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Blick auf den Finanzmarkt : Dax gibt deutlich nach

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Die sich weiter verschärfende Staatsschuldenkrise im Euroraum lastet am Montag im frühen Handel schwer auf dem deutschen Aktienmarkt. Unter überdurchschnittlichen Abgabedruck stehen dabei Zykliker und Finanzwerte, gleichzeitig notiert kein einziger Dax-Wert im Plus.

          Die sich weiter verschärfende Staatsschuldenkrise im Euroraum lastet am Montag im frühen Handel schwer auf dem deutschen Aktienmarkt. Gegen 9.50 Uhr geht es für den Dax um 1,6 Prozent oder 117 Punkte auf 7.150 nach unten. Im Tief lag er bereits bei 7.124 Zählern und damit auf dem niedrigstes Stand seit dem 18. April. Charttechniker sehen die nächste Unterstützung für das Kursbarometer nun bei 6.995 Punkten. Unter überdurchschnittlichen Abgabedruck stehen dabei Zykliker und Finanzwerte, gleichzeitig notiert kein einziger Dax-Wert im Plus. In der zweiten Reihe fällt der MDax um 1,9 Prozent oder 202 auf 10.576 Punkte. Der TecDax gibt um 1,4 Prozent oder 13 auf 904 Punkte nach. Befeuert wird die Sorge um die Stabilität des Gemeinsamen Währungsgebiets vor allem von der Herabstufung des Ausblicks für italienische Staatsanleihen. Die Rating-Agentur Standard & Poor's sieht die Perspektiven für die Schuldtitel von der Apenninhalbinsel nun „Negativ“ nach „Stabil“. Der Risikoaufschlag für zehnjährige italienische Staatsanleihen gegenüber ihren deutschen Pendants steigt vor diesem Hintergrund zu Wochenbeginn auf 176,9 von 170,5 Basispunkten am Freitag.

          In Spanien musste die sozialistische Partei von Ministerpräsident Zapatero bei den Kommunalwahlen deutliche Stimmenverluste hinnehmen und Griechenland steht mit Beratungen des Kabinetts über weitere Privatisierungsschritte und Sparmaßnahmen im Fokus. Auch drückt der von HSBC berechnete Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in China auf die Stimmung. Der Frühindikator ist im Mai auf den tiefsten Stand seit 10 Monaten gefallen. Im frühen Geschäft geht es vor allem für Zykliker und Finanzwerte kräftig nach unten. Infineon verlieren 2,5 Prozent auf 7,83 Euro. VW fallen um 2,6 Prozent auf 121,70 Euro zurück. Für Allianz geht es um 2,4 Prozent auf 93,81 Euro nach unten, Deutsche Bank verbilligen sich um 1,8 Prozent auf 40,76 Euro. Im MDax geben Leoni um 4,1 Prozent auf 36,07 Euro nach, Lanxess verlieren 3,4 Prozent auf 55,99 Euro. Mit Blick auf die Einzelwerte ist die Kapitalerhöhung der Commerzbank das Hauptgesprächsthema unter den Börsianern. Das Kreditinstitut bietet den Aktionären für 11 alte 10 neue Aktien für 2,18 Euro an. Commerzbank fallen um 4,0 Prozent auf 3,79 Euro zurück. Tagesverlierer sind bislang Lufthansa, die um 4,3 Prozent auf 14,91 Euro nachgeben. Am Morgen hat der irische Billigflieger Ryanair mit seinem Ausblick enttäuscht. Die Airline will im Winter 80 Maschinen stilllegen nach 40 im Vorjahr. Ryanair brechen um 6,3 Prozent auf 3,36 Euro ein.

          Deutsche Anleihen verbuchen deutliche Kursgewinne zur Eröffnung

          Die deutschen Staatsanleihen sind am Montag mit deutlichen Kursgewinnen in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,26 Prozent auf 125,06 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank auf 3,056 Prozent. Experten rechnen auch im Tagesverlauf mit einer festen Tendenz am Rentenmarkt. Vor allem die anhaltende Unsicherheit wegen der europäischen Schuldenkrise dürfte sichere Anlagen wie deutsche Staatstitel stützen, hieß es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Darüber hinaus verwiesen die Experten auf die schwache Tendenz der asiatischen Aktienmärkte. Den Bund-Future sieht die Landesbank zwischen 124,50 und 125,15 Punkten.

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