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Blick auf den Finanzmarkt : Dax nach schwachen Vorgaben aus Asien im Minus

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Nach schwachen Vorgaben aus Asien tendiert der Dax am Dienstag leichter. Ein schwächerer Auftragseingang in China deutet in Asien Börsianern zufolge auf ein langsameres Wachstum hin.

          Nach schwachen Vorgaben aus Asien hat der Dax am Dienstag im Minus eröffnet. In den ersten Handelsminuten gab der Leitindex 1,7 Prozent auf 5862 Punkte ab. Der MDax verliert 1,9 Prozent auf 7873 Punkte, der TecDax fällt um 1,3 Prozent auf 739 Punkte.Die Furcht vor einem Abkühlen des weltweiten Wirtschaftswachstums hatte die Märkte in Fernost belastet. Ein schwächerer Auftragseingang in China deutete dort Börsianern zufolge auf ein langsameres Wachstum hin.

          „Der gezügelte Aufwärtstrend in Europa infolge der Schuldenkrise hat natürlich auch Auswirkungen auf den chinesischen Export“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Für die Entwicklung der Kurse bleibe zudem abzuwarten, wie die anstehenden Konjunkturdaten am Markt aufgenommen würden.

          Die Nachrichtenlage sei aber noch sehr dünn und Börsianer warten auf neue Impulse, hieß es.Nach einem ruhigen Handel zum Wochenauftakt wegen der Feiertage in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien öffnen am Dienstag wieder die Börsen in London und New York. Andere Händler verwiesen auch auf die neue politische Unsicherheit in Deutschland und die weitere Schwächung von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler am Vortag. Dies werde nach dem ruhigen Wochenauftakt an den Börsen wegen der Feiertage im Ausland nun spürbarer.

          K+S sind mit einem Aufschlag von 0,1 Prozent auf 36,655 Euro der einzige Dax-Wert im Plus. Ein Händler begründete den Anstieg mit einer Hochstufung durch die Analysten vom Bankhaus Metzler, die ihre Empfehlung von „Sell“ auf „Buy“ mit dem Kursziel 43 Euro erhöhten. Am Ende des Leitindex stehen dagegen Infineon-Papiere mit einem Minus von 3,7 Prozent auf 4,488 Euro. Börsianer sehen Infineon nach der Trennung von der mittlerweile abgewickelten Tochter Qimonda kaum von Nachrichten über Speicherchips bewegt. Das Papier schwanke aber oft stärker als der Markt und stehe daher am Dax-Ende.

          Zu den größten Verlierern zählen zudem Stahlwerte mit einem Abschlag von 2,1 Prozent für Thyssen-Krupp und 2,5 Prozent für Salzgitter-Titel. Das Wall Street Journal rückte am Morgen nochmals den Druck auf die Stahlpreise als Belastungsfaktor in den Fokus.

          Stärkster Wert im TecDax sind Software AG mit einem Plus von 1,9 Prozent auf 82,30 Euro. Möglicherweise profitiere die Aktie mit von dem positiven Kommentar durch Cheuvreux zu SAP, sagt ein Händler.

          Deutsche Anleihen tendieren uneinheitlich

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag uneinheitlich. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 3 Basispunkte auf 128,77 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future gewinnt 7 Basispunkte auf 120,63 Prozent.

          Die Aktivität am europäischen Staatsanleihenmarkt werde sich mit der Rückkehr der Anleger aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien wieder beleben, schreibt die HSH Nordbank. Nach dem eher pessimistischen Finanzmarktstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB) dürften sich die Anleger weiter in Bundesanleihen wohlfühlen und keine Neigung zu Umschichtungen in risikobehaftetere Anlagen verspüren.

          Der Druck auf den Rentenmarkt wird sich nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in Grenzen halten. Der am Nachmittag veröffentlichte amerikanischen Einkaufsmanagerindex ISM biete eher Enttäuschungspotenzial. Das anhaltend hohe Indexniveau sollte jedoch zeigen, dass sich die Vereinigten Staaten weiterhin auf Wachstumskurs befindet.

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