kursgewinne, was Händler mit Hoffnungen erklärten, die Regierung könnte hier im zweiten Halbjahr weniger stringent gegen die Eindämmung des Preisauftriebs vorgehen. China Vanke stiege um 0,9 Prozent auf 8,31 Yuan und China Merchants Property um 2,1 Prozent auf 18,43 Yuan. Poly Real Estate verbesserten sich um 1,9 Prozent auf 13,45 Yuan.

          Ölpreise fallen leicht - Anzeichen für rückläufigen Ölverbrauch

          Die Ölpreise sind am Freitag im asiatischen Handel leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete 112,91 amerikanische Dollar. Das waren sieben Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte WTI sank um 49 Cent auf 98,48 Dollar. Am Ölmarkt wird laut Händlern eine sinkende Nachfrage nach Rohöl erwartet. So würden amerikanische Autofahrer offenbar angesichts der hohen Benzinpreise ihren Verbrauch zurückfahren. In China dämpften die Maßnahmen der chinesischen Notenbank im Kampf gegen die Inflation die Nachfrage.

          Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

          Knapp gehalten präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Donnerstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 2,71 Punkte auf 2405,18 Zähler.

          Eine Ausgliederung von Vermögensteilen bei einer chinesischen Tochter von Yahoo haben den Abgabedruck bei der Aktie des Suchmaschinenbetreibers am Donnerstagabend im nachbörslichen New Yorker Handel verstärkt, nachdem der Kurs bereits zuvor von den Nachrichten aus China belastet worden war. Yahoo hatte am Vortag nach der Schlussglocke neue Details der Transaktion enthüllt und den Kurs der eigenen Aktie damit auf Talfahrt geschickt. Die Aktien von Yahoo fielen um 5,9 Prozent auf 16,15 Dollar. Hintergrund ist die Ausgliederung der Online-Zahlungssparte Alipay aus dem chinesischen Mutterkonzern Alibaba Group, an dem Yahoo mit rund 39 Prozent beteiligt ist. Das Herauslösen der Konzerneinheit für Zahlungsverkehr wurde von den Chinesen ohne das Wissen von Yahoo bereits im August 2010 vollzogen. Wirksam wurde die Transaktion zum 31. März 2011, wie Yahoo einräumte. Der Board von Alibaba sei weder informiert worden, noch habe er die Transaktion genehmigt, hieß es weiter. Alibaba hatte die Ausgliederung mit Vorgaben der chinesischen Zentralbank begründet. Die Papiere von Nvidia fielen um 3 Prozent auf 19,89 Dollar, nachdem die Aktie zunächst um rund 4 Prozent angezogen hatte. Der virtuelle Grafikkartenanbieter übertraf im ersten Quartal die Markterwartung sowohl gewinn- wie auch umsatzseitig. Die Anteilsscheine des Einzelhändlers Nordstrom gaben um 2,1 Prozent auf 48,14 Dollar ab, nachdem die Gesellschaft die Marktvorgaben verfehlt hatte.

          Wall Street schließt am Donnerstag etwas fester

          Bei den Investoren an Wall Street ist am Donnerstag wieder der Mut zurückgekehrt, nachdem am Vortag noch Verkäufe dominierten. Allerdings konzentrierten sich die Teilnehmer auf defensivere Werte im Konsum und Telekombereich. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) gewann 0,5 Prozent oder 66 auf 12.696 Punkte. Der S&P-500-Index stieg um 0,5 Prozent oder 7 auf 1.349 Zähler und der Nasdaq-Composite-Index legte um 0,6 Prozent oder 18 auf 2.863 Stellen zu. Umgesetzt wurden am Berichtstag 0,95 (Mittwoch: 0,98) Milliarden Aktien. Dabei kamen auf 1.898 Kursgewinner 1.130 -verlierer, 98 Titel beendeten die Sitzung unverändert. Im Frühhandel tendierten die Indizes noch leicht im Minus. Vor allem die schwachen Quartalszahlen von Cisco Systems lasteten auf dem Markt. Auch sonst überwogen negative Nachrichten, etwa die höheren Reserveanfoderungen an Banken in China und eine überraschend rückläufige Industrieproduktion in der Eurozone im März. Im späteren Handel zeigte sich dann eine wieder gestiegene Risikofreude, die neben den Aktien auch den Rohstoffen und dem Euro zugute kam, während die Treasuries gegeben wurden. Teilnehmer verwiesen darauf, dass die Tageswende am amerikanische Aktienmarkt nach einer schwach verlaufenden Auktion neuer dreißigjähriger Notes eintrat.

