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Blick auf den Finanzmarkt : Dax eröffnet leichter

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Die Ankündigung weiterer Konjunkturmaßnahmen durch die amerikanische Notenbank hat dem Dax am Mittwoch zur Eröffnung keinen Schwung gegeben. Belastend wirkten vor allem die schwachen Vorgaben aus Asien, heißt es.

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          Belastet von negativen Vorgaben ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch mit Verlusten in den Handel gestartet. Der Dax sinkt um 1,00 Prozent auf 6221 Punkte, nachdem er bereits am Dienstag um 1 Prozent nachgegeben hatte. Der MDax mittelgroßer Werte verliert knapp 1 Prozent auf 8472 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax 0,8 Prozent auf 759 Punkte.

          Händler begründen die trübe Stimmung vor allem mit weiter fallenden Notierungen an den asiatischen Börsen. Der Future auf den weltweiten Leitindex Dow Jones Industrial sackte ebenfalls ab und verlor seit dem Xetra-Schluss vom Vortag 0,4 Prozent. Im Fokus stehen weiterhin die Zahlen aus der Bilanzsaison mit dem Versorger Eon als Highlight.

          Am deutschen Aktienmarkt sind Heidelbergcement mit einem Abschlag von 2 Prozent größter Verlierer im Dax. Die Papiere von Eon geben trotz einer Steigerung von Umsatz und Betriebsgewinn 0,7 Prozent nach. Große Überraschungen habe es nicht gegeben, sagt ein Börsianer. Im TecDax setzten sich Freenet nach einer deutlichen Gewinnsteigerung mit einem Plus von 3,3 Prozent an die Spitze.

          Im MDax übernahmen die Aktien von Rheinmetall die rote Laterne. Ihr Kurs fällt um mehr als 2 Prozent auf 46,325 Euro. Ein Händler sprach von einer „enttäuschenden Prognoseerhöhung“.

          Die anziehende Nachfrage und gestiegene Preise bescherten dem Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) im ersten Halbjahr einen kräftigen Umsatz- und Gewinnanstieg. Die Zahlen fielen etwas besser als gedacht aus. Dass die Stahlpreise laut Unternehmensmitteilung wegen des zu schnellen Anfahrens der Produktionskapazitäten seit Ende des zweiten Quartals zunehmend unter Druck geraten sind, konnte zwar nicht überraschen. Dennoch habe die Bemerkung die Titel belastet. Zuletzt gaben sie um 2 Prozent auf 16,725 Euro nach.

          Kräftige Gewinne am Rentenmarkt

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch deutlich fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 54 Basispunkte auf 130,49 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 26 Basispunkte auf 121,19 Prozent.

          Die Fed hatte am Vorabend beschlossen, das gesamte Volumen ihres Wertpapierportfolios vorerst konstant zu halten. Deshalb legt sie künftige Rückflüsse aus ihren Beständen hypothekenbasierter Wertpapiere in amerikanischen Staatsanleihen an. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war laut Dekabank der Eindruck der Fed, dass sich die wirtschaftliche Erholung verlangsamt habe.

          Aus Sicht der Dekabank ist der Schritt ein wichtiges Signal der amerikanischen Notenbank. Ihr Hauptaugenmerk sei wieder darauf gerichtet sicherzustellen, dass ihre Geldpolitik ausreichend expansiv wirke, um die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen. Weitere konjunkturelle Rückschläge könnten daher durchaus eine zweite Runde quantitativer geldpolitischer Maßnahmen nach sich ziehen, heißt es in einer Studie des Bankhauses.

          Euro profitiert nur kurz von Fed-Maßnahmen

          Der Euro zeigt sich beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Mittwochmorgen zum Dollar deutlich leichter als am Vorabend. Damit scheint die Entscheidung der amerikanischen Notenbank (Fed) vom Vorabend, die Politik der quantitativen Lockerung wieder aufzunehmen, keine entscheidenden Akzente am Devisenmarkt zu setzen. Wie bereits im Vorfeld spekuliert, wird die amerikanische Notenbank frei werdende Mittel aus fällig werdenden Wertpapieren am Anleihemarkt reinvestieren. Damit bleibt die Fed-Bilanz neutral, zuvor war eine natürliche Schrumpfung angestrebt worden.

          Der Dollar reagierte zunächst mit deutlicheren Abschlägen gegen Euro und Yen auf die Bekanntgabe, hat sich in der Folge aber wieder erholt. Im Handel wird die Reaktion zum einen damit erklärt, dass die Bekanntgabe nicht unerwartet gekommen und bereits weitestgehend eingepreist gewesen sei. Zum anderen habe die Fed ein deutlich negativeres Bild der amerikanischen Wirtschaft gezeichnet als zuvor. Das habe neue Sorgen über die Nachhaltigkeit der weltweiten wirtschaftlichen Erholung ausgelöst und lasse auch die Risikoaversion der Anleger wieder steigen. Mit Blick auf das Euro/Dollar-Paar sehen die Analysten eine Handelsspanne am Berichtstag von 1,3045 bis 1,3185 Dollar.

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