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Blick auf den Finanzmarkt : Dax beginnt kaum verändert

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Zum Auftakt der heißen Phase der Berichtssaison in Deutschland hat der Dax zu Handelsbeginn keine klare Richtung eingeschlagen. Händler schließen Gewinnmitnahmen im Tagesverlauf nicht aus.

          Nach kräftigen Gewinnen in der jüngsten Zeit notiert der Dax am Dienstagmorgen kaum verändert. Der deutsche Leitindex notiert um den Vortagesschluss bei 6637 Punkten, nachdem er tags zuvor auf einem neuen Zweijahreshoch geschlossen hatte. Der MDax verliert 0,2 Prozent auf 9349 Punkte. Der TecDax gibt 0,5 Prozent nach auf 812 Punkte.

          Die Vorgaben der Überseebörsen sind leicht negativ: Der amerikanische Aktienmarkt hatte am Vorabend im Plus geschlossen, aber dabei einen Teil seiner Gewinne in der letzten Handelsstunde wieder abgegeben. Der Future auf den Leitindex Dow Jones gab seit Xetra-Schluss etwas nach. In Tokio beendete der Nikkei 225 den Tag mit moderaten Verlusten.

          Zugleich rücken zunehmend Geschäftsberichte in den Blick der Anleger, denn die Berichtssaison gewinnt nun auch in Deutschland an Fahrt. Neben dem Chemie- und Pharmakonzern Merck präsentieren an diesem Tag vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe ihre Zahlen.

          Merck-Aktien verlieren nach Zahlenvorlage an der Dax-Spitze 1,3 Prozent auf 60,36 Euro, nachdem die Prognosen für Umsatz und operatives Ergebnis in der Flüssigkristallsparte gesenkt wurden. Die überraschend starken Quartalszahlen des Stahlherstellers Arcelor-Mittal verblassen vor dem Hintergrund eines sehr vorsichtigen Ausblicks, durch den auch deutsche Stahlwerte auf Talfahrt geschickt werden. Die Anteilsscheine von Thyssen-Krupp büßen am Dax-Ende 1,9 Prozent auf 26,615 Euro ein. Salzgitter verlieren 2i Prozent und Klöckner & Co (KlöCo) büßen 1,8 Prozent ein.

          Die Aktien der Deutschen Bank geben 1,3 Prozent auf 41,30 Euro nach. Das „Handelsblatt“ berichtet, dass die Großbank mit einer Reihe von Kundenklagen aus den Vereinigten Staaten konfrontiert werde, die gegen den Verkauf toxischer Wertpapiere (RMBS) vorgehen. Zudem zeigte sich der Markt trotz eines überraschend starken Konzernergebnisses insgesamt enttäuscht von den vorgelegten Zahlen der Schweizer Großbank UBS.

          Im MDax nehmen die Anteilsscheine von MTU den letzten Platz ein mit einem Abschlag von 2,7 Prozent auf 43,005 Euro ein. Der Münchener Triebwerksbauer steigerte Umsatz und Gewinn im dritten Quartal wegen der schlechteren Wechselkurse nicht so stark wie erwartet. Der Vorstand hielt dennoch an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest.

          Unter den Technologiewerten bricht der Kurs von Singulus Technologies um 6,7 Prozent auf 3,428 Euro ein. Der Spezialmaschinenbauer senkte wegen nicht realisierter Geschäfte im Solarbereich seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. Zudem wird in diesem Jahr wegen Abschreibungen auf den Wert von gekauften Unternehmen, Forderungen, Lagerbeständen und anderen Vermögensgegenständen ein dickes Minus in der Bilanz stehen, wie aus der Unternehmensmitteilung hervorgeht.

          Dialog Semiconductor enttäuschten laut Händlern den Markt mit dem Betriebsergebnis und der Tatsache, dass die Jahresziele nicht hochgesetzt wurden. Die Titel des Chipherstellers büßen knapp fünf Prozent ein.

          Die Zahlen der Software AG fielen dagegen besser als erwartet aus. Deutschlands zweitgrößter Softwareanbieter steigerte im dritten Quartal den Gewinn stärker als angenommen und stockte die Jahresprognose auf, was den Aktienkurs um 3,6 Prozent steigen lässt.

          Rentenmarkt tendiert etwas schwächer

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 11 Basispunkte auf 129,73 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 6 Basispunkte auf 119,88 Prozent.

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