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Blick auf den Finanzmarkt : Dax klettert auf Niveau vor der Japan-Katastrophe

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Erstmals seit dem Erdbeben in Japan hat der Dax am Mittwoch wieder die Marke von 7000 Punkten überschritten. Positive Vorgaben von den Börsen in den Vereinigten Staaten und Japan sorgen auch am deutschen Aktienmarkt für Kauflaune.

          Starke Vorgaben haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch auf das Niveau vor der Erdbeben-Katastrophe in Japan gehievt. Der Dax steigt um 1 Prozent auf 7007 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte liegt mit 1 Prozent im Plus bei 10.321 Punkten und auch der TecDax gewinnt 0,7 Prozent auf 922 Punkte.

          „Ein solider Handel an der Wall Street und starke Kursgewinne in Asien machen den Weg frei für eine Rally an den europäischen Handelsplätzen“, sagte Marktstratege Ben Potter von IG Markets. Der Nikkei-225-Index schloss 2,6 Prozent im Plus und auch der der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial stieg seit dem Xetra-Schluss vom Vorabend um 0,62 Prozent.

          Positiv werten Börsianer zudem die Entspannung am Ölmarkt mit fallenden Preisen im asiatischen Handel nach Gewinnmitnahmen. Besonders Augenmerk dürfte am Nachmittag der ADP-Arbeitsmarktbericht erhalten. Er gilt als wichtiger Indikator für den amerikanischen Arbeitsmarktbericht am Freitag.

          Im Dax steigen die Papiere von Bayer in dem starken Marktumfeld um 1,1 Prozent auf 54,92 Euro. Ein Händler sieht die Papiere zusätzlich durch einen Medienbericht über starke Nachfrage nach dem Medikament Pradaxa von Boehringer Ingelheim in den Vereinigten Staaten gestützt. „Pradaxa ist in der Schlaganfallprävention ein Konkurrenzprodukt zu Xarelto von Bayer“, meint der Börsianer. Es sei seit einigen Monaten auf dem Markt, während sich Xarelto noch im Zulassungsprozess befindet.

          Die Titel von ProSiebenSat.1 zählen im MDax mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 20,871 Euro zu den Favoriten. Dem „Handelsblatt“ zufolge übernimmt der private Fernsehkonzern die Mehrheit an der Londoner Produktionsfirma „The Mob Film“, um künftig deutlich stärker mit amerikanischen und englischen Sendern ins Geschäft zu kommen. Die Papiere des Chemikalienhändlers Brenntag profitierten von einer positiven Studie der Credit Suisse und stiegen um 2 Prozent auf 77,70 Euro.

          Ansonsten meldeten sich noch einige Unternehmen mit endgültigen Geschäftszahlen für 2010 und Aussagen zum laufenden Jahr zu Wort. Die Baumarktkette Praktiker etwa rutschte zwar im abgelaufenen Jahr tiefer in die roten Zahlen, will die Dividende in Höhe von 0,10 Euro aber stabil halten. Daher steigt der Kurs um 1,1 Prozent auf 8,58 Euro.

          Rentenmarkt tendiert schwächer

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 23 Basispunkte auf 121,27 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 14 Basispunkte auf 114,54 Prozent.

          Vor allem die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) lastet laut Beobachtern auf den Anleihen. „Verantwortlich dafür sind Erwartungen, dass die EZB wie angekündigt auf ihrer Zinssitzung in der nächsten Woche die Leitzinsen erhöht“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. „Auch heute sollten sich weiterhin die Zinsphantasien für die EZB bei den Bundesanleihen bemerkbar machen.“ Damit könnten Bundesanleihen nicht von der Regierungskrise in Portugal profitieren. So gab EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark weitere Hinweise auf eine baldige Zinserhöhung. „Es ist Zeit, Schritt für Schritt in Richtung Normalität zu gehen“, sagte Stark in einem FAZ-Interview.

          Aussicht auf Ende der lockeren Geldpolitik stützt den Dollar

          Ein steigender Dollar prägt am Mittwochmorgen das Geschehen im frühen europäischen Währungshandel. Die Gemeinschaftswährung fiel im Tagestief zur amerikanischen Währung auf 1,4070 Dollar, nachdem sie nur kurz zuvor im Tageshoch noch 1,4130 Dollar kostete. Vom Tief hat sich der Euro unterdessen wieder etwas erholt und wechselt mit 1,4090 Dollar die Besitzer.

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