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Blick auf den Finanzmarkt : Dax beginnt wenig verändert

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Der deutsche Aktienmarkt tendiert am Donnerstag etwas schwächer. Für Gesprächsstoff könnte das EU-Gipfeltreffen sorgen, bei dem auch eine Regulierung des Finanzmarktes auf der Tagesordnung steht.

          Nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage ist der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag leichter in den Handel gestartet. Der Dax gibt 0,2 Prozent auf 6177 Punkte nach, der MDax ebenso stark auf 8396 Punkte und der TecDax ebenfalls 0,2 Prozent auf 772 Zähler.

          Entscheidende Impulse fehlen: So waren die amerikanischen Indizes nach gemischten Konjunkturdaten und einem enttäuschenden Ausblick von FedEx per Saldo auf der Stelle getreten. Auch in Asien zeigte sich am Morgen ein gemischtes Bild. Der Tokioter Nikkei-225-Index schloss etwas niedriger, während der Hang-Seng-Index in Hongkong leichte Gewinne verbuchen konnte. Im Mittelpunkt dürften am Nachmittag wieder amerikanischen Konjunkturdaten stehen. Außerdem könnte der am Freitag anstehende Verfallstag bereits den Markt beeinflussen.

          Wie schon am Vortag stehen die Solarwerte im Blickfeld. Im Streit um die Kürzung der staatlichen Solar-Förderung bleiben die Fronten zwar verhärtet, der Bund signalisierte aber Verhandlungsbereitschaft. Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag beschloss am Mittwochabend die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses am 5. Juli einen Kompromiss suchen soll. Da gleichzeitig in Spanien die Förderung offenbar gekürzt werden soll, bleiben klare positive Reaktionen aus. Während Solarworld 0,45 Prozent auf 10,05 Euro verlieren, steigen Q-Cells um 1 Prozent auf 6,059 Euro.

          Aktien von MAN gehören im Dax zu den besseren Werten und legen 0,26 Prozent auf 68,54 Euro zu. Laut Händlern plant Brasiliens Finanzminister Guido Mantega, auslaufende Steuerbegünstigungen für LKW's in Brasilien zu verlängern. MAN verkaufe 23 Prozent seiner Lastwagen in Brasilien, so der Börsianer.

          Im MDax legt der Aktienkurs des Pharmahändlers Celesio zu. Laut Händlern gab es positive Analystenkommentare der französischen Bank Societe Generale. Eine Studie von Merrill Lynch führte bei Fielmann hingegen zu Kursverlusten. Die Aktien des Optikers geben 2,2 Prozent auf 61,92 Euro nach und sind größter Verlierer im Index mittelgroßer Werte.

          Rentenmärkte etwas fester

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwochmorgen etwas fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 9 Basispunkte auf 128,42 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future notiert unverändert bei 120,52 Prozent.

          Die Fundamentaldaten bestätigen den Marktstrategen der DZ-Bank das Bild eines starken amerikanischen Wachstums bei geringem Preisdruck. Dieses Szenario spreche nicht für eine rasche Zinswende der amerikanischen Notenbank. Der Bund-Future könnte hiervon und von der weiterhin brodelnden Schuldenkrise im Euroraum Auftrieb erhalten, zumal Spanien am Berichtstag Anleihen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen will.

          Der am Nachmittag zur Veröffentlichung anstehende amerikanischen Frühindikator des Conference Board werde Aufschluss über die Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr geben, heißt es. Der Konsens geht von einem kräftigen Anstieg des Indikators von 0,4 Prozent aus. Der Rückgang vom Vormonat wäre damit wieder wettgemacht. Eine erste charttechnische Unterstützung liefere das Vortagestief bei 127,92 Prozent für den Bund Future. Der kurzfristige Abwärtstrend bei 128,58 Prozent liefere die erste Hürde.

          Euro nimmt Verschnaufpause vor spanischer Anleihe-Auktion

          Der Euro gibt am Donnerstagmorgen zu Beginn des europäisch geprägten Devisenhandels zum Dollar leicht nach auf knapp unter 1,23 Dollar. Nach Ansicht der Analysten der Helaba kommt diese Verschnaufpause nach den Anstiegen der vergangenen Tage jedoch nicht überraschend. Das kurzfristige Erholungspotential sei gleichwohl noch nicht ausgeschöpft.

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