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Blick auf den Finanzmarkt : Dax erneut schwächer

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Nach negativen Nachrichten aus Asien setzt der deutsche Aktienmarkt seine Talfahrt fort. Die Ratingagentur S&P hat den Ausblick für japanische Staatsanleihen von „Stabil“ auf „Neutral“ gesenkt. Zudem fürchten Investoren, dass China das hohe Wirtschaftswachstum dämpfen will.

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          Belastet von negativen Nachrichten aus Asien setzt der deutsche Aktienmarkt am Dienstag seine Talfahrt fort. Der Dax fällt um 0,8 Prozent auf 5588 Punkte. Der MDax sinkt um 0,75 Prozent auf 7492 Punkte und der TecDax büßt 0,3 Prozent auf 806 Zähler ein.

          Die Ratingagentur S&P hatte den Ausblick für japanische Staatsanleihen von „Stabil“ auf „Neutral“ gesenkt und damit für weitere Unruhe unter den Anlegern gesorgt, sagen Händler. Zudem fürchteten die Investoren, dass die chinesische Regierung Maßnahmen ergreifen wird, um das hohe Wirtschaftswachstum in dem Land zu dämpfen.

          Hierzulande stehen die Siemens-Zahlen im Fokus, bevor dann am Nachmittag weitere amerikanischen Konzerne wie DuPont das Geschehen beeinflussen. Auf Konjunkturseite stehen das Ifo-Geschäftsklima und Daten zum amerikanischen Häusermarkt sowie das Verbrauchervertrauen auf dem Programm.

          Die Zahlen von Siemens fielen zwar laut einer ersten Händlereinschätzung gemischt aus. „Allerdings ist lediglich der Umsatz etwas schwächer ausgefallen, so dass die positiven Überraschungen überwiegen“, sagt der Börsianer. Vor allem mit Auftragseingang und Ergebnis habe der Mischkonzern die Erwartungen zum Teil deutlich übertreffen können. Ein Analyst hob hervor, dass Siemens bereits etwas mehr als ein Drittel seines Gewinnziels für das laufende Jahr erwirtschaftet habe. Er geht davon aus, dass zahlreiche Analysten nun ihre Gewinnschätzungen anheben dürften. Der Kurs der Siemens-Papiere steigt an der Dax-Spitze um 2,9 Prozent auf 66,47 Euro.

          Ebenfalls gefragt sind die Titel von Infineon, die 1,8 Prozent auf 3,888 Euro gewinnen. Händler verweisen auf Spekulationen am Markt, wonach der Halbleiterkonzern die Chips für Apples kolportiertes neues „iTablet“ liefert. Sollte das stimmen, wären das gute Nachrichten, sagte ein Börsianer. Zudem hatten am Vorabend amerikanischen Branchenkollegen Apple und Texas Instruments gute Zahlen vorgelegt.

          Lufthansa-Aktien steigen um 0,8 Prozent auf 11,485 Euro. Morgan Stanley hat die Titel der Fluggesellschaft von „Equalweight“ auf „Overweight“ hochgestuft und das Kursziel von 14,30 auf 15,20 Euro angehoben. Die solide Ertragskraft werde derzeit vom Markt unterschätzt, schrieb Analystin Penelope Butcher.

          Zu den Größten Verlierern im Dax zählen die Aktien von K+S, ThyssenKrupp und BASF mit Abschlägen zwischen 1,3 und 2,1 Prozent. Papiere der Deutsche Börse fallen um 1,7 Prozent auf 50,06 Euro. Der Börsenbetreiber rechnet 2010 mit einem schwierigen Jahr und will weiterhin eisern seine Kostendisziplin fortsetzen.

          Freundliche Tendenz am Rentenmarkt

          Der deutsche Rentenmarkt hat am Dienstag fester eröffnet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 26 Basispunkte auf 123,41 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 10 Basispunkte auf 117,22 Prozent.

          Kräftig nachgebende Kurse an den Aktienmärkten in Asien stützen nach Einschätzung von Experten den Markt. Neben wichtigen Konjunkturdaten werde die erfolgreiche Platzierung der 5-jährigen Griechenlandanleihe nachwirken, so dass auch auf Basis der schwachen Aktienmarktvorgaben aus Fernost ein freundlicherer Bund-Future zu erwarten sei, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Heute stehe neben den Daten die Auktion von 2-jährigen amerikanischen Titeln im Mittelpunkt, deren Aufnahme aus Sicht der HSH Nordbank unkompliziert verlaufen dürfte.

          Ob das amerikanischen Verbrauchervertrauen aber tatsächlich deutlich ansteige, sei wegen der Arbeitsmarktsituation zu bezweifeln. Auch aus Europa gebe es reichlich Daten; allen voran das Ifo-Geschäftsklima. Im Tagesverlauf sieht die Landesbank diesen richtungsweisenden Future zwischen 122,70 und 124,00 Punkten.

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