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Blick auf den Finanzmarkt : Dax setzt „Himmelfahrt“ fort

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Der Dax knüpft am Donnerstag an die Kursgewinne der vergangenen Tage an und überwindet im frühen Handel die Marke von 6.200 Punkten deutlich. Freundliche Vorgaben und allgemeiner Optimismus sorgen für Kursauftrieb. Die SAP-Aktien stehen im Mittelpunkt. Der Softwarekonzern will für rund sechs Milliarden Euro Sybase übernehmen.

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          Am deutschen Aktienmarkt ziehen die Kurse am Donnerstag im frühen Geschäft weiter an. Der Dax gewinnt gegen 9.33 Uhr 1 Prozent oder 60 auf 6.243 Punkte. Händler verweisen auf günstige Vorlagen von Wall Street und den asiatischen Märkten. Die Erholung der vergangenen Tage setze sich fort. Allerdings dürfte die Dynamik nach oben nachlassen, da der Treiber - die Sparpläne der spanischen Regierung - laut Händlern weitestgehend eingepreist sei. Wegen des Christi-Himmelfahrt-Feiertags wird mit einem ruhigen Geschäft gerechnet. „Die meisten Banken dürften lediglich Mindestbesetzungen aufweisen“, so ein Händler. Aus technischer Sicht mache der Bruch der 6.210er Marke nach oben den Weg Richtung 6.250er Marke frei, heißt es. Unterstützungen lägen bei 6.160 bis 6.140 Punkten und bei 6.100 sowie 6.000 Punkten.

          Am Markt ist zu hören, längerfristig sei entscheidend, ob der Markt das Jahreshoch bei 6.342 Punkten überwinden könne. „Dann würde sich die Hausse fortsetzen“, so ein Marktteilnehmer. Zuvor sollten Anleger von einer Seitwärtsbewegung zwischen dem Jahreshoch und dem Tief der vergangenen Woche bei 5.655 Punkten ausgehen. Im Blick des Markts stehen SAP, die um 1,8 Prozent nachgeben auf 35,41 Euro. SAP kauft Sybase für 5,8 Milliarden Dollar. Damit schaffe SAP den Zugang zu mobilen Datenbankanwendungen, den SAP schon seit längerem plane, heißt es im Handel. Mit einem Aufschlag von mehr als 40 Prozent sehe der Kauf aber nicht gerade günstig aus. Immerhin drohe keine Kapitalerhöhung, da SAP die Übernahme aus Barmitteln oder über Kredite stemmen werde.

          Dagegen steigen Allianz um weitere 1,9 Prozent auf 86,67 Euro, nachdem die Quartalszahlen nun auch bei Aktienanalysten ein positives Echo ausgelöst haben. Infineon gewinnen 2,2 Prozent auf 5,25 Euro und FMC 2,1 Prozent auf 39,67 Euro. Deutsche Telekom legen um 0,8 Prozent zu auf 9,14 Euro, nachdem laut Händlern die Analysten von Macquarie die T-Aktie auf „Outperform“ hochgestuft haben von „Underperform“. Nicht mithalten können ThyssenKrupp mit einem Plus von nur 0,6 Prozent auf 24,21 Euro. Die Analysten der UBS haben die Aktie auf „Neutral“ gesenkt von „Buy“. Im MDax gewinnen ProSieben 2,8 Prozent auf 13,88 Euro. Morgan Stanley hat das Kursziel auf 18,50 Euro von 14 Euro erhöht. Heideldruck setzen ihren Aufschwung mit einem Plus von 4,3 Prozent auf 7,38 Euro fort. Im TecDax liegen Solarworld und Dialog weiter auf Erholungskurs. Der MDax steigt um 0,7 Prozent und der TecDax um 1,4 Prozent.

          Deutsche Renten-Futures starten kaum verändert

          Die Renten-Futures gehen kaum verändert in den Donnerstag. Der Juni-Kontrakt auf den Bund fällt gegen 8.32 Uhr um einen Tick auf 125,55 Prozent. Das bisherige Tageshoch liegt bei 125,58 Prozent und das Tief bei 125,45 Prozent. Umgesetzt worden sind etwa 20.000 Kontrakte. Der Bobl-Future steigt um 3 Ticks auf 119,21 Prozent. Händler gehen von einer Seitwärtsbewegung aus mit einem Widerstand im Bund-Future bei 126,40 Prozent und einer Unterstützung um 124,70 Prozent. Wegen des Christi-Himmelfahrt-Feiertags in vielen europäischen Ländern wird mit einem ruhigen Geschäft gerechnet.

          Devisen: Euro stabilisiert sich unter 1,27 Dollar

          Der Euro hat sich am Donnerstag unter der Marke von 1,27 amerikanische Dollar eingependelt. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,2661 Dollar. Ein Dollar war damit 0,7896 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2686 (Dienstag: 1,2698) Dollar festgesetzt. Grund für die leichte Stabilisierung des Euro nach den Turbulenzen im Sog der schwelenden Schuldenkrise in Europa ist laut einem Händler das wieder etwas ruhigere Fahrwasser an den Finanzmärkten. Für Zuversicht in der europäischen Schuldenkrise hatte am Mittwoch vor allem die Ankündigung eines spanischen Sparprogramms gesorgt. Damit soll es dem Land gelingen, das Haushaltsdefizit rascher abzubauen als bisher geplant.

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