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Blick auf den Finanzmarkt : Dax kann Anfangsgewinne nicht halten

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Nach der Veröffentlichung der europäischen Banken-Stresstests ist der Dax am Montag mit einem leichten Plus in die Woche gestartet, konnte dieses aber nicht halten. Auch die Nebenwerte gaben erste Zugewinne zum Teil wieder ab.

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          Der Dax kann am Montag nach etwas festerem Start nicht dauerhaft vom Ausgang der Stresstests für Banken und positiven Vorgaben der Überseebörsen profitieren. Der Leitindex notieret nahezu unverändert bei 6165 Punkten. Der MDax gewinnt dagegen 0,4 Prozent auf 8533 Punkte und auch der TecDax rückt um 0,4 Prozent auf 789 Punkte vor.

          In der deutschen Bankenbranche war die Erleichterung nach den europaweiten Stresstests groß, denn für die hiesigen Finanzinstitute ging der große Krisentest unter dem Strich gut aus: 13 von 14 Instituten kamen durch, nur die Hypo Real Estate schaffte es erwartungsgemäß nicht. Auch Nord/LB und Postbank bestanden, wenn auch knapp.

          Die Aktien der Commerzbank gewinnen an der Dax-Spitze 1,6 Prozent auf 6,543 Euro, während die der Deutschen Bank am Dax-Ende um 1,4 Prozent auf 49,075 Euro fallen. Im MDax rückten die Aktien der Postbank um 1,3 Prozent auf 23,60 Euro vor. Ein Händler hebt vor allem positiv hervor, dass nach den Tests die Absicherungskosten für Kredite gefallen sind.

          Dass die Banken insgesamt nicht allzu stark zulegen, wird unter anderem damit begründet, dass bereits vieles im Vorfeld durchgesickert war. „Zur Mitte der vergangenen Woche hatten Personen aus dem politischen Umfeld der Tester längst durchblicken lassen, wie erste Stresstestergebnisse ausfallen dürften und Investoren haben schon darauf reagieren können“, sagt etwa Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Die auffällige Schwäche der Deutsche-Bank-Aktie wurde zudem damit begründet, dass der deutsche Branchenprimus an diesem Dienstag Quartalszahlen vorlegt und damit gerechnet wird, dass der Gewinn im zweiten Quartal rückläufig war.

          Deutsche Anleihen tendieren schwächer

          Der deutsche Rentenmarkt hat am Montag leichter eröffnet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 21 Basispunkte auf 128,12 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 8 Basispunkte auf 119,88 Prozent.

          „Welchen Wert der Stresstest haben wird, wird sich im Laufe der nächsten Tage an der Entwicklung der LIBOR-Sätze, der Nutzung der Einlagenfazilität der EZB und der Inanspruchnahme der EZB-Wertpapierpensionsgeschäfte zeigen“, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Europas Banken hatten sich beim großen Stresstest insgesamt widerstandsfähig gegen Krisenszenarien gezeigt. Die Ergebnisse waren am Freitagabend veröffentlicht worden.

          Ansonsten stehen die Rentenmärkte aus Sicht der HSH Nordbank unter dem Einfluss der Entwicklung an den Aktienmärkten. Größere Kursgewinne am Rentenmarkt seien unwahrscheinlich, da die Auktionen von Staatsanleihen in den Vereinigten Staaten ihre Schatten voraus würfen. Dort werden im Wochenverlauf Staatsanleihen mit einem Gesamtvolumen von gut 100 Milliarden amerikanischen Dollar auf den Markt gebracht.

          Euro tritt am Morgen auf der Stelle

          An den Devisenmärkten bewegen sich die Kurse am Montag während des Übergangs aus dem asiatisch in den europäisch geprägten Handel nur wenig. Gegen 7.55 Uhr steht die Gemeinschaftswährung bei 1,2909 Dollar nach 1,2918 Dollar im späten New
          Yorker Handel am Freitag. „Der Euro profitiert etwas von den günstigen Aktienmärkten“, meint ein Händler. Nach der freundlichen Sitzung in New York ziehen die Kurse auch in Asien überwiegend etwas an. Der Stresstest der europäischen Banken gerät dagegen
          schon wieder aus dem Fokus.

          „Die Aussagekraft ist gering“, meint ein Händler mit Blick darauf, dass Ausfälle von Staatsanleihen nicht durchgerechnet worden sind. Der Markt zweifle, ob die Kriterien genügend scharf gewesen seien. „Trotzdem dürften die Sorgen um die europäischen
          Banken erst einmal aus dem Fokus bleiben“, heißt es bei der Societe Generale. In den Blick zurückkehren könnten sie bei einem Ausverkauf europäischer Anleihen der „Peripherie“ oder bei deutlich schlechteren Wirtschaftsdaten.

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