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Blick auf den Finanzmarkt : Dax mit technischem Erholungsversuch

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Nach stützenden Aussagen von den G-20 und den herben Verlusten der beiden Vortage hat der deutsche Aktienmarkt zum Wochenabschluss zu einem Erholungsversuch angesetzt. Die Ankündigung „starker und koordinierter Schritte“ zur Stabilisierung der Weltwirtschaft sorgte zu Beginn für leichte Kursgewinne.

          Nach Kursverlusten von gut 7 Prozent während der beiden vorangegangenen Handelstage erholt sich der Dax am Freitagmorgen etwas. Stützend wirkt sich Händlern zufolge das Kommuniqué der Finanzminister und Notenbankchefs der G-20-Staaten aus. Diese versprechen koordinierte und starke Maßnahmen zur Unterstützung der Weltwirtschaft, Bekämpfung von Schuldenkrisen, Eindämmung von volatilen Märkten und hoher Arbeitslosigkeit. Bis 9.37 Uhr steigt der Leitindex um 0,4 Prozent oder 23 auf 5.187 Punkte. Charttechniker sehen den nächsten Widerstand für den Dax im Bereich von 5.350 Punkten. Unterstützung machen sie auf dem Niveau von 4.966 Punkten aus. In der zweiten Reihe geht es für den MDax hingegen um 0,4 Prozent oder 33 auf 8.198 Punkte nach unten. Der TecDax gibt um 0,4 Prozent oder 2 auf 652 Punkte nach.

          Übergeordnet wird der deutsche Aktienmarkt aber weiter von der sich verschärfenden Staatsschuldenkrise im Euroraum belastet. So hat der niederländische Notenbankpräsident Klaas Knot der Zeitung „Het Financieele Dagblad“ gesagt, dass ein Bankrott Griechenlands nicht mehr ausgeschlossen sei. Damit hat sich erstmals ein Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank skeptisch zu den Chancen Athens geäußert, den drohenden Bankrott noch abwenden zu können. Die Agenda der Konjunkturdaten ist durch die Bank lediglich mit makroökonomischen Kennziffern aus der zweiten Reihe bestückt, Impulse dürften von dieser Seite daher ausbleiben. Am ehesten könnte noch der belgische Geschäftsklimaindex für September Aufmerksamkeit erregen. Ökonomen erwarten einen Rückgang auf minus 9,0 von minus 7,8 Punkten im August.

          Dieser Frühindikator gilt manchen Volkswirten als guter Vorläufer für den in der kommenden Woche erwarteten deutschen Ifo-Geschäftsklimaindex. Die belgische Ökonomie ist stark auf Vorprodukte spezialisiert, springt dort also die Lackproduktion an, könnte dies also eine in Deutschland anziehende Automobilkonjunktur signalisieren. Beflügelt von unerwartet guten Quartalszahlen des amerikanische Wettbewerbers Nike steigen adidas um 2,8 Prozent auf 47,30 Euro und sind damit bislang Tagesgewinner. Der größte Sportartikelhersteller der Welt hat mit einem Plus von 15 Prozent binnen Jahresfrist den Umsatz in Nordamerika überraschend stark gesteigert. Dort ist adidas mit Reebok vertreten. Ansonsten machen vor allem die Umstufungen der Analysten die Kurse: So hat die UBS ihre Empfehlung für die Aktien von MAN auf „Buy“ von „Neutral“ angehoben. Die Aktien des Nutzfahrzeugherstellers steigen um 1,9 Prozent auf 57,02 Euro. Für Allianz geht es um 1,3 Prozent auf 59,08 Euro nach oben. Morgan Stanley hat Händlern zufolge die Papiere des Versicherers auf die Liste der am stärksten zu bevorzugenden Titel gesetzt. Weiter nach unten geht es hingegen für K+S, die sich um 2,0 Prozent auf 40,87 Euro verbilligen. Börsianer verweisen auf Abgabedruck, der von den sich nach wie vor abschwächenden Rohstoffpreisen ausgehe.

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