          Die amerikanische Konjunkturdaten sind uneinheitlich ausgefallen. Während die Erzeugerpreise im April stärker gestiegen sind als erwartet, wurden die Einzelhandelsumsätze im März nachträglich deutlich nach oben revidiert. Im April sind die Umsätze im Einzelhandel etwas weniger stark gestiegen als prognostiziert. Zahlen vom Arbeitsmarkt haben die Erwartungen in etwa getroffen. Energiewerte gerieten zunächst deutlich unter Druck, konnten sich aber im Verlauf berappeln. Exxon verloren noch 0,1 Prozent, Chevron gewannen 0,5 Prozent. Stärkste Gewinner waren Merck mit plus 1,6 Prozent, IBM mit 1,6 Prozent, Coca-Cola mit plus 1,5 Prozent und McDonald's mit plus 1,5 Prozent. Konjunkturabhängige Titel blieben hinter dem Markt zurück, so etwa Caterpillar mit minus 1,2 Prozent. Ebenfalls schwach tendierten die Finanzwerte. American Express verloren 0,6 Prozent, und J.P.Morgan 0,3 Prozent. Cisco Systems büßten 4,8 Prozent auf 16,93 Dollar ein. Damit verbuchte die Aktie mit weitem Abstand die höchsten Kursverluste im Dow-Jones-Index. Der Netzausrüster hat im dritten Geschäftsquartal wegen schwacher Margen 18 Prozent weniger verdient und reagiert nun mit einem Stellenabbau auf seine Probleme. Aktien von Kohl's stiegen um 3,9 Prozent auf 55,68 Dollar. Mit einem Gewinn je Aktie von 0,73 Dollar hat der Einzelhändler den Analystenkonsens auf den Punkt genau getroffen. Für das Gesamtjahr hat Kohl's, die in 49 Bundesstaaten insgesamt 1.097 Geschäfte betreibt, die Gewinnprognose leicht erhöht. Symantec steigerten sich nach Veröffentlichung von Quartalsergebnissen am Vorabend um 5,2 Prozent auf 20,42 Dollar. Der Anbieter von Sicherheitssoftware hat mit den Viertquartalszahlen die Markterwartungen übertroffen. Auch der Ausblick auf das erste Quartal lag etwas über den Vorhersagen von Analysten.

          Kurse amerikanischer Anleihen tendierten am Donnerstag leichter

          Die am Donnerstag wieder gestiegene Risikofreude der Investoren hat zu einem Verlust bei den Notierungen der amerikanische Anleihen geführt. Die Kurse zehnjähriger Titel mit einem Kupon von 3,125 Prozent fielen um 8/32 auf 99-5/32, die Papiere rentierten mit 3,223 Prozent. Der Kurs der mit 4,750 Prozent verzinsten 30-jährigen Staatsanleihe verlor 26/32 auf 106-20/32. Ihre Rendite stand bei 4,35 Prozent. Am Berichtstag interessierten sich die Investoren wieder stärker für riskantere Anlagen wie Aktien oder Rohstoffe. Darunter hatten die amerikanische Anleihen zu leiden, die als „sicherer Hafen“ gelten. Das gesunkene Interesse spiegelte sich auch in der Auktion neuer dreißigjähriger Notes im Volumen von 16 Milliarden Dollar am Berichtstag. Es habe sich um die bei weitem schwächste Auktion der Woche gehandelt und um eine der schwächsten in den vergangenen zwei Jahren, sagte der Konjunkturstratege Dan Greenhaus von Miller Tabak. Die erzielte Rendite von 4,38 Prozent lag über der von Experten erwarteten. Die Bid-to-Cobver-Ration lag mit 2,43 unter dem Schnitt der letzten vier vierteljährlichen Refundierungen (2,55).

          Lateinamerikas Börsen schlossen am Donnerstag uneinheitlich

          Die wichtigeren lateinamerikanischen Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Im brasilianischen São Paulo stieg der Aktien-Index der Bovespa-Börse (Ibovespa) um 227,34 Punkte oder 0,36 Prozent auf einen Endstand von 64 003,20 Punkten. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt sank um 219,27 Zähler oder 0,62 Prozent auf 35 161,26 Punkte. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires endete das Börsengeschäft freundlich: Dort konnte der Merval-Index leicht um 5,16 Punkte (0,15 Prozent) auf 3389,73 Punkte zulegen.

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