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Blick auf den Finanzmarkt : Dax fester erwartet

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Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag zum Handelsstart seine Vortagesgewinne ausgebaut. „Insbesondere die Kursgewinne an den asiatischen Märkten, aber auch der Anstieg des Euro sorgen für Rückenwind“, heißt es.

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          Der deutsche Aktienmarkt ist am Donnerstag sehr freundlich in den Handel gestartet. Die fortschreitenden Verhandlungen über die EU-Hilfsaktion für Irland lassen wieder Vertrauen in den breiten Markt zurückkommen, sagt Analyst Ben Potter von IG Markets. Der Dax steigt um 1 Prozent auf 6765 Punkte. Der MDax gewinnt 0,8 Prozent auf 9293 Punkte und auch der TecDax klettert um 1,3 Prozent auf 788 Punkte.

          Die Vorgabe war zudem klar positiv: Der Future auf den Dow Jones Industrial hat seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,5 Prozent gewonnen. Potter verweist auch auf die wichtigsten Börsen in Asien, die am Morgen fester tendierten. Im Verlauf könnten dann am Nachmittag amerikanischen Konjunkturdaten für neue Impulse sorgen. Unter anderem stehen die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten und der Konjunkturindex der regionalen Notenbank aus Philadelphia auf dem Programm.

          Als Dax-Favorit setzten Infineon ihren Höhenflug mit einem Plus von 2,8 Prozent auf 6,482 Euro fort. Nach zahlreichen optimistischen Analystenstimmen vom Vortag hob nun auch Barclays das Ziel von 6,50 auf 7,10 Euro an. Laut Analyst Andrew Gardiner haben die Kennziffern zum vierten Geschäftsquartal gezeigt, dass Infineon seine Wandlung von einem breit aufgestellten Halbleiteranbieter zu einem fokussierten Zulieferer von Schlüsselmärkten nahezu abgeschlossen habe. Aus vielerlei Gründen sei die Aktie nach wie vor attraktiv bewertet.

          Aktien der Lufthansa legen 2,3 Prozent auf 16,35 Euro zu, nachdem der französisch-niederländische Konkurrent Air France-KLM am Vorabend nach Börsenschluss einen Gewinnsprung im Sommer vermeldet und seine Erwartungen erhöht hat. Auch die Aktien von Sky Deutschland setzen ihren Lauf vom Vortag fort und gewinnen an der Spitze des MDax 3,5 Prozent auf 1,464 Euro. Medienberichten zufolge bestätigte ein Unternehmenssprecher der Deutschen Telekom die Gerüchte vom Vortag, dass der Konzern sich in Gesprächen mit dem Bezahlsender befindet. Dabei gehe es um eine mögliche Zulieferung für den Internet-TV-Dienst der Telekom.

          Rentenmarkt deutlich leichter

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Donnerstag nach Abflauen der Irland-Sorgen leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 47 Basispunkte auf 127,98 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 22 Basispunkte auf 119,42 Prozent.

          Investoren dürften aufmerksam die Auktion spanischer Anleihen verfolgen. Das Land will Anleihen mit 10-jähriger und 30-jähriger Laufzeit in einem Volumen von 3 bis 4 Milliarden Euro unterbringen.

          Charttechnisch bleibt der Bund angeschlagen. Der intakte Abwärtstrend sowie die unterhalb ihrer Signallinien nach unten gerichteten Indikatoren (MACD und Stochastic) sprechen nach Einschätzung der Helaba für weitere Verluste. Nur die inzwischen überverkaufte Marktlage lasse hoffen, dass die Abwärtsdynamik nachläßt.

          Die nächste Unterstützung zeige sich am Kurstief vom Dienstag bei 127,98 Prozent. Darunter komme das markante Tief von Ende Juli bei 127,37 Prozent in Reichweite. Widerstände lokalisieren die Analysten bei 128,89 Prozent und 129,17 Prozent.

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