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Blick auf den Finanzmarkt : Dax auf „Zweiwochenhoch“

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Der deutsche Aktienmarkt baut zum Start am Mittwoch die Kursgewinne vom Vortag aus. Er folgt damit der Aufwärtsbewegung der Börsen in den Vereinigten Staaten am Dienstag und in Asien. Händlern zufolge treten die Sorgen um die Staatsverschuldung in Griechenland wieder etwas in den Hintergrund.

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          Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Kursgewinnen in den Handel gegangen. Der Leitindex Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 0,88 Prozent auf 5641 Zähler und baute damit sein Vortagesplus von 1,47 Prozent aus. Der MDax legte um 0,55 Prozent auf 7427 Punkte zu. Für den TecDax ging es um 1,18 Prozent auf 809 Zähler nach oben.

          Aktien der Deutschen Börse legten an der Dax-Spitze um 2,39 Prozent auf 48,48 Euro zu. Der Börsenbetreiber hat zwar erstmals in seiner Geschichte als börsennotiertes Unternehmen einen operativen Verlust auf Quartalsebene erzielt. Das Minus fiel aber laut einem Händler geringer als befürchtet aus. Ein weiterer Händler verwies als positiven Aspekt vor allem darauf, dass die Deutsche Börse ihre Kostenprognose für 2010 gesenkt habe. Auch zahlreiche Analysehäuser behielten ihre Kaufempfehlungen im Anschluss an die Zahlenvorlage bei. Dies habe ebenfalls zu dem deutlichen Kursplus beigetragen, sagten Börsianer.

          Die Zahlen von Rheinmetall fielen laut ersten Händlereinschätzungen auch etwas besser als erwartet aus. Der Autozulieferer und Rüstungskonzern erzielte im vergangenen Jahr dank des starken Rüstungsgeschäfts ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Der Umsatz war aber wegen der schwachen Automobilzulieferer-Sparte insgesamt rückläufig. Für Commerzbank-Analyst Dirk Nettling lagen die Zahlen klar über den Erwartungen. Da in den Zahlen zum vierten Quartal auch noch Einmalaufwendungen enthalten seien, sei der bereinigte Gewinn besser als von ihm erwartet ausgefallen. Die Rheinmetall-Papiere gewannen als einer der Favoriten im MDax 2,25 Prozent auf 48,588 Euro.

          Ansonsten sorgten bei EADS Medienberichte für Gesprächsstoff. Laut „Handelsblatt“ rückt eine Lösung im Streit um die Finanzierung des Militärtransporters A400M näher. Die Aktien waren Spitzenreiter im Index der mittelgroßen Werte und kletterten um 5,07 Prozent auf 14,50 Euro.

          Ferner bereitet sich die Lufthansa laut einem Artikel der „Rheinischen Post“ mit einem Notfall-Plan auf einen der größten Streiks ihrer Geschichte vor. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass es zu Streiks kommt“, sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels der Zeitung. An diesem Mittwoch will die Pilotenvereinigung Cockpit in Frankfurt das Ergebnis einer Urabstimmung vorstellen. Ein Börsianer wertete die Nachricht als potenzielle Belastung für die Aktien. Dementsprechend rückten die Papiere nur um minimale 0,05 Prozent auf 10,965 Euro vor.

          Titel der Deutschen Bank aber stiegen um 1,70 Prozent auf 46,55 Euro. Das Finanzinstitut trennt sich einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge von der BHF-Bank, die sie im Zuge der Übernahme von Sal. Oppenheim mit erworben hat. Darüber hinaus hatte der französische Konkurrent BNP Paribas mit seinen Zahlen für 2009 die Markterwartungen übertroffen..

          Anleihenkurse zeigen sich gut gehalten

          Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future werde nach Einschätzung von Experten etwas schwächer in den Handel starten, hieß es noch am frühen Morgen. Vor allem der etwas fester erwartete deutsche Aktienmarkt dürfte die Anleihen belasten, sagten Händler. Der Konjunkturoptimismus habe wieder zugenommen und die Schuldenkrise in Griechenland sei in den Hintergrund getreten. Tatsächlich zeigt sich der Bund-Future jedoch gut gehalten. Dessen Kurs legt um acht Stellen zu auf 123,47 Prozent.

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