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Blick auf den Finanzmarkt : Dax flirtet mit der 6.000-Punkte-Marke

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Der Dax hat am Mittwoch dank positiver Vorgaben Kurs auf die 6.000-Punkte-Marke genommen. In den ersten Handelsminuten ging es für den deutschen Leitindex um 0,41 Prozent auf 5.995,24 Zähler nach oben. Kurzzeitig sprang der Dax sogar bis auf 6.000,70 Punkte. Die Fortsetzung der Niedrigzinspolitik in den Vereinigten Staaten sowie die geldpolitischen Zügel durch die japanische Notenbank stehen für die Zeichen der Zeit.

          Etwas fester tendiert der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch in den Handel. Bis 9.58 Uhr steigt der Dax um 0,4 Prozent oder 25 Punkte auf 5.996 Punkte. Der Leitindex kratzt damit an der 6.000er Marke, die er im frühen Geschäft bereits mehrmals überschritten hatte. Sollte er diese Hürde nachhaltig überwinden, könnte das bisherige Jahreshoch bei 6.094 Punkte erreicht werden, sagen technische Analysten. Eine Unterstützung machen sie bei 5.900 Punkten aus. Gründe für die gute Stimmung sind Händlern zufolge in den Aussagen der amerikanischen Notenbank Fed und in den positiven Vorlagen aus den Vereinigten Staaten und Asien zu finden.

          Gestützt werde die Stimmung zudem vom gestiegenen Verbrauchervertrauen in den Vereinigten Staaten. Das ABC-Verbrauchervertrauen sei in der vergangenen Woche so stark gestiegen wie nur elf Mal in den vergangenen 25 Jahren, so die Analysten von Wellenreiter-Invest. Allerdings beziehen sie sich dabei auf Veränderungsraten und scheinen zu übersehen, dass sich das Vertrauen absolut betrachtet noch auf einem sehr, sehr tiefen Niveau befindet.

          Die Fed bekräftigte am Dienstagabend ihre Nullzinspolitik. Im Begleitkommentar kündigte sie überdies an, dass die Zinsen noch für einen ausgedehnten Zeitraum sehr niedrig bleiben würden. Damit beruhigten die Notenbanker Anleger, die eine Abkehr von der expansiven Geldpolitik befürchtet hatten. Auch die japanische Zentralbank hat wie erwartet ihre lockere Geldpolitik noch einmal ausgeweitet. Impulse könnten am Nachmittag von den amerikanische Erzeugerpreisen für Februar ausgehen. Volkswirte erwarten ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber Januar, zuvor waren die Preise um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Zudem finden Bilanzpressekonferenzen zahlreicher Dax- und MDax-Werte statt. Auf der Seite der Gewinner stehen Infineon mit einem Plus von 1,6 Prozent auf 4,53 Euro. Der Chiphersteller profitiert von günstigen Vorlagen von Intel, heißt es im Handel. Die Nachfrage nach Server-Chips habe wieder angezogen. Commerzbank legen um 3,5 Prozent auf 6,41 Euro zu.

          Siemens sind im frühen Handel 1,5 Prozent fester und wechseln für 70,70 Euro den Besitzer. Nach einem Bericht des „Handelsblatt“ will Siemens die IT-Sparte SIS umstrukturieren. „Damit geht Siemens ein Problemkind an“, sagt ein Marktteilnehmer. Profitieren sollte Siemens auch von einer Steilvorlage von General Electric, die am Dienstag mit kräftigen Kursgewinnen aus dem Handel gegangen sind. Metro können ihre Gewinne vom Handelsstart nicht verteidigen. Die Aktie notiert mit 0,2 Prozent auf 42,99 Euro leicht im Minus. Das Unternehmen erhöht zwar das mittelfristige Ergebnisziel und geht beim Ebit nun mit einem jährlichen Anstieg von gut 10 Prozent statt von gut 8 Prozent aus. Heino Ruland von Ruland Research spricht jedoch von einem „Ablenkungsmanöver“. „Das gute Ebit ist seit Dienstag bekannt, mit der Prognoseerhöhung will Metro vom enttäuschenden Jahresüberschuss ablenken“, so der Analyst. Die weniger konjunkturabhängigen Titel zeigen sich gegen den Trend mit Abschlägen. Merck KGaA geben um 1 Prozent auf 60,20 Euro nach. Eon verlieren 0,5 Prozent auf 26,72 Euro und RWE 0,1 Prozent auf 64,19 Euro. Zeitungsberichte, nach denen RWE die Verwaltungsstrukturen straffen und in der Holding jede zweite Stelle abbauen wolle, wirken sich nicht positiv auf die Aktie aus.

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