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Blick auf den Finanzmarkt : Dax pendelt um den Vortagesschluss

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch behauptet in den Handel gestartet. Geringe Aufschläge zum Start wurden wieder abgegeben. Weiterhin sind die Banken das Thema Nummer eins am Aktienmarkt. Am Morgen kündigte die Commerzbank ihre seit langem erwartete Kapitalerhöhung an.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch behauptet in den Handel gestartet. Geringe Aufschläge zum Start wurden wieder abgegeben. Weiterhin sind die Banken das Thema Nummer eins am Aktienmarkt. Am Morgen kündigte die Commerzbank ihre seit langem erwartete Kapitalerhöhung an. Mit dem Erlös will die Bank bis Juni den größten Teil der stillen Einlage des Bundes ablösen. Der Dax fällt um 9.52 Uhr um 0,1 Prozent oder 8 Punkte auf 7.167. Aus technischer Sicht liege bei 7.200 Punkten ein Widerstand, der kurzfristige Aufwärtstrend unterstütze bei 7.140 Punkten.

          Die Commerzbank will bis Juni die stille Einlage des Bundes um 14,3 Milliarden Euro zurückführen und deshalb das Kapital um 11 Milliarden Euro erhöhen. Dazu wird zunächst eine bedingte Pflichtumtauschanleihe im Volumen von 2,6 Milliarden Euro bis 3,4 Milliarden Euro begeben. Die Hauptversammlung wird auf den 6. Mai vorgezogen, im Anschluss soll eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht um gut 8 Milliarden Euro durchgeführt werden. Der Bankenrettungsfonds SoFFin wird außerdem einen Teil der stillen Einlage in Aktien wandeln, er wird bei einem Anteil von 25 Prozent plus einer Aktie bleiben. Die Aktie legt im frühen Geschäft um 3,4 Prozent auf 5,80 Euro zu. Die von der Commerzbank angekündigten Kapitalmaßnahmen in zwei Schritten werden nach Einschätzung von Silvia Quandt Research eine stark gewinnverwässernde Wirkung haben. Während die aktuelle Schätzung der Analysten den Gewinn je Aktie 2012 bei 1,17 Euro sieht, dürfte es unter Einberechnung der am wahrscheinlichsten zu erwartenden Zahl neuer Aktien und unter Berücksichtigung der geringeren Belastungen nach der Rückführung stiller Einlagen an den Bankenrettungsfonds SoFFin bei 0,65 Euro liegen, entsprechend einer Gewinnverwässerung von 44 Prozent.

          Während Commerzbank nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung zulegen können, verlieren Deutsche Bank 1,5 Prozent auf 41,25 Euro. Im Handel wird auf einen Artikel im „Wall Street Journal“ verwiesen, in dem auch die Deutsche Bank mit einer weiteren Kapitalerhöhung möglicherweise an den Markt müsse. Laut Einschätzung von Nomura ist die Deutsche Bank mit Blick auf „Basel III“ eines der am schlechtesten kapitalisierten Institute Europas. Thyssen ziehen um 1,8 Prozent auf 29,92 Euro an, nachdem die Analysten der HSBC die Aktien auf „Overweight“ von „Neutral“ erhöht haben. Die Analysten von HSBC verweisen auf die attraktive Bewertung des Stahlunternehmens. Hugo Boss aus dem MDax steigen mit einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank um 2,4 Prozent auf 62 Euro.

          Kurse von Bundesanleihen, Peripheriebonds und Treasuries sinken leicht

          An den Anleihemärkten sind die Kurse am Mittwochmorgen minimal gesunken. Bei den deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg die Rendite um einen Basispunkte auf 3,4 Prozent. Um 11 Uhr MESZ stehen die endgültigen Zahlen für das Wirtschaftswachstum in der Euro-Region für das vierte Quartal an. In einer Umfrage von Bloomberg erwarten die befragten Ökonomen ein Wachstum von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch bei den Anleihen der europäischen Randstaaten waren leichte Kursverluste zu verzeichnen. Bei den 2-jährigen portugiesischen Staatspapieren stieg die Rendite um drei Basispunkte auf 9,17 Prozent. Portugal will heute kurzfristige Mittel am Markt beschaffen. Am amerikanischen Bondmarkt legte die Rendite der 10-jährigen Treasuries um einen Basispunkt zu auf 3,49 Prozent. Am Markt nehmen die Spekulationen zu, dass die Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen innerhalb eines Jahres erhöhen wird, um die Inflation in Schach zu halten. Aus dem Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung ging hervor, dass die Mitglieder des zinspolitischen Offenmarktausschusses darüber debattieren, wann sie damit beginnen sollten, die massiven Konjunkturanreize zurückzufahren. Am Primärmarkt will die Bundesrepublik Deutschland 2- jährige Papiere im Volumen von 5 Milliarden Euro auflegen. Finnland kommt mit zwei Emissionen von Papieren, jeweils im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro, an den Markt, die 2016 und 2015 fällig werden. Portugal will Schatzwechsel mit Laufzeiten bis Oktober und März im Volumen von einer Milliarde Euro am Markt unterbringen.

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