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Blick auf den Finanzmarkt : Dax setzt Erholung fort

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Der Euro hat sich am Freitag nach den starken Kursgewinnen der Vortage stabil über der Marke von 1,38 amerikanische Dollar gehalten. Die Aussicht auf eine Entspannung in der europäischen Schuldenkrise im Zuge eines Treffens der Finanzminister der Eurozone zum Wochenschluss gebe der Gemeinschaftswährung weiteren Auftrieb, hieß es von Händlern. Am Morgen stand der Euro bei 1,3869 Dollar. Im Verlauf der Woche legte die Gemeinschaftswährung damit etwa drei Cent zu. Ein Dollar kostete zuletzt 0,7208 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagmittag noch auf 1,3795 (Mittwoch: 1,3729) Dollar festgesetzt. Neben dem Treffen der Euro-Finanzminister profitiere der Euro zudem von der gestrigen Ankündigung der EZB, den Banken der Eurozone in Kooperation mit führenden Notenbanken zusätzliche Dollar-Kredite zu gewähren, sagte der Devisenexperte Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Die starke Kauflaune der Investoren an den Märkten nach der Ankündigung der EZB dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Misstrauen der Banken untereinander „erheblich“ sei. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers vor drei Jahren waren die Finanzströme zwischen den Banken zeitweise völlig zum Erliegen gekommen.

Börsen in Tokio schließen fest - Exportwerte gesucht

Gestützt von positiven amerikanische Vorgaben und einem etwas leichteren Yen hat die Börse in Tokio am Freitag mit deutlichen Aufschlägen geschlossen. Die Entscheidung mehrerer Zentralbanken, die Märkte mit Dollar-Liquidität zu versorgen, habe die Panik abgemildert, hieß es. Gesucht waren vor allem Exportwerte und Bankenaktien. Der Nikkei kletterte um 2,3 Prozent oder 195 Punkte auf 8.864, während der breitere Topix um 2,1 Prozent oder 16 Punkte auf 768 zulegte. Die Meldung, wonach die EZB, die Federal Reserve und die Notenbanken von Japan, England und der Schweiz, den Banken bei Bedarf Dollar über den Jahresultimo zur Verfügung stellen, hat nach Einschätzung eines Analysten von Daiwa Securities zwar eine von Europa ausgehende Kreditklemme verhindert. „Die griechische Schuldenkrise ist damit aber noch nicht gelöst“, so der Experte. Die Blicke seien daher auf den EU-Gipfel am kommenden Wochenende und den nächsten Besuch der internationalen Finanzkontrolleure in dem hochverschuldeten Land am Montag gerichtet. Die Gewinne am Berichtstag seien vor allem von Leereindeckungen ausländischer Investoren getrieben worden, erklärte unterdessen ein Analyst von Ichiyoshi Investment Management. „Die Erholung ist ein Zeichen dafür, dass die Investoren bisher zu pessimistisch waren. Zwar ist das Angebot der europäischen Zentralbanken ermutigend, ein derart starker Kurstreiber wäre die Meldung aber eigentlich nicht gewesen.“

Unter den Einzelwerten verteuerten sich Sony um 4,3 Prozent auf 1.578 Yen während Canon um 4,3 Prozent auf 3.410 Yen sprangen und Olympus um 7,4 Prozent auf 2.225 Yen. Im Bankensektor zogen Mitsubishi UFJ Financial Group um 4,5 Prozent auf 345 Yen an und Nomura Holdings um 5,5 Prozent auf 308 Yen. Gegen den Trend des Marktes brachen Tokyo Electric Power (Tepco) unterdessen um 5,9 Prozent auf 335 Yen ein, belastet von Äußerungen des neuen Wirtschaftsministers Edano, nach denen neben dem Unglücksatomkraftwerk „Fukushima Daiichi“ auch das ebenfalls zu Tepco gehörende Kernkraftwerk „Fukushima Daini“ außer Betrieb genommen werden müsse. Eine Wiederinbetriebnahme der Kernkraftwerke würde auf massives Unverständnis bei den Bewohnern der Region treffen, so Edano. Angesichts der enormen Kosten, die bei der Stilllegung von Atomkraftwerken anfallen, dürften sich die finanziellen Belastungen für Tepco stark vergrößern, hieß es von Marktteilnehmern. Nintendo büßten 0,6 Prozent auf 11.810 Yen ein. Hier belasteten Sorgen über die Umsatzentwicklung bei Spielekonsolen des Konzerns, nachdem einige andere Spielehersteller auf der aktuell stattfindenden Messe „Tokyo Game Show“ verstärkt neue Spiele für Smartphones und Soziale Netzwerke vorgestellt hatten.

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