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Blick auf den Finanzmarkt : Dax startet fester

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Gleichwohl sei nicht auszuschließen, dass bei einigen Anlegern genau dann Kauflaune aufkommen könnte, falls die 1040er Marke tatsächlich getestet wird - so wie das auch in der vergangenen Woche der Fall war. Aber mit einer Rally sei kaum zu rechnen, sagte Scott Marcouiller von Wells Fargo Advisors in St. Louis. „Der Markt steckt im Moment im kurzfristigen Denken fest.“

Zu verbreitet scheinen Ängste, dass die amerikanische Wirtschaft nicht nur mit einer vorübergehenden Schwächephase kämpft, sondern gar ein Rückfall in die Rezession droht - also der am Markt befürchtete „Double Dip“. Weiteren Aufschluss darüber erhoffen sich
Anleger von den amerikanischen Arbeitsmarktdaten für August am kommenden Freitag. Experten erwarten einen Verlust von 99.000 Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft und nicht einmal halb so viele neue Jobs in der Privatwirtschaft.

Die Chancen auf einen Aufschwung würden somit schwinden, denn weniger Stellen bedeuten, dass die Haushalte weniger Geld zum Ausgeben haben. Mit Spannung werden daher auch zum Wochenauftakt die Zahlen zum amerikanischen Konsum im Juli erwartet. Darüber hinaus stehen die Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager der amerikanischen Industrie (Mittwoch) und des Dienstleistungssektors (Freitag) im Fokus.

Ob die Laune auf dem Parkett dennoch zumindest etwas von dem Schlusspunkt, den die Wall Street am Freitag setzte, profitieren kann, bleibt angesichts dieses schwierigen Marktumfelds mehr als fraglich. Alle drei Indizes waren trotz einer Umsatzwarnung des weltgrößten Chip-Herstellers Intel um knapp 1,7 Prozent geklettert, nachdem Fed-Chef Ben Bernanke zusagte, dass die Notenbank für weitere Schritte zur Stützung der Wirtschaftserholung bereit sei. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss bei 10.150 Zählern, der breiter gefasste S&P-500-Index bei 1064 Punkten und der Index der Technologiebörse Nasdaq bei 2153 Stellen. Im Wochenverlauf büßte der Dow allerdings 0,6 Prozent ein, beim S&P betrug das Minus 0,7 Prozent und bei der Nasdaq 1,2 Prozent.

Amerikanische Anleihen sehr schwach

Sehr schwach präsentieren sich die amerikanischen Anleihen am Freitag, nachdem der amerikanischen Notenbank-Präsident Ben Bernanke für neue Konjunkturzuversicht gesorgt hatte und die revidierten Daten zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Vereinigten Staaten im zweiten Quartal weniger schlecht als befürchtet ausgefallen waren.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,625 Prozent fielen um 1-14/32 auf 99-28-32 und rentierten mit 2,64 Prozent. Der mit 3,875 Prozent verzinste Longbond verlor 3-10/32 auf 103-12/32 und rentierte mit 3,69 Prozent.

Das Zweitquartals-BIP wurde auf plus 1,6 Prozent herunterrevidiert, nachdem vorläufig ein Plus von 2,4 Prozent gemeldet worden war. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten aber sogar eine Abwärtsrevision auf plus 1,3 Prozent erwartet.

Bernanke hatte auf dem traditionellen Symposium der wichtigsten Notenbankchefs der Welt in Jackson Hole gesagt, dass er für die amerikanischen Konjunktur auch 2011 und danach Wachstum erwartet, weshalb weitere Schritte der amerikanischen Notenbank wohl nicht nötig seien. Gleichwohl betonte er auch, dass die Fed jederzeit bereit sei zu handeln, wenn die Wirtschaft gestützt oder Deflation vermieden werden müsse. Für beides sehe er derzeit aber keine signifikanten Risiken.

Nach anfänglichem Zögern sorgte die von Bernanke verbreitete Zuversicht für eine kräftige Rally an den Aktienmärkten und untergrub die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie den Treasuries, sagte ein Händler. „Die Story hat sich nicht geändert, die Konjunktur ist schwach. Aber die Rendite waren zu niedrig, um noch Käufer anzuziehen“, kommentierte ein anderer Händler.

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