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Blick auf den Finanzmarkt : Dax startet fester

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Gestützt auf Kursgewinne der beiden Index-Schwergewichte RWE und Eon setzt der Dax seinen Erholungskurs am Montag fort. Für Aufsehen sorgte eine Übernahmeofferte für Smartrac.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Gewinnen in die neue Woche gestartet. Angetrieben von starken Vorgaben aus Übersee steigt der deutsche Leitindex Dax um 0,2 Prozent auf 5966 Punkte. Für den MDax geht es um 0,65 Prozent auf 8170 Punkte nach oben. Der TecDax gewinnt 1,2 Prozent auf 743 Punkte.

          Händler sehen vor allem den starken Verlauf an der Wall Street vom Freitagabend als Kurstreiber an. „Die Märkte reagieren an diesem Morgen unter anderem positiv auf Äußerungen von Notenbankchef Ben Bernanke am Wochenende. Bernanke hatte nochmals bestätigte, eine Deflation keinesfalls zuzulassen“, sagt Stefan Riße von CMC Markets. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial gewann seit dem Xetra-Schluss am Freitag 0,7 Prozent und zudem schloss auch die Börse in Japan fest.

          Im Fokus steht auf deutscher Unternehmensseite der Verkauf der Handychip-Sparte durch Infineon und eine Offerte für Smartrac. Der Finanzinvestor One Equity Partners bietet den bisherigen Eignern des Funkchip-Herstellers 20 Euro je Anteilsschein. Der Kurs der im TecDax gelisteten Papiere schoss daraufhin um 17 Prozent auf ein 25-Monats-Hoch von 20 Euro nach oben.

          Eon steigen um 1,9 Prozent auf 22,74 Euro, RWE verteuerten sich um 1,2 Prozent auf 53,05 Euro. Die Titel profitieren Börsianern zufolge von einer Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich in einem TV-Interview für eine Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke um bis zu 15 Jahre ausgesprochen hatte.

          Rentenmarkt tendiert gut behauptet

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Montag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 8 Basispunkte auf 133,74 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 9 Basispunkte auf 122,25 Prozent.

          Die Analysten der HSH Nordbank rechnen dennoch mit weiter fallenden Kursen: „Trotz des deutlichen Abrutschens am späten Freitag sehen wir im Bund Future noch weiteres Korrekturpotenzial“, heißt es in einer Einschätzung des Hauses. Die HSH-Analysten verweisen unter anderem auf die Emissionen von Staatsanleihen: Italien mache den Auftakt bei den Auktionen dieser Woche. Mit dem am Donnerstag folgenden Angebot aus Spanien und vor allem Frankreich summiere sich das Gesamtvolumen auf über 20 Milliarden Euro, so dass der Auftrieb der Bundesanleihenkurse von dieser Seite aus etwas gebremst werde. Technisch sehen sie den Bund-Future in einer Spanne zwischen 132,60 Prozent und 134,04 Prozent.

          Stützungsmaßnahmen der Bank of Japan verpuffen am Devisenmarkt

          Der Yen steht auch am Montag im frühen Geschäft im Zentrum des Devisenhandels, und neue Maßnahmen der Bank of Japan (BoJ) gegen die Yen-Stärke verpuffen. Der Dollar notiert bei 85,19 Dollar/Yen nach 85,38 Dollar/Yen im späten New Yorker Handel am Freitag. Der Euro fällt auf 108,52 Yen von 108,87 Euro/Yen. Auch zum Dollar bröckelt der Euro, er liegt bei 1,2737 Dollar nach 1,2762 Dollar.

          Die japanische Zentralbank hat vor dem Hintergrund der zuletzt starken Yen-Aufwertung weitere Lockerungsmaßnahmen beschlossen. Die Zentralbank kündigte am Montag nach einer Dringlichkeitssitzung eine Ausweitung der Mittel an, die den Finanzinstituten zum Festzinssatz von 0,10 Prozent zur Verfügung gestellt werden. Den Leitzins beließ die BoJ unverändert bei 0,10 Prozent. Den Angaben zufolge will die BoJ nun zusätzlich niedrig verzinste Kredite über 10 Bill Yen mit einer Laufzeit von sechs Monaten anbieten.

          „Sollte die Maßnahme nicht wirken, wird die japanische Zentralbank vermutlich direkt am Markt intervenieren“, so ein Händler. Allerdings wird auch erwartet, dass die japanische Regierung nun ein neues Konjunkturpaket auflegt.

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