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Blick auf den Finanzmarkt : Dax gibt nach

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 0,5 Prozent auf 11.347 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank um 0,8 Prozent auf 1213 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag mit 2563 Stellen um 0,7 Prozent niedriger als am Vortag.

Die meisten Analysten waren trotz der Atempause überzeugt, dass der Aufwärtstrend grundsätzlich weiter intakt ist. „Ich denke, wir gehen noch höher“, sagte etwa Marc Pado von Cantor Fitzgerald. So könne das anziehende Übernahmekarussell dem Markt weiter Schub geben. „Im neuen Jahr werden wir noch viel mehr davon hören. Die Firmen haben tonnenweise Geld.“

Übernahmespekulationen bescherten bereits der Aktie von Yahoo einen Kursgewinn von 3,2 Prozent. Kreisen zufolge treibt der ebenfalls schwächelnde Rivale AOL seine Sondierungen für eine Fusion mit Yahoo voran. AOL-Anteilsscheine stiegen 0,7 Prozent. Die Papiere des Gasunternehmens Atlas Energy kletterten um 34 Prozent, nachdem Chevron ankündigte, Atlas für rund vier Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Damit sichert sich der Ölkonzern Zugriff auf sogenanntes Shale Gas, das in Gestein wie Schiefer lagert. Chevron-Aktien gaben 1,5 Prozent nach.

Im Interesse der Anleger war auch der Goldpreis, der auf neue Höhen kletterte. Das Metall gilt in Zeiten des billigen Geldes durch die Fed als sicherer Hafen, falls es zu einer hohen Inflation kommen sollte. Das kommt Goldproduzenten wie Barrick Gold zugute. Die Aktien des Unternehmens legten zunächst um zwei Prozent zu, schlossen nach den verlustreichen letzten Handelsstunden aber fast unverändert.

Angebot drückt amerikanische Anleihenkurse

Trotz einer gut am Markt aufgenommenen Auktion neuer amerikanischen Schuldtitel sind die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen im späten New Yorker Handel deutlich auf Talfahrt gegangen. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 2,625 Prozent fielen um 30/32 auf 99-22/32 und rentierten mit 2,66. Der mit 3,875 Prozent verzinste Longbond brach um 2-2/32 auf 93-23/32 ein, seine Rendite stieg damit auf 4,25 Prozent.

Bei der Auktion zehnjähriger amerikanischen Notes durch das Schatzamt im Volumen von 24 Milliarden Dollar hatte sich eine Höchstrendite von 2,636 Prozent ergeben. Bei der vorigen Auktion hatte diese bei 2,475 Prozent gelegen. Die Zeichnungsquote (Bid-to-Cover-Ratio) stellte sich auf 2,80 (2,99). Laut Händlern war die Nachfrage unter ausländischen Investoren besonders groß, sie erreichte das höchste Niveau seit 2003. Das rege Interesse wurde mit dem geplanten Kauf von Anleihen durch die Notenbank begründet.

Allerdings vermochte die positiv verlaufene Auktion das Sentiment insgesamt nicht stützen. Die Anleger seien über die Flut neuer Papiere besorgt, hieß es im Handel. Das Schatzamt versteigert im Wochenverlauf einschließlich der Auktionen vom Vor- und Berichtstag neue Schuldtitel im Gesamtvolumen von 72 Milliarden Dollar. Mit Sorge blickten Marktteilnehmer auch auf die am Mittwoch anstehende Versteigerung dreißigjähriger Titel, hieß es weiter. Da die sich Federal Reserve im Rahmen der neuerlichen Runde quantitativer Lockerungen bevorzugt auf die mittleren Laufzeiten konzentriere, sei bei den Langläufern mit einer schwachen Nachfrage zu rechnen, sagte ein Händler. Zudem schüre die Ausweitung der Geldmenge Inflationssorgen, worunter vor allem die Langläufer litten, hieß es am Markt. „Bei der Versteigerung morgen ist nicht viel zu erwarten“, so ein Rentenhändler.

Konkurrenz erhält das Schatzamt indes von Unternehmensseite. Allein am Montag plazierten Unternehmen Anleihen im Volumen von 12 Milliarden Dollar. Rentenhändler rechnen damit, dass bis zum Wochenschluss die Marke von 20 Milliarden Dollar erreicht wird. Von der Konjunkturseite kamen indes wenig Impulse: Die Lagerbestände im amerikanischen Großhandel sind im September stärker gestiegen als erwartet. Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vormonat um 1,5 Prozent, Ökonomen hatten nur ein Plus von 0,6 Prozent erwartet.

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