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Blick auf den Finanzmarkt : Dax eröffnet schwächer

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Schwächer ist der deutsche Aktienmarkt in den Mai gestartet. Das Rettungspaket für Griechenland konnte noch nicht seine Wirkung entfalten. Zudem belasten schwache Vorgaben und die feiertagsbedingte Schließung vieler Börsenplätze.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag etwas schwächer in den Mai gestartet. Der Leitindex Dax fällt um 0,6 Prozent auf 6098 Punkte. Der MDax gibt ebenfalls 0,6 Prozent auf 8309 Punkte nach. Der TecDax notiert kaum verändert bei 803 Punkten.

          Beschäftigen müssen sich die Anleger mit negativen Vorgaben aus den Vereinigten Staaten, wo der Dow Jones Industrial Average (DJIA) am Freitag belastet von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Goldman Sachs deutliche Abgaben hinnehmen musste.

          Insgesamt wird aber mit einem ruhigen Monatsauftakt gerechnet: Die Börse in Tokio blieb wegen eines Feiertags geschlossen und auch in London pausiert der Handel, während die Berichtssaison erst im Wochenverlauf wieder Fahrt aufnimmt. Mit der Verabschiedung der Hilfsprogramme bleibt Griechenland ein Thema, bevor sich der Blick der Börsianer am Nachmittag noch auf den ISM-Einkaufsmanagerindex aus den Vereinigten Staaten richten wird.

          Zum Wochenauftakt stehen wieder private Banken und Versicherer unter Beobachtung, da sich diese laut Medienberichten auch am Hilfspaket der Bundesregierung beteiligen wollen. Die Deutsche Bank wolle mit 500 Millionen Euro den größten Teil dazu beitragen, hieß es. Deren Aktienkurs fällt um 0,55 Prozent auf 51,97 Euro. Den Beitrag der Allianz beziffert der Bericht auf 300 Millionen Euro, den von Munich Re auf mehr als 200 Millionen Euro. Aktien der Allianz verlieren 0,30 Prozent. Munich Re stiegen dagegen um 0,55 Prozent. Kaum kursbewegend empfanden Händler einen Schweizer Medienbericht, wonach die Großbank UBS einen Gewinn von 2,2 bis 2,5 Milliarden Franken erzielt haben soll.

          Zahlen gab es zum Wochenauftakt nur von Fuchs Petrolub, deren Aktienkurs gegen den Markttrend 1,3 Prozent auf 75,70 Euro zulegt. Das Zahlenwerk zum ersten Quartal lag nach ersten Händlereinschätzungen etwas über den Erwartungen. Positives gab es auch von Lanxess. Deren Aktienkurs steigt um 0,7 Prozent auf 35,915 Euro. Ein Börsianer verweist auf ein Interview mit Unternehmenschef Axel Heitmann, wo dieser andeutete, dass der Chemiekonzern im ersten Quartal 2010 glänzende Geschäftszahlen erwirtschaftet habe.

          Bei den Aktien von Rheinmetall sorgt ein Analystenkommentar für ein Kursplus von 0,8 Prozent auf 53,02 Euro. Die Deutsche Bank hatte die Einstufung für die Titel des Autozulieferers und Rüstungskonzerns angehoben und spricht nun eine Kaufempfehlung aus.

          Rentenmarkt tendiert deutlich leichter

          Nach dem etwas festeren Freitagsschluss tendiert der deutsche Rentenmarkt am Montag leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 38 Basispunkte auf 124,46 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 23 Basispunkte auf 117,93 Prozent.

          Höhepunkt auf der Konjunkturdatenagenda für Montag ist am Nachmittag die Veröffentlichung des ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe. Volkswirte erwarten, dass der wichtigste Frühindikator für die amerikanischen Wirtschaft im April auf 60,1 von 59,6 Punkten im Vormonat gestiegen ist. Besonders Augenmerk gilt dabei dem Verhältnis von Auftrags- zu Lagerkomponente. Sollte sich deren Differenz weiter verringern, könnte dies Ökonomen zufolge auf ein Drehen des Gesamtindex schließen lassen.

          Darüber hinaus wird Portugal 1 Milliarden Euro der am 20. Mai fälligen Anleihe im Gesamtvolumen von rund 6 Milliarden Euro vorzeitig zurückkaufen. Das zeitweise als nächster Pleitekandidat der Eurozone gehandelte Land will so demonstrieren, dass es über genügend Liquidität verfügt, um die Forderungen der Gläubiger zu bedienen. Charttechnisch liegt die nächste Unterstützung für die Bund-Futures im Bereich von 124,05 Prozent, Widerstand findet sich auf dem Niveau von 125,34 Prozent.

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