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Blick auf den Finanzmarkt : Dax nach negativer Vorgabe schwächer

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Der Dax ist am Mittwoch mit leichten Kursverlusten in den Handel gestartet. Händler sprechen von einer trüben Stimmung, nachdem die Sorgen über die europäischen Banken wieder aufgeflackert sind. Zudem fiel in Tokio der Nikkei-Index um über zwei Prozent.

          Schwache Vorgaben der Börsen in Übersee belasten den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch. Der Dax sinkt um 0,2 Prozent auf 6105 Punkte und weitet damit seine Vortagsverluste etwas aus. Der MDax mittelgroßer Werte fällt um 0,4 Prozent auf 8426 Punkte. Der Index für Technologiewerte TecDax gibt um 0,5 Prozent auf 755 Punkte nach.

          Die amerikanischen Märkte seien im Sitzungsverlauf kontinuierlich abgebröckelt und nach dem langen Wochenende in den Vereinigten Staaten sei das besonders bedenklich, sagt Analyst Ben Potter von IG Markets. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,3 Prozent seit dem Vortagesschluss auf Xetra und in Japan schloss der Leitindex Nikkei 225 mit Verlusten. Die Agenda bleibt noch relativ dünn bestückt.

          Finanztitel bleiben weiter im Fokus. Bereits am Dienstag hatte ein Artikel im „Wall Street Journal“ die Notierungen unter Druck gesetzt, wonach in dem europäischen Bankenstresstest die möglichen Belastungen durch den Ausfall staatlicher Kreditnehmer nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt worden seien.

          Außerdem bleibt weiter unklar, wie sich die aktuell diskutierten, schärferen Regeln zur Kapitalausstattung von Banken (“Basel III“) auf die Branche auswirken werden. Der Kurs der Commerzbank-Aktie sinkt um 0,4 Prozent auf 6,312 Euro und der der Deutschen Bank ebenso stark auf 49,135 Euro.

          Am Dax-Ende fällt der Kurs von Infineon um 2 Prozent auf 4,242 Euro. Die UBS hatte das Kursziel für die Aktien des Chipkonzerns von 5,35 auf 4,70 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Neutral“ belassen. Bei den frühzyklischen Halbleiterunternehmen beginne sich die Ergebnisdynamik abzuschwächen, schrieb Analyst Nick Nelson in einer Branchenstudie. Ferner sei die Bewertung der Chip-Aktien nicht mehr attraktiv zu nennen. Deshalb habe er den Halbleitersektor von „Neutral“ auf „Underweight“ abgestuft.

          Rentenmarkt tendiert leichter

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 17 Basispunkte auf 122,80 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 12 Basispunkte auf 116,50 Prozent.

          Trotz der leichten Verluste sehen die Analysten der LBBW den Aufwärtstrend des Bund-Future intakt. Sollte der Future die Marke von 132 Prozent durchbrechen, wäre der Weg bis 132,50 Prozent und danach 132,75 Prozent frei.

          Yen auf 15-Jahres-Hoch gegenüber Dollar

          Der Euro zeigt sich am Mittwochmorgen zu Beginn des europäisch geprägten Handels tendenziell schwächer zum Dollar und handelt nahe der Marke von 1,27 Dollar. Zwischenzeitlich war die Gemeinschaftswährung auf 1,2676 Dollar zurückgefallen. Händler machen in erster Linie eine gesunkene Risikobereitschaft der Marktteilnehmer verantwortlich vor dem Hintergrund wieder erwachter Sorgen bezüglich der Schuldenproblematik in der Eurozone.

          „Der Eurokurs und die Risikotoleranz an den Märkten sind zur Zeit sehr stark korelliert“, meint ein Händler. Insofern sei der Euro anfällig für schlechte Nachrichten von Konjunkturseite. Am Mittwoch stehen unter anderem BIP-Revisionen aus Europa auf der Agenda. Vor allem die Daten der Problemkandidaten Griechenland, Portugal und Ungarn stehen im Fokus der Marktteilnehmer.

          Mittags wird die deutsche Industrieproduktion für Juli veröffentlicht. Volkswirte erwarten einen saisonbereinigten Anstieg um 1 Prozent gegenüber Juni. Zuvor war die Industrieproduktion um 0,6 Prozent zurückgegangen. Am Abend dürfte der Markt dann den Fokus auf den Konjunkturbericht „Beige Book“ der amerikanischen Notenbank lenken.

          Mit dem schwächelnden Euro stünden auch die zuletzt freundlichen technischen Signale auf dem Prüfstand, meinen die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Unterstützt sei der Euro bei 1,2663 Dollar, darunter sei die Zone um 1,2600 Dollar entscheidend. Sollte diese Marke durchbrochen werden, wäre der Weg bis 1,2430 Dollar frei.

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