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Blick auf den Finanzmarkt : Dax nach Anfangsgewinnen im Minus

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Aus Sorge über die Folgen der europäischen Schuldenkrise haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag erneut zurückgehalten. Der Dax kletterte in den ersten Handelsminuten nur leicht, rutschte aber schnell ins Minus. Im Fokus der deutschen Anleger standen Münchener Rück. Der Konzern hatte mitgeteilt, das verheerende Erdbeben in Chile werde ihn härter treffe als bisher vermutet.

          Aus Sorge über die Folgen der europäischen Schuldenkrise haben sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Dienstag erneut zurückgehalten. Der Dax kletterte in den ersten Handelsminuten nur leicht um 0,2 Prozent auf 5913 Punkte, drehte aber rasch nach unten und verzeichnete Kursverluste. Am späten Vormittag liegt der Index mit einem Minus von 0,7 Prozent bei 5,862 Zählern.

          Deutliche Kursverluste verzeichen die Werte der Versorger und der Lufthansa. Diese Unternehmen zählen zu den Verlierern der bisherigen Sparpläne der deutschen Regierung.

          Der Dow-Jones-Index war am Montag mit einem Minus von 1,2 Prozent aus dem Handel gegangen. In Tokio notierte der Nikkei am Dienstag nahezu auf Vortagsniveau. Im Fokus der deutschen Anleger standen Münchener Rück. Die Titel des weltgrößten Rückversicherers zählen mit einem Minus von 1,6 Prozent zu den schwächsten Aktien im Markt. Der Konzern hatte mitgeteilt, dass das verheerende Erdbeben in Chile die Versicherung härter treffe als bisher vermutet.

          Deutsche Anleihen tendieren knapp gehalten

          Die deutschen Staatsanleihen sind am Dienstag mit Kursverlusten in den Handel gegangen, drehten aber rasch nach oben. Der September-Kontrakt des Euro-Bund-Future liegt am stäten Vormittag mit einem Plus von 0,36 Prozent bei 129,67 Prozent. Der Juni-Kontrakt, der um einiges höher als der September-Kontrakt notiert, läuft am heutigen Dienstag aus. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,511 Prozent. Sorgen um die Staatshaushalte in Europa beherrschten nach wie vor das Geschehen, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Neue Konjunkturdaten dürften hingegen kaum eine Rolle spielen.

          Kurse amerikanischer Treasuries geben nach

          Erstmals seit drei Tagen haben am Dienstag die Kurse der amerikanische Treasuries nachgegeben. Angesichts der steigenden Kurse an den Börsen in Asien sowie der Kurserholung beim Euro waren die als sicher geltenden Staatsanleihen weniger gefragt. Im Euroraum pendelten Bondkurse um die Vortageswerte. Zehnjährige Treasuries rentierten im frühen Handel bei 3,18 Prozent drei Basispunkte höher. Die Rendite von Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit war bei 2,55 Prozent unverändert. Am Terminmarkt gab der Bund-Future drei Basispunkte auf 129,27 Prozent ab. Bei den amerikanischen Staatsanleihen belastete zudem das in dieser Woche an den Markt kommenden Volumen an neuen Papieren. Am Mittwoch kommen zehnjährige Papiere über 21 Milliarden Dollar und am Donnerstag eine 30jährige Anleihe über 13 Milliarden Dollar an den Markt. Am heutigen Dienstag steht eine Auktion von dreijährigen Papieren im Volumen von 36 Milliarden Dollar an. Die aktuell niedrigen Renditen dürften die Nachfrage belasten, hieß es am Markt. Auch die Niederlande und Österreich wollen am Dienstag den Primärmarkt anzapfen. Der amerikanische Notenbankchef Ben S. Bernanke erklärte, dass die Federal Reserve die Leitzinsen von ihrem Rekordtief anheben werde, bevor sich der amerikanische Arbeitsmarkt erholt. „Wir können nicht warten, bis die Arbeitslosigkeit da ist, wo wir sie gerne hätten.“ Wir müssen vorher die Zinsen erhöhen oder die Inflation werde außer Kontrolle geraten, erklärte der Notebankchef in Washington. Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten ist von 10,1 Prozent im Oktober auf 9,7 Prozent im Mai gesunken. „Irgendwann wird die Fed die Zinsen erhöhen müssen“, sagte Kei Katayama, Fondsmanager bei Daiwa SB Investments Ltd. „Die konjunkturelle Lage ist nicht so schlecht.“

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