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Blick auf den Finanzmarkt : Dax setzt Talfahrt mit verringertem Tempo fort

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Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich nach dem Kursabsturz zum Wochenstart am Dienstag erneut leichter. „Die Investoren kaufen nicht“, so ein Händler. Und dieser Umstand könne noch weiter anhalten. Auch wenn Deutschland weiterhin ein gutes Wirtschaftswachstum bei hoher Beschäftigung und einer moderaten Staatsverschuldung aufweise, belaste das Umfeld.

          Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich nach dem Kursabsturz zum Wochenstart am Dienstag erneut leichter. Gegen 10.00 Uhr MESZ geht es für den Dax um weitere 0,5 Prozent oder 35 Punkte auf 6.918 nach unten, nachdem er im Tagestief bereits bis auf 6.863 Zähler abgerutscht war. Seit Jahresstart hat der Index damit rund 0,5 Prozent an Wert eingebüßt, bis zum Jahrestief bei 6.483 Punkten ist allerdings noch eine Menge Luft. „Die Investoren kaufen nicht“, so ein Händler. Und dieser Umstand könne noch weiter anhalten. Auch wenn Deutschland weiterhin ein gutes Wirtschaftswachstum bei hoher Beschäftigung und einer moderaten Staatsverschuldung aufweise, belaste das Umfeld. Denn global deute sich bereits ein Wirtschaftsabschwung an, der auf eine angespannte Staatsverschuldung treffe. Staatliche Konjunkturspritzen seien dadurch kaum noch zu finanzieren. Die Anhebung der Schuldenobergrenze in den Vereinigten Staaten bei gleichzeitiger Ausgabekürzung habe nur kurzfristig die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf sich gezogen. Nun belaste wieder der Blick auf Europa, wo Länder wie Italien, Spanien und Frankreich von den Investoren gemieden würden. Die Indizes der beiden Euroländer sind am Morgen bereits auf neue Jahrestiefs gefallen. Unterdessen läuft die Berichtssaison auf vollen Touren. Aus der bisherigen Berichtssaison ist abzulesen, dass Kosteneinsparungen kaum noch zu höheren Margen führen, da auf der anderen Seite steigende Materialkosten drücken. Zu den wenigen Gewinnern im Dax gehören Deutsche Post, die um 0,4 Prozent auf 12,06 Euro zulegen. „Ordentlich“, kommentiert equinet-Analyst Jochen Rothenbacher die Zahlen der Deutschen Post für das zweite Quartal. Positiv sei die Anhebung des Ausblicks, deutlich schwächer als von ihm erwartet habe sich allerdings das Briefgeschäft entwickelt.

          Größter Verlierer sind Metro nach Vorlage der Zahlen, die Aktie verliert 3,4 Prozent auf 36,53 Euro. Die Geschäftszahlen des Einzelhändlers sind nach Einschätzung eines Marktteilnehmers „desaströs“ ausgefallen. Es sei schon überraschend, dass die Zahlen in diesem Maße enttäuschten, und das trotz der niedrigen Erwartungshaltung der Investoren, ergänzt ein anderer Teilnehmer. Ansonsten werden weiterhin Zykliker verkauft, Thyssen verlieren 2,9 Prozent auf 29,22 Euro und Daimler 1,8 Prozent auf 48,08 Euro und VW notieren mit einem Abschlag von 1,3 Prozent. BMW können von den Quartalszahlen profitieren und notieren kaum verändert bei 67,77 Euro. BMW habe „großartige“ Gewinnkennziffern vorgelegt und damit die bereits hohen Erwartungen des Marktes übertroffen, sagt Analyst Max Warburton von Bernstein Research. Die Profitabilität des Konzerns sei „umwerfend“. Weiter zum Kauf empfiehlt Karl-Heinz Scheunemann von der LBBW die Aktien von Fresenius nach der Vorlage der Halbjahreszahlen. Positiv beurteilt der Analyst zudem den Kauf von Liberty Dialysis durch die Fresenius-Tochter FMC. Fresenius steigen um knapp 2 Prozent auf 73,92 Euro, während FMC um 1,2 Prozent auf 52,10 Euro nachgeben. Im MAX brechen Wacker Chemie um 8,5 Prozent auf 118,95 Euro ein, Analysten sprechen von einem schwachen Umsatz bei einer sich verschlechternden Gewinndynamik. Gildemeister kommen um 4,3 Prozent auf 12,23 Euro zurück, bei einem starken Auftragseingang kann das Unternehmen bei Umsatz und Ergebnis nach Steuern nicht überzeugen.

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