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Blick auf den Finanzmarkt : Dax startet tiefer

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Schwache Vorgaben aus Asien und den Vereinigten Staaten drücken den Dax am Dienstag ins Minus. Händler zufolge belasteten Sorgen um das Wirtschaftswachstum in China den Markt.

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          Nach der Zwischenerholung zu Wochenbeginn hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Der Dax verlier 1,6 Prozent auf 6061 Punkte. Der MDax sinkt um 1,4 Prozent auf 8204 Punkte und der TecDax rutscht um 0,8 Prozent ab auf 751 Punkte ab.

          Belastend wirkten schwache Vorgaben von der Wall Street und vor allem am Morgen aus Asien. Für Mollstimmung sorgte Marktteilnehmern zufolge neben enttäuschenden Konjunkturdaten aus Japan auch die Sorge vor einer möglichen Wachstumsabschwächung in China. Zudem sorge der Finanzsektor wieder für Unsicherheit, hieß es.

          Am kommenden Donnerstag läuft ein auf ein Jahr befristetes Liquiditätsprogramm der Europäischen Zentralbank für Banken aus. Spanische Banken drängen die Notenbank einem Pressebericht zufolge auf eine Verlängerung, um neue Liquiditätsprobleme zu vermeiden. Dies verstärke die Unsicherheit vor der im Juli erwarteten Veröffentlichung der Ergebnisse von Stress-Tests, die zeigen sollen, wie krisensicher Banken sind.

          Entsprechend verlieren Aktien der Deutschen Bank 1,8 Prozent auf 47,16 Euro, für Commerzbank-Papiere geht es um 1,8 Prozent nach unten auf 5,875 Euro. Derweil nimmt ein Restrukturierungsgesetz für den Sektor Formen an. Großbanken in Schieflage sollen künftig im Notfall zerschlagen werden können. Der Staat soll wichtige Teile einer Bank abspalten können - auch gegen den Willen des betreffenden Instituts. Geregelt werden damit auch Details für die geplante Bankenabgabe aller Kreditinstitute in Deutschland.

          Auch Stahlwerte wie Thyssen-Krupp oder Salzgitter stehen unter Druck. Die Dax-Titel verlieren 2,2 Prozent auf 21,005 Euro und die seit einer Woche im MDax gelisteten Salzgitter-Papiere 2,1 Prozent auf 50,26 Euro. Die EU-Wettbewerbsbehörde will Kreisen zufolge Strafen wegen Kartellbildung gegen Stahlkonzerne verhängen. Die Entscheidung hinsichtlich der Kartellstrafe werde am kommenden Mittwoch getroffen, sagte eine Person. Diese Meldung sei zwar schon am Montag kurz vor Handelsschluss bekannt geworden, wirke aber nach, sagen Börsianer.

          Rentenmärkte tendieren freundlich

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 25 Basispunkte auf 129,55 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 9 Basispunkte auf 120,92 Prozent.

          Die technischen Analysten der LBBW sprechen von einer Erholung. Diese könne sich bis 129,75 Prozent fortsetzen, auch ein Test der 130er Marke sei drin. „Nur ein Bruch der 128,75 Prozent als Stundenschluss beendet die Erholung“, so die LBBW-Analysten.

          Neue Impulse könnten am Nachmittag vom amerikanischen Verbrauchervertrauen ausgehen, heißt es am Markt. Erwartet wird ein Rückgang auf 62,5 von 63,3. Bei HSBC Trinkaus heißt es, der Index könnte stärker fallen Richtung 60. Sollte sich die Stimmung eintrüben, dürften auch die Konsumausgaben „an Momentum verlieren“, heißt es bei HSBC Trinkaus.

          Euro schwächelt weiter

          Der Euro steht am Dienstag während des Übergangs aus dem asiatisch in das europäisch geprägte Geschäft unter Druck. Der Euro steht bei 1,2256 Dollar nach 1,2276 Dollar im späten New Yorker Handel am Montag. Händler verweisen auf einen deutlichen Kursrückgang an den asiatischen Aktienmärkten und sprechen von einem nervösen Geschäft vor dem Auslaufen des Jahrestenders am Donnerstag. „Die Risikobereitschaft nimmt ab, und darunter leidet der Euro“, so ein Händler.

          Am Donnerstag müssen die Banken der Europäischen Zentralbank 442 Milliarden Euro zurückzahlen, den ersten der drei Jahrestender aus dem vergangenen Jahr. Die Europäische Zentralbank hat für den Mittwoch einen Dreimonatstender und für den Donnerstag ein Refinanzierungsgeschäft mit sechs Tagen Laufzeit ausgeschrieben. „Einige Marktteilnehmer warten ab, wie sich die Liquiditätslage entwickelt“, so ein Händler.

          Gesucht ist der Schweizer Franken, der zum Euro neue Hochs an der Marke von 1,33 Franken markiert. „Der Schweizer Franken dient als safe haven“, so ein Händler. Auch der Yen setzt seinen Aufschwung fort.

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