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Blick auf den Finanzmarkt : Dax nach Anfangsverlusten im Plus

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Der Dax erholt sich am Montag im frühen Verlauf von den Anfangsverlusten. Teilnehmer führen die Erholung auf die Stärke von Bank- und Versicherungsaktien zurück, die mittlerweile deutlich im Plus stehen. Die Aussicht auf eine Ausweitung der Anleihenkäufe durch die EZB nach dem G-20-Treffen am Wochenende sei hierfür verantwortlich.

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          Der Dax erholt sich am Montag im frühen Verlauf von den Anfangsverlusten. Gegen 10.10 Uhr MESZ gewinnt der Index 0,9 Prozent auf 5.243 Punkte, nach einem Tagestief zur Eröffnung bei 5.118 Punkten. Teilnehmer führen die Erholung auf die Stärke von Bank- und Versicherungsaktien zurück, die mittlerweile deutlich im Plus stehen. Die Aussicht auf eine Ausweitung der Anleihenkäufe durch die EZB nach dem G-20-Treffen am Wochenende sei hierfür verantwortlich. Im Fokus stehe zudem der Ifo-Geschäftsklimaindex, der um 10.00 Uhr MESZ veröffentlicht wurde und schwach, aber „besser als erwartet“ ausfiel.

          Schuldenkrise stützt weiter

          Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Montag gestützt durch die anhaltende Schuldenkrise in der Eurozone etwas fester in den Handel gegangen. Der Kurs des für den deutschen Staatsanleihemarkt richtungsweisenden Euro-Bund-Future stieg um 0,5 Prozent 138,17 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,724 Prozent. „Am europäischen Staatsanleihemarkt steht zunächst die Verarbeitung der Ergebnisse des Treffens der G20-Finanzminister und -Notenbankchefs vom Wochenende auf dem Programm“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. „Die Ergebnisse waren erwartungsgemäß sehr dürftig.“ Und so gehe es mit Enttäuschung an den Aktienmärkten und Rückenwind für die Bundesanleihen in die neue Handelswoche. Auch der deutlich schwächer erwartete Ifo-Geschäftsklimaindex dürfte nach Einschätzung der Bank für Unterstützung sorgen. Den Euro-Bund-Future sehen die Experten in einer Handelsspanne von 137,80 bis 139,20 Punkten.

          Eurokurs fällt vor Ifo-Index deutlich

          Der Kurs des Euro ist am Montag im frühen Handel deutlich gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3413 amerikanische Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7455 Euro wert. Im asiatischen Handel hatte der Euro noch zeitweise 1,3583 Euro gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,3430 (Donnerstag: 1,3448) Dollar festgesetzt. Die anhaltende Schuldenkrise in der Eurozone belastet laut Händlern weiter die Gemeinschaftswährung. Der Devisenmarkt müsse erst das Treffens der G20-Finanzminister und -Notenbankchefs vom Wochenende verarbeiten, kommentiere die HSH Nordbank. „Die Ergebnisse waren erwartungsgemäß sehr dürftig.“ Zugleich erwarten Experten in Deutschland einen deutlich schwächeren Ifo-Geschäftsklimaindex für den Monat September. Zum japanischen Yen fiel der Euro auf 102,19 Yen und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2001.

          Goldpreis fällt unter 1.600 Dollar - Silberpreis bricht um 15 Prozent ein

          Der Goldpreis ist am frühen Montag erstmals seit Mitte Juli wieder unter die Marke von 1.600 Dollar je Feinunze gefallen. Gegen 7.54 Uhr MESZ kostet das Edelmetall 1.584,77 Dollar, das sind 4,4 Prozent weniger als am Freitag in New York, wo noch 1.657,20 Dollar bezahlt worden waren. Auch der Silberpreis steht unter Druck. Er verringert sich um mehr als 15 Prozent auf 26,13 Dollar. Im Handel wird zur Begründung der Abschläge darauf verwiesen, dass Anleger angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten Edelmetallbestände verkauften und es vorzögen, direkt im Dollar als sicherem Hafen investiert zu sein. Der steigende Dollar selbst sorge ebenfalls wieder für Druck auf die Edelmetallpreise. Verwiesen wird zudem auf die erneut erhöhten Margenanforderungen an der Warenbörse CME in Chicago, die damit der hohen Volatilität der Preisbewegungen begegnen will, nachdem die Preise für Gold, Silber und Kupfer zuletzt stark unter Druck geraten waren. Für Gold wurden die Marge um 21 Prozent erhöht, für Silber um 16 Prozent und für Kupfer um 18 Prozent. Bereits im August war die Margenanforderung für Gold zweimal angehoben worden. Wegen ihrer im Gegensatz zu Gold stärkeren industriellen Verwendung sehen Analysten unterdessen für Silber, Kupfer und Platin größeres Abwärtspotential als für den Goldpreis.

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