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Blick auf den Finanzmarkt : Dax mit Abschlägen

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Nach der Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Moody's ist der Dax am Dienstag mit Abschlägen in den Handel gestartet. Wegen der neuen Zweifel an einer schnellen Gesundung der Euro-Zone war der Dow Jones am Vorabend ins Minus gedreht.

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          Beeindruckt von schwachen Vorgaben von der Wall Street hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt. Der Dax fällt um 0,3 Prozent auf6109 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte gibt ebenfalls 0,3 Prozent ab auf 8369 Punkte. Für den TecDax geht es um 0,5 Prozent auf 769 Zähler nach unten.

          Zuvor hatte eine Abstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch Moody's an den amerikanischen Börsen wieder die Schuldenkrise in der Eurozone in den Vordergrund gerückt. Der Dow Jones Industrial ging mit einem Abschlag von 0,2 Prozent aus dem Handel, nachdem er zwischenzeitlich schon mit 1,15 Prozent im Plus gelegen hatte. In Tokio schloss der Handel indes nahezu unverändert. Im Tagesverlauf warten Börsianer auf neue Impulse von Seiten der Konjunkturdaten: Aus Deutschland steht am Morgen der ZEW-Index an, gefolgt von amerikanischen Daten am Nachmittag.

          Im insgesamt etwas schwächeren Umfeld fällt der Aktienkurs von Heidelberger Druck, beeindruckt von einer geplanten Kapitalerhöhung um mehr als 8 Prozent auf 7,997 Euro. 420 Millionen Euro wollen die Heidelberger einsammeln, um ihre Schulden abzubauen und zugleich seine Eigenkapitalstruktur zu verbessern.

          Euphorisch geht es dagegen bei den Aktien von Sky Deutschland zu, deren Kurs um 9,2 Prozent auf 1,494 Euro hochschnellt. Laut Medienberichten will der Medienmogul Rupert Murdoch den britischen Satellitensender British Sky Broadcasting komplett übernehmen. Das entzündet Phantasie auch für den angeschlagenen deutschen Pay-TV-Sender, bei dem Murdoch ebenfalls Großaktionär ist.

          Im Dax sind Infineon bester Wert und gewinnen 1,6 Prozent auf 5,02 Euro. Laut der „Financial Times Deutschland“ erwägt der Chipkonzern eine Trennung von seiner Handychip-Sparte, die nach wie vor als Sorgenkind gilt. Demnach soll JPMorgan alle strategischen Möglichkeiten für die Sparte bis hin zu einem Verkauf analysieren.

          Rentenmärkte tendieren fest

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag fest. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 45 Basispunkte auf 129 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 23 Basispunkte auf 120,75 Prozent. Als stützend für den Rentenmarkt erweisen sich die Abstufung Griechenlands durch Moody's sowie der wieder zur Schwäche neigende Euro.

          Wie die Investoren die Lage einschätzen wird sich nach Einschätzung der Helaba am Donnertag zeigen, wenn Spanien mit zehn- und dreißigjährigen Staatsanleihen an den Markt gehe. Der aktuelle Renditeaufschlag von rund 200 Basispunkten gegenüber Bundesanleihen stelle eine ansehnliche Risikoprämie dar. Die absolute Höhe des Zinsniveaus von 4,7 Prozent sei für Spanien keine kritische Größe, zumal der Durchschnittszins seit Euro-Einführung nur leicht darunter bei 4,4 Prozent liege und die Staatsverschuldung vergleichsweise moderat sei.

          Der Ausgang der Auktion dürfte auch Auswirkungen auf die französischen Emissionen am Freitag haben. Sollten die Spreads im Euroraum in dieser Woche sinken, dürfte auch der Bund-Future unter Druck kommen, heißt es. Die Analysten sehen den Bund derzeit in einer Handelsspanne zwischen 128,30 Prozent und 129,40 Prozent.

          Euro nach Griechenland-Abstufung etwas leichter

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