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Blick auf den Finanzmarkt : Dax- leichte Konsolidierung auf hohem Niveau

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Der Dax hat am Donnerstag seine Rekordjagd zunächst fortgesetzt, konsolidiert aber schließlich leicht. Die jüngsten Fusionsgespräche unter den Börsenbetreibern dürften die M&A-Fantasien auch in anderen Sektoren wecken, heißt es optimistisch.

          Der deutsche Aktiemarkt ist am Donnerstag etwas leichter in den Handel gestartet. Der Dax verliert um 9.45 Uhr MEZ 0,4 Prozent oder 26 Punkte auf 7.295. Das Haupthema in den Handelsräumen sind die Fusionsgespräche unter den Börsenbetreibern, die M&A-Fantasie auch in anderen Sektoren wecken dürften. Während in den vergangenen Monaten große Übernahmen überwiegend jenseits des Atlantiks stattgefunden haben, schwappt die Übernahmewelle mit der angestrebten Fusion der Deutschen Börse mit der NYSE-Euronext nach Deutschland herüber. Die Agenda der makroökonomischen Kennziffern ist am Berichtstag dünn bestückt. Am Mittag wird allerdings die Bank of England über ihre Geldpolitik entscheiden. Angesichts zuletzt widersprüchlicher konjunktureller Signale aus der Wirtschaft des Vereinigten Königreichs gehen Beobachter jedoch davon aus, dass die Währungshüter zunächst einmal die Füße still halten werden. Damit würde der Leitzins weiter bei 0,5 Prozent liegen und das Kaufprogramm für Wertpapiere unverändert auf 200 Milliarden Pfund lauten. Aus den Vereinigten Staaten sind für den Nachmittag die Erstanträge auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung avisiert. Hier lautet der Ökonomenkonsens auf ein Minus von 4.000 binnen Wochenfrist.

          Die Aktie der Deutschen Börse legt um 5,6 Prozent auf 60,65 Euro zu. Im Zuge einer Fusion mit der NYSE Euronext rechnen die Analysten von Keefe Bruyette & Woods bei der Deutsche Börse mit einer gewinnsteigernden Wirkung von 9 Prozent im Jahr 2011 oder 7 Prozent im Jahr 2012 - basierend auf den angekündigten Kostensynergien von 300 Millionen Euro - was die Analysten angesichts der jüngsten Kosteneinsparungen bei den beiden Börsen für eine recht aggressive Schätzung halten. Möglicherweise ergäben sich auch Umsatzsynergien, aber hier sind die Analysten noch vorsichtig. Ein anderer Marktteilnehmer weist darauf hin, dass sich der deutsche Börsenbetreiber mit der geplanten Fusion um Chancen in den Wachstumsmärkten bringen dürfte. „Derzeit ist fast wöchentlich ein Mitglied der Führungsetage der Deutschen Börse in China unterwegs, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten“, sagt der Markteilnehmer. Dieser Zug sei mit einer Fusion mit NYSE Euronext allerdings wohl abgefahren. Lufthansa verlieren nach der Gewinnwarnung des Wettbewerbers Air France-KLM 3 Prozent auf 15,43 Euro. Auf der Verliererseite sind die Finanzwerte anzutreffen. So geben Allianz um 1,5 Prozent, Commerzbank um 0,8 Prozent und Deutsche Bank um 1,2 Prozent nach.

          Die Aktie von HeidelbergCement verliert nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen 1 Prozent auf 47,94 Euro. „Regional ist es in Amerika besser als erwartet gelaufen, in Europa hatte der Winter das Geschäft im Griff“, so Marc Gabriel, Analyst beim Bankhaus Lampe. Als „vertrauensbildende Maßnahme“ sei das Erreichen der Kosteneinsparungen in einem Volumen von 300 Millionen Euro zu werten. Dies zeige, dass HeidelbergCement die Kosten im Griff habe Im MDax bewegen sich Rhön-Klinikum und Gerresheimer nach wie erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen kaum. Im TecDax hat Dialog Semiconductor Zahlen vorgelegt. „Die Zahlen für das vierte Quartal sind in Ordnung, der Zukauf war allgemein zwar erwartet worden, der Zeitpunkt kommt aber etwas überraschend“, kommentiert ein Händler die Nachrichten. Die Aktien von Dialog Semiconductor verlieren 3 Prozent auf 15,71 Euro.

          Deutsche Anleihen tendieren etwas fester zu Handelsbeginn

